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» Ostalbkreis | Montag, 03. August 2009

Geschichte, Technik, Anekdoten und touristische Angebote rund um die Mühlen

Grafisch pfiffig und reich bebildert offenbart ein neues vom Landkreis herausgebrachtes Buch die faszinierende Welt der Mühlen im Schwäbischen Wald. Ob Mahl-​, Säge– oder Ölmühle — die gängigsten sind im Schwäbischen Wald anzutreffen.

ALFDORF/​GSCHWEND (pm). Mühlen sind mit ihrer faszinierenden Geschichte, ihren technischen Meisterwerken, den Legenden und als Zeugen der Sozial– und Wirtschaftsgeschichte aufs Engste mit dem Schwäbischen Wald verbunden. Das Booklet ist Mühlenvermittlung im schicken Gewand, kein Buch mit sieben Siegeln, sondern eines das beim Umblättern Lust auf ein näheres Kennenlernen macht“, erklärt Landrat Johannes Fuchs. Ihm war es seit längerem ein Anliegen, diese Kleinode im Kreis in leicht verständlicher Gestaltung zu präsentieren.
Die Texte sind entsprechend modernen Lesegewohnheiten aufbereitet – kurz gehalten, verständlich formuliert und übersichtlich angeordnet. „Unser Anspruch war, ein Werk zu schaffen, das sich inhaltlich und gestalterisch von der gewohnten Aufmachung heimatkundlicher Publikationen abhebt“, sagt Barbara Schunter, die Geschäftsführerin der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald und Leiterin des Buchprojektes.
Statt einem trockenen Vorwort stehen am Beginn der Publikation pfiffige Fragen von Ottmar Letzgus, an den Landrat, die dieser ebenso launig beantwortet. Weiter geht’s mit einer schmissigen Liebeserklärung an die Mühlen, ebenfalls aus der Feder des ehemaligen Redakteurs der Stuttgarter Zeitung, Ottmar Letzgus. Im Anschluss befriedigen Kapitel zur Mühlengeschichte und zur Mühlentechnik die Neugier der Leser. Auch detaillierte Fragen der Mühlentechnik wurden leicht verdaulich aufgearbeitet und ermöglichen so dem interessierten Laien den Zugang in die Mühlenwelt.
Berichte von Zeitzeugen nehmen den Leser mit auf die Zeitreise, als das Mehl des täglichen Brotes noch beim Müller nebenan gemahlen wurde. Müllerstochter Renate Fürstenau von der Heinlesmühle und Meuschenmüller Karl Grau erinnern mit ihren sehr persönlichen Schilderungen an die vergangenen Tage. Aufgezeichnet wurden die Gespräche von Karl Heinz Veit, dem ehemaligen Leiter des Amtes beim Landkreis, das für die Mühlen zuständig war. Seine vertrauensvollen Kontakte machten diese persönlichen Aufzeichnungen erst möglich.
Eberhard Bohn, im Schwäbischen Wald auch als Mühlendoktor bekannt, sorgte für den fachkundigen Input. Er steuerte die Texte zur Mühlentechnik bei und das Kapitel, in dem der Leser aus erster Hand erfährt, wie ein Mühlrad gebaut wird. Ihm zu verdanken sind auch viele historische Textdokumente, die in diesem Buch Eingang gefunden haben. „Ohne sein Fachwissen und sein beinah unermüdliches Engagement wäre dieses Projekt nicht realisierbar gewesen“ erklärt Barbara Schunter. „An komplizierten Sachverhalten hat das Team immer wieder gefeilt, bis wir der Meinung waren: jetzt ist es allgemein verständlich.“
Ebenfalls im Kreativ– und Textteam vertreten war neben Christl Schlag von der Geschäftsstelle der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schäbischer Wald, Dietrich Frey, der Vorsitzende des Historischen Vereins Welzheims und langjähriger Cheforganisator des Mühlentages im Schwäbischen Wald.
Er hauchte dem Kapitel „die Mühle als Drehort“ Leben ein. Mit dem Kapitel „Neues Leben in der Mühlenlandschaft“ ist das Buch in der Gegenwart angekommen. Es werden Mühlenläden und Mühlenmuseen vorgestellt, über Events in und um die Mühlen berichtet und den modernen „Heinzelmännchen“ Respekt gezollt, die sich um den Erhalt der Mühlen kümmern.
Illustriert wird das 104 Seiten umfassende Werk mit herrlichen Bildern, die Fotograf Edgar Layher eigens zu den Textpassagen erstellt und inszeniert hat. Fotoraritäten aus privaten Archiven wie z.B. der Rümelinsmühle und der Meuschenmühle geben seltene Einblicke in bisher Unveröffentlichtes.
Vervollständigt wurde die Bildergalerie durch Fotos Gerhard Neussers vom Medienzentrum des Rems-​Murr-​Kreises. Grafiken und durchscheinende Folien, die beim Umblättern z.B. exemplarisch den Vergleich einer Mühle im historischen Zustand mit dem Ist-​Zustand anschaulich machen, illustrieren die Texte und machen anschaulich, was technisch kompliziert ist. Eine Übersicht der Mühlen im Schwäbischen Wald beschließt das Booklet.
Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Stiftung der Kreissparkasse SWN Waiblingen. „Das Engagement der Stiftung hat es erst möglich gemacht, das Werk in dieser ansprechenden Qualität auf den Weg zu bringen,“ erklärt Landrat Fuchs.
Die gelungene grafische Umsetzung erfolgte durch die Agentur Arcos mit Chef Hardy Wieland, Grafikerin Anja Eisenmann und Ulrich Mayer, dem Verfasser vieler Texte der Zeitung Schwäbischer Wald aktuell. Hier hat die Buchkonzeption ihr kreatives Outfit erhalten und wurde grafisch in Szene gesetzt.
Das Mühlenbooklet ist über den Buchhandel erhältlich sowie bei der Geschäftsstelle der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald im Landratsamt Rems-​Murr-​Kreis.

Preis: 12,80, ISBN 9783-​00028319-​2, Infos: www​.schwae​bis​cher​wald​.com
 

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