Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Samstag, 22. August 2009

Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), Stamm Hl. Kreuz, organisierte das alljährliche Zeltlager

„Leben ist mehr“ ist die vielfach angewandte Jahresaktion der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. „Leben ist mehr“ wird den Kindern im Kongo bedeutet, aber auch den Pfadfindern in den eigenen Reihen, die wieder lernen müssen, dass es mehr gibt als Schule und Arbeit.

SCHWÄBISCH GMÜND (pm). Jetzt ging es darum, im Zeltlager Erfahrungen zum Thema Behinderung zu sammeln.
Insgesamt 27 Wölflinge, Jupfis, Pfadfinder und Leiter machten sich in diesem Sommer auf, um im jährlichen Sommerlager der DPSG Schwäbisch Gmünd, Stamm Hl. Kreuz, die Welt für fünf Tage etwas anders zu erleben.
Ganz nach dem Motto der diesjährigen Verbandsaktion „Leben ist mehr“ haben sich die Pfadfinder intensiv mit dem Thema Behinderung auseinandergesetzt und gelernt, wie Behinderte ihr Leben meistern. Dazu gab es verschiedene Spiele, bei denen den Teilnehmern erst spielerisch gezeigt wurde, wie sehr man eingeschränkt ist, wenn man eine körperliche Behinderung hat. So spielten die Mitglieder Dreibein-​Fußball oder mussten blind durch ein Labyrinth laufen. Die Sinne wurden auch schon beim Frühstück geschärft, als es für eine Bankreihe hieß, dass sie nun keine Arme mehr habe und für die andere, dass sie blind sei.
Aber nicht nur die körperliche Behinderung an sich war Programm, die Pfadis stellten auch fest, dass „jeder von uns irgendwie behindert ist, durch eine Schwäche oder einen persönlichen Charakterzug, der jeden von uns im Leben ein Stück weit einschränkt – sei es Schüchternheit, Kritikunfähigkeit oder eine Rechtschreib-​Schwäche“. Aber im Gegenzug habe jeder Einzelne auch eine Besonderheit, eine besondere Gabe, ein Talent, das er oder sie so gut wie möglich einsetzten sollte. Und dieses Talent wollten die Pfadfinder auch in den Behinderten sehen und versuchten entsprechend, es zu finden. Bei dem darauffolgenden Hike, eine Wanderung mit spontanem Übernachtungsziel, machten die Kleinsten die Erfahrung, wie es ist, mit Behinderten den Alltag zu erleben. Sie trafen sich mit einer Gruppe Behinderter aus dem Haus Lindenhof, grillten und verbrachten einen schönen Nachmittag. Das Interesse war groß, die Wölflinge (sechs bis zehn Jahre) fragten den Mitarbeitern Löcher in den Bauch und genossen den Tag. Die Jupfis (zehn bis 14) und Pfadis (14 bis 16 Jahre) wanderten auf den Rosenstein und hatten auf dem Hinweg viele Stationen zum Thema Behinderung zu bewältigen. Am Abend saßen sie vor dem Lagerfeuer und schliefen auch unter (fast) freiem Himmel. Das Lager wurde mit einem schönen Elternbesuchstag abgerundet und alle Teilnehmer freuten sich schon auf den nächsten Sommer, wenn sie sich wieder zum Zeltlager treffen.
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen