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» Sport | Montag, 03. August 2009

Kunstturnen, Bundesliga: TVW-​Coach Paul Schneider feilt an den neuen Strukturen

(pm). Das Landeskinderturnfest liegt hinter den Gmündern. Ein Fest, das von allen Seiten mit Lob überschüttet wurde. Auch für den TV Wetzgau war es ein Riesenerlebnis. Doch Innehalten war noch nie die Art von Cheftrainer Paul Schneider. Ganz im Gegenteil: Durchstarten ist für den 53-​Jährigen angesagt, denn am 1. Januar 2010 soll die neue Zeitrechnung beginnen.

Herr Schneider, Glückwunsch! Mit 110 Teilnehmern stellte der TVW das größte Feld an jungen Sportlern beim Landeskinderturnfest. Wie war die Stimmung in Ihrem Team am vergangenen Wochenende?
Es hat einfach alles gepasst – Stimmung, Organisation, Wetter. Ein perfektes Turnerfest, auf das wir allesamt sehr stolz sein können. Natürlich auch auf unsere Teilnehmer, die unseren Verein herausragend repräsentiert haben.

Heißt das: Jetzt ist zunächst einmal Pause und Urlaub angesagt?
Ja, aber das heißt nicht, dass wir untätig sind. Ganz im Gegenteil. Im Hintergrund wird an allen Fronten weiter gekämpft. Wir werden diesen Verein, dieses Turnen in Gmünd auf ganz andere Beine stellen. Professionalität ist der Grundsatz. Daran arbeiten wir mit aller Macht – nicht erst seit jetzt, aber ab sofort mit ganz anderen Voraussetzungen.

Stichwort: Halle in der Buchstraße…
Klar, der Schritt Gmünds und des Landes, dieses Zentrum zu bauen, war der größte und wichtigste für uns. Wir freuen uns riesig und sind total dankbar. Bislang war es so, dass wir mit unseren spartanischen Mitteln das Maximum erzielt haben. Jetzt aber haben wir andere Möglichkeiten und werden daran auch unsere neuen Ziele ausrichten.

Reichen dafür allein die neuen Wettkampfstätten?
Ein ganz deutliches Nein! Viel mehr war es richtungsweisend, dass wir parallel mit der neuen Geschäftsstelle auch im Organisationsbereich professionelle Strukturen geschaffen haben. Mit Birgit Schmid haben wir eine perfekte Leiterin. Damit entstehen für uns Trainer viele Freiräume, die wir nutzen wollen – mit aller Macht.

Was ist dabei Ihr Credo?
Wir setzen komplett auf den Nachwuchs. Die DTB-​Talentschule hat einen grandiosen Zulauf, wir können bei den Talenten aus den Vollen schöpfen. Und wir wollen den Jungen und Mädchen die besten Bedingungen bieten, die sie regional jemals angetroffen haben. Wir wollen uns künftig an den großen Zentren messen lassen – wir wurden schon oft belächelt, haben aber immer bewiesen, dass wir das Zeug und auch die Fähigkeiten besitzen, um unsere Ziele Realität werden zu lassen.

Die erste Mannschaft turnt bereits in der Bundesliga… Gibt es da überhaupt noch etwas, was in einer relativ kleinen Stadt wie Gmünd machbar ist?
Wir ruhen uns nicht auf unseren Lorbeeren aus. Wenn wir nach den Weihnachtsferien unsere Halle beziehen können, werden die Strukturen voll und ganz greifen. Wir haben dabei keine Zeit verloren, sondern parallel gearbeitet.

Gibt es konkret genannte Zielsetzungen?
Ja! Wir wollen alles darauf ausrichten, dass wir im Jahre 2016 einen eigenen Vertreter in der Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen haben werden. Dafür muss sich ein Puzzleteil ins andere fügen – und so werden wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, um diesen Traum real werden zu lassen.

Zuvor aber, bevor der TVW in die Buchstraße umziehen wird, steht der Rest der Bundesligasaison an – ein schwieriges Kapitel?
Wir werden alles dafür tun, dass wir drin bleiben. Bisher fühlte ich mich dabei ein wenig wie Felix Magath – zuständig für alles. Aber bei viel weniger Geld (lacht). Jetzt aber werden alle daran arbeiten, dass wir erstklassig bleiben und in Sachen Strukturen noch werden. Doch es gibt noch weitere wichtige Termine vor der Liga: Helge Liebrich bestreitet die WM-​Qualifikation Anfang September, danach folgt für unsere Turner Ende September die Teilnahme am Stausee-​Pokal in Schönberg – ein hochkarätiger Wettkampf, mit unserem Nachwuchs geht es zudem ins Trainingslager nach Ungarn. Uns wird es nicht langweilig! Und Gmünd wird es mit uns nicht langweilig. Wir werden jetzt richtig durchstarten – wie im Jahre 2007 schon prognostiziert.

 

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