Vom 12. bis zum 26. September bietet die Kulturstadt Gmünd jungen Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren
Mit der Juvenale, einem neuen Forum für junge, bildende Kunst mitten in Gmünd möchte die Stadt jungen Künstlern aus der Region eine Plattform bieten. Ähnlich des Bandcontests „Support Your Local Act XXL“ soll sich auch Juvenale zu einem Selbstläufer entwickeln. Von Nicole Beuther
SCHWÄBISCH GMÜND. Kulturbürgermeister Joachim Bläse freute sich beim gestrigen Pressegespräch sichtlich, mitteilen zu können, dass das Forum Juvenale am
12. September an den Start geht. Immerhin hat die Vorlaufzeit fünfeinhalb Jahre gedauert. „Wir haben eine lange und gute Tradition als Kulturstadt“, so Bläse. Die Förderung des Nachwuchses sei immer ein großes Thema gewesen. Nach dem Bandcontest „Support Your Local Act XXL“, der seit seiner Premiere vor drei Jahren auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist, sei die erste Juvenale ein weiteres Mosaik.
„Das zeigt, dass wir jungen Menschen eine Chance geben“, so Bläse, der sich sehr über die vielen Impulse, die im Laufe der vergangenen Jahre eingebracht worden seien, freut.
Neben der Förderung von Kreativität im künstlerischen Bereich und der Vermittlung von neuen Impulsen aus dem Bereich der neuen, jungen bildenden Kunst, findet es Mitinitiatorin Valeria Waibel wichtig, dem ganzen einen Dialogcharakter zu geben. Michael Schaumann von der Stadt Schwäbisch Gmünd spricht von einer hohen Akzeptanz, die schon im Vorfeld vorhanden gewesen sei; „prominente Fachleute haben sich wohlwollend geäußert“.
„Die Initiative hat mir sehr gut gefallen“, so Oberbürgermeister Richard Arnold, der Gmünd das kulturelle Oberzentrum in der Region nennt. Es sei eine interessante Konstellation, die Kunst mehr ins Zentrum zu holen. Bei der Standortwahl der Juvenale wollten die Verantwortlichen an bestehende Einrichtungen andocken. Zum einen werden die Künstler ihre Werke in der Unikom-Galerie präsentieren, zum anderen wird das leerstehende Ladengeschäft am Marktplatz
27 als Projektraum fungieren. Für das Pilotprojekt wurden drei Künstler mit ins Boot geholt. Die Gmünderinnen Rabea Eipperle und Helene Mauch sowie der Stuttgarter Jan Löchte. Eipperle und Mauch haben in Hamburg und Berlin studiert und leben heute in Berlin. Löchte absolvierte an der dortigen Kunstakademie seine Ausbildung. Er wird zwei Projekte im öffentlichen Raum der Stadt umsetzen. So will er dem Marienbrunnen auf dem Marktplatz einen „Josephsbrunnen“ zur Seite stellen. Das andere Projekt beinhaltet eine Installation mit einer Straßenlaterne auf dem Johannisplatz. Videos und weitere Werkinformationen von Löchte werden im Projektraum am Markplatz zu sehen sein.
Helene Mauch präsentiert in der Unikom-Galerie eine Ausstellung ihrer Fotoserie „Asyl“, die
2006 in Kooperation mit der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge Schwäbisch Gmünd entstanden ist. Vor der Juvenale wird Helene Mauch mit Mitgliedern der Jugendkulturinitiative und jungen Erwachsenen der Gemeinschaftsunterkunft einen Fotoworkshop durchführen. Die Ergebnisse werden im Projektraum der Juvenale und in der Unikom-Galerie zu sehen sein.
Rabea Eipperle zeigt im Projektraum der Juvenale (Markplatz
27) zwei Serien ihrer Fotoarbeiten sowie Video-Arbeiten. Gleichzeitig wird sie an weiteren Projekten arbeiten. Für das eine, ein Fotoprojekt, sucht die Künstlerin derzeit noch ältere Frauen und Männer, die
70 Jahre oder älter sind.
„Es handelt sich um ein Porträt, das von oben fotografiert wird“, so das Vorhaben von Eipperle. Die Teilnehmer liegen dabei auf einem Leintuch oder einer Decke. Dabei können BH, Nachtwäsche oder Dessous getragen werden. „Der Fototermin kann im Projektraum der Juvenale oder bei den Teilnehmern zuhause stattfinden.“ Während der Projektzeit (noch bis zum
27. September) können sich Interessierte bei Rabea Eipperle melden:
01 63/
3 23 46 56 oder rabea.eipperle@gmx.de.
Die Eröffnung der Juvenale findet am
12. September,
17 Uhr, im Projektraum der Juvenale (Marktplatz
27) statt. Nach einem Podiumsgespräch setzt sich die Eröffnung im Kunstzentrum Unikom im Unipark fort.
Während der Laufzeit der Juvenale gibt es drei Veranstaltungen „Im Fokus“. Hier werden die Künstler von externen Partnern vorgestellt. Der Projektraum wird vom
13. bis zum
26. September,
15 bis
20 Uhr, geöffnet sein.
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