Pressefahrt zu bedeutenden archäologischen Stätten führte unter anderem nach Schwäbisch Gmünd
Eine Pressefahrt führte gestern zu mehreren archäologischen Höhepunkten der Welterbestätte Obergermanisch-Rätischer Limes. „Ich glaube, wir werfen den Zeitplan über den Haufen und bleiben länger“, sagte Regierungspräsident Johannes Schmalzl bei der dritten Station, der Anlage im Rotenbachtal. Von Nicole Beuther
SCHWÄBISCH GMÜND. Gemeinsam mit dem scheidenden Präsidenten der Landesdenkmalpflege,
Prof. Dr. Dieter Planck, nahm er die Provinzgrenze zwischen obergermanischem und rätischem Limes in Gmünd unter die Lupe.
Während seiner Tätigkeit als oberster Denkmalpfleger beschäftigte sich Planck vor einigen Jahren unter anderem auch mit dieser
UNESCO–Welterbestätte, die zu den bedeutenden archäologischen Stätten des Landes gehört. Auch an der Erforschung des Gräberfelds bei der Kastellanlage Schirenhof und anderer Fundorte war er maßgeblich beteiligt. Die Stadt Gmünd bezeichnet
Prof. Dr. Dieter Planck als stets wertvollen Ratgeber und Unterstützer städtischer Anliegen.
„Ohne Sie, Herr Planck, hätten wir das nicht geschafft“, sagte auch Richard Arnold, der von einer wunderbaren Anlage sprach. Limes-Cicerones-Führerin Maria Fassbender nahm die Gruppe der Pressefahrt zunächst mit auf eine kleine Zeitreise. Sie erzählte von Septimus Severus, der den Limes mit „Wall und Graben“ erweitert hätte; „die gewaltige Limesmauer in Rätien hat Aufsehen bereitet“. Von Caracalla und dessen Germanenfeldzug spannte sie einen Bogen zu den Ereignissen, die sich vor gar nicht allzu langer Zeit abspielten. „Ruhig war es im
20. Jahrhundert wieder um die Römer geworden, doch dann ist der Archäologe Dieter Planck gekommen und hat bei Straßen-, Wege– und Häusles-Bau mit seinem Team die Römerspuren ganz genau inspiziert“, so Fassbender. Systematisch und akribisch habe er die Römerfunde aufgespürt.
Ein unscheinbares Tal sei das Rotenbachtal früher gewesen, gab
Prof. Dr. Dieter Planck einen Rückblick. „Wie kann man diesen unerkannten Punkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken?“ — diese Frage habe er sich früher gestellt. Eine Antwort darauf gibt es seit Mai dieses Jahres. Seitdem besteht das Limesinformationszentrum im Rotenbachtal. Hierzu gehören ein Infopavillon sowie eine
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1-Rekonstruktion der Grenzbefestigungsanlagen, insbesondere der obergermanischen Holzpalisaden sowie der raetischen „Teufelsmauer“.
Doch die Besichtigung dieser archäologischen Stätte war nicht das einzige, was Regierungspräsident Johannes Schmalzl den Zeitplan für kurze Zeit vergessen ließ, sondern auch die römischen Speisen, die an einem lauschigen Schattenplätzchen unweit der Limesinformationsanlage serviert wurden. Schafskäsecreme und Olivenpaste auf Dinkelfladenbrot, Wildschwein-Eintopf, Kurzgebratenes vom Schwein mit Zwiebel-Lauch-Soße — was die Mitarbeiter des Bio– und Regional-Marktes Ute Nuding in ihren römischen Kleidern auftischten, schmeckte den Gästen. Die Limes-Cicerones-Führer Maria Fassbender und Roland Müller servierten frisches Obst.
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