Anwohnerinitiative will nach wie vor gegen den „Gestank“ in der Weststadt vorgehen
„Das ist ein historisch gewachsener Konflikt“, sagt David Bösinger, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart. In der Gmünder Weststadt gibt es auf der einen Seite der B 29 beziehungsweise der Rems Wohnbebauung, auf der anderen Industrie. Von Manfred Laduch
SCHWÄBISCH GMÜND. „Nachdem die Firma MWK in Schwäbisch Gmünd weiterhin stinkt und wir leider immer noch keine Freude daran haben, möchte ich mich nach dem aktuellen Stand zu diesem jetzt schon mindestens dreijährigen Vorgang erkundigen“, schrieb kürzlich Markus Merk ans Regierungspräsidium. Die Stuttgarter Behörde kennt das Thema in der Tat schon lange.
Auch im Gmünder Gemeinderat gab es schon mehrere Anfragen zur Abluft aus der großen Gießerei. An einem seiner ersten Arbeitstage hat sich der neue Oberbürgermeister mit dem Vorgang auseinandergesetzt. „Ich möchte den Anwohnern helfen“, sagt Richard Arnold und hat deshalb ebenfalls ans
RP geschrieben. Deshalb wird es Ende September einen Vorort-Termin geben, „um nach weiteren Verbesserungen zu suchen.“
„Wir waren schon sehr oft vor Ort“, betont David Bösinger. Dem Pressesprecher des Regierungspräsidiums fällt es offenkundig schwer, an eine Lösung des Problems zu glauben, mit der alle Seiten zufrieden wären. „Wir haben es hier mit einem historisch gewachsenen Konflikt zu tun. Sowohl die Wohnbebauung als auch die Industrieansiedlungen gibt es an dieser Stelle schon sehr lange.“
Um die Bevölkerung zu schützen, habe der Gesetzgeber Grenzwerte für Lärm und Luftverschmutzung festgelegt, an die sich Firmen (nicht nur) in der Nähe von Wohnquartieren zu halten haben. Das seien strenge Grenzwerte, aber es sei natürlich klar, dass eine Gießerei nicht ohne „Dampf“ produzieren könne.
In den vergangenen Jahren habe der Betrieb – auch gerade wegen der Beschwerden – schon sehr viel gemacht. So sei der Kamin erhöht worden, um eine Verdünnung der Abluft zu erreichen. Die Maschinen seien eingehaust worden, damit deren direkte Abluft nicht aus den Fenstern strömt, sondern gesammelt und über den Kamin abgeleitet werden kann. Freibereiche seien überdacht worden.
2007 habe das Regierungspräsidium eine Emissionsprognose gestellt, inwieweit die gesetzlichen Grenzwerte auch in Zukunft eingehalten würden. Danach dürfe der Geruch im Wohngebiet während höchstens zehn Prozent der Jahresstunden wahrnehmbar sein. Bei der jüngsten Überprüfung, für die man an die Anwohner Erfassungsbogen verschickte, kam heraus, dass in einem Maximum von rund zwei Prozent der Stunden eines Jahres Gießerei-Gerüche wahrnehmbar seien. Das entspreche ziemlich genau dem, was man
2007 angenommen habe.
Kommentare
Neuen Kommentar hinzufügenWo ist das Problem? Es stinkt ja nicht jeden Tag, ich vom Lande muß auch einiges einstecken, wenn die Bauern ihren Mist auf den Feldern ausfahren.
Sollen die auch alles einstellen (was den Anwohnern von der Weststadt ja am liebsten wäre)?
Es wäre schlimm wenn es so weit kommen würde, bei 150 Arbeitern, gerade in dieser heutigen Zeit, wo man froh ist, Arbeit zu haben. Fast überall stehen Kündigungen an, was wird da alles kaputt gemacht, aber das ist den Weststädlern (nur ein Paar) ja egal.
Zum neuen Oberbürgermeister: helft auch den Arbeitern von MWK, nicht nur den Anwohnern - daher den Ball flach halten.