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» Schwäbisch Gmünd | Samstag, 22. August 2009

Ein halbes Jahrhundert und die halbe Welt liegen zwischen Hochzeit und Ehejubiläum der Eheleute Hans und Rosl Buerger

Grüße aus der alten Heimat brachte der Gast mit, ein offizielles Gmünder Glückwunschschreiben zur Goldenen Hochzeit, außerdem Wein und Geschenke. Für Hans und Rosl Buerger in Kanada wahrscheinlich der schönste, ganz sicher der überraschendste Moment ihres Jubeltages.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). 1946 kam Hans Bürger mit einem der Vertriebenentrecks in Gmünd, genauer in Straßdorf an. Damals war er zehn Jahre alt, und eigentlich sollte man meinen, dass ein Kind mit diesen Erfahrungen nur noch den einen Wunsch hat: Wurzeln zu schlagen, eine Heimat zu finden und sie niemals wieder aufzugeben. Aber das sollte später kommen. Zunächst zog’s den Buben nämlich hinaus in die Welt. Er lernte beim Schreiner und Leichenbestatter Bernhard Herkommer in Waldstetten; sein Gesellenstück fertigte er für die Firma Leicht an. Er war gut. Er war jung und gesund, alles stand ihm offen. 1958 dann der endgültige Entschluss, in Kanada eine Existenz als Möbelschreiner aufzubauen. Bereits ein Jahr später zeichnete sich ab, dass er seinen Weg machen würde. Jetzt war es Zeit, ein Versprechen zu halten und seine daheim wartende Liebste zu heiraten.
Am 25. Juli 1959 gaben sich die beiden in Gmünd das Ja-​Wort, wenig später brachen sie auf in die neue Welt, genauer nach St. Catharines in der kanadischen Provinz Ontario. Vier gesunde Kinder wurden ihnen geschenkt, Freunde, die ebenfalls aus Gmünd und Waldstetten stammten, und so Heimweh gar nicht erst aufkommen ließen, ein florierendes Unternehmen mit Ideen für den Innenausbau, das Hans Buerger, wie er sich nun nannte, bis ins neue Jahrtausend hinein erfolgreich führte. Bis 2007 war er Präsident des Club Heidelberg, in dem sich die Deutschen treffen, ihre Sprache und ihre Traditionen pflegen — und legendäre Feste feiern. Nun stand also bei Buergers die goldene Hochzeit an. Der Dürbheimer Bürgermeister Alfred Pradel, ein geborener Waldstetter, der sich in Gmünd mit den „Glaubenswegen“ einen Namen gemacht hat, organisierte für die Liga-​Mannschaft der Wetzgauer Turnerinnen ein Trainingslager in der baden-​württembergischen Partnerprovinz Ontario und erfuhr zufällig vom Ehejubiläum in St. Catherines. Bürgermeister Joachim Bläse gab ihm eine herzliche und höchst offizielle Glückwunschadresse mit, beim i-​Punkt besorgte er sich Gmünd-​Souvenirs. Und dann stand er bei Buergers vor der Tür. Keinen Tag hätten sie bereut, nach Kanada gekommen zu sein, erklärten die Eheleute und zeigten ihm ihre saubere, sichere Stadt, die freundlichen Menschen, sogar die Waschbären, die nachts um die Häuser toben. Seit Hans Buergers Vater Franz als ältester Gmünder in St. Ludwig gestorben ist, haben sie kaum noch Kontakte zur die alten Heimat. Obwohl: Der halbe Binokel-​Kreis ist ein lebendiges Stück Gmünd,
 

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