Oberbürgermeister Arnold enthüllte Skulptur von Paulamaria Walter auf den „Wegen zur Kunst“
Immer weiter wachsen in Straßdorf die „Wege zur Kunst“. Das neueste monumentale Werk, ein Relief der Gmünder Bildhauerin Paulamaria Walter (1917– 1976), das von 1963 bis 2001 eine Wand der Landeszentralbank in Villingen schmückte, wurde am Samstag vor sehr vielen Besuchern durch Oberbürgermeister Richard Arnold enthüllt. Von Dietrich Kossien
GMÜND-STRASSDORF. In letzter Minute konnte dieses Relief im Kontakt mit noch in Gmünd lebenden Verwandten der Bildhauerin gerettet werden. Das mehrere Quadratmeter große Relief erhielt einen herausragenden Platz an der Ecke Einhornstraße und Költhaldenstraße, wo es sofort die Blicke auf sich zieht.
Am Kapellenweg fand in der Gärtnerei Schmid die Eröffnung statt. Bei bestem Wetter war der Besuch sehr groß. Die Jagdhornbläsergruppe des Reit– und Fahrvereins Gmünd umrahmte mit ihren Klängen die Eröffnung und die anschließende Enthüllung des Reliefs.
Mit Stolz verwies Ortsvorsteher und Fördervereins-Vorsitzender Werner Nußbaum darauf, dass an diesem Tag das siebte Kunstwerk aufgestellt werde. Mit den Wegen zur Kunst habe man ein Forum für die Kunst und damit einen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt Schwäbisch Gmünd geschaffen, der auf Dauer angelegt sei. Der Förderverein hoffe, dass man diese „Wege zur Kunst“ bis zur Landesgartenschau bis in die Stadt hinein fortsetzen könne.
Neben dem neuen Oberbürgermeister begrüßte er zur Eröffnung auch Eckhart Dietz, Rudolf Böhmler vom Arbeitskreis Kultur und den Ersten Bürgermeister Joachim Bläse. Der Ortsvorsteher erinnerte an den großen Aufwand, den der Erhalt, der Transport und der Aufbau des tonnenschweren und mehrere Quadratmeter großen Kunstwerks erforderte. Dafür dankte er einem Team Straßdorfer Bürger. Und zum Schluss seiner Rede stellte er fest, nun gebe es ein „neues Wahrzeichen für Straßdorf“.
Oberbürgermeister Richard Arnold betonte in seinem Grußwort, dieses weitere Kunstwerk in der bedeutenden Reihe Wege zur Kunst sei ein außerordentlicher Glücksfall. Darin sah er ein beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement und dass die „Straßdorfer kunstsinnige und kulturbeflissene Bürger“ seien. Er habe alle Achtung vor so viel Engagement.
Darauf wolle er als Oberbürgermeister hinweisen und auf die Teamarbeit der Beteiligten, wo alles Hand in Hand gelaufen sei. Dabei sprach er dem Straßdorfer Förderverein ein großes Lob aus, der stolz sein könne, dass man wieder Neues in der Stadt auf den Weg gebracht habe.
Eckhart Dietz gab dann nach anekdotenhaften Begebenheiten über Paulamaria Walter eine Einführung in das Werk der Künstlerin, die in diesem Relief aus rotbraun eingefärbtem und goldfarben abgesetztem Beton ein Gleichnis Jesu aus dem Lukas-Evangelium bildnerisch umsetzte und dem Werk den Titel „Die anvertrauten Pfunde“ gab – wohl in Anbetracht dessen, dass damals ihr Relief die Fassade einer Bank zieren sollte.
Die Künstlerin wurde
1917 in Ulm geboren, besuchte die Fachschule für Edelmetallindustrie und erhielt eine Ausbildung bei den Tonwerken Stützel und Sachs in Aalen.
1934 trat sie in die Majolika-Manufaktur Karlsruhe ein. Dort und in Stuttgart besuchte sie die Kunstgewerbeschule und eröffnete später ein Atelier in Schwäbisch Gmünd an der Parlerstraße, arbeitete aber weiter mit der Majolika-Manufaktur zusammen und betätigte sich auch als Bildhauerin. Ihre Werke waren rasch bekannt geworden, nicht zuletzt durch Arbeiten für die „Kunst am Bau“ in etlichen Städten Baden-Württemberg und in der Landeshauptstadt.
Auch hier sollte die Unmittelbarkeit ihrer Kunst – so ihr Ansinnen – den Betrachter direkt ansprechen.
1976 starb sie in Gmünd.
An der Költhaldenstraße erfolgte dann die Enthüllung der Skulptur durch Oberbürgermeister Richard Arnold und Ortsvorsteher Werner Nußbaum.
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