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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 31. August 2009

Gottfried Stangl über 1300 Kilometer im Gmünder Freibad geschwommen

Er ist der König des Gmünder Freibads. Diesen Spitznamen hat er von seinen „Mitstreitern“ erhalten, die wie Gottfried Stangl bei Wind und Wetter jeden Morgen ihre Bahnen im Gmünder Freibad ziehen. Von Jessica Schön

SCHWÄBISCH GMÜND. Den Namen König hat sich der 79-​jährige auch wahrlich verdient – in diesem Sommer hat er die 1300-​km-​Grenze überschritten. Eine beachtliche Strecke – reicht sie doch von Gmünd nach Paris und wieder zurück. „Natürlich habe ich diese Strecke nicht in einer Saison geschwommen“, erzählt Gottfried Stangl schmunzelnd. „Nach einem Sturz hatte ich gesundheitliche Probleme und habe angefangen regelmäßig schwimmen zu gehen.“
Das war 1996 und seit dem sind einige Kilometer zusammengekommen. Besonders stolz ist der pensionierte Schreiner, der früher bei der Firma Ritz im Modellbau gearbeitet hat darauf, dass er sich in den Jahren stets verbessert hat. „Angefangen habe ich 1996 mit 26,2 Kilometern in einer Saison“, erzählt Stangl weiter „aber bis jetzt stieg die Kilometerzahl in jedem Jahr noch an.“
2006 lag seine „Jahresbilanz“, die er sich täglich notiert, schon bei 112 Kilometern. Eine enorme Steigerung – nimmt die sportliche Aktivität bei den meisten älteren Menschen im Alter eher ab, scheint sie bei dem Lindacher Rentner im Gegenteil eher noch anzusteigen.
Vor allem die Gesundheit profitiert von der vielen Bewegung: Dieses Jahr sei er noch kein einziges Mal beim Arzt gewesen, erzählt Gottfried Stangl und führt diese Vitalität auf das regelmäßige Schwimmen zurück.
Neben dem Schwimmen liebt der Rentner die Arbeit in seinem Garten. „Bis vor kurzem habe ich auch noch aktiv gejagt, aber heute reicht mir mein Garten als Revier“, erzählt er lachend.
„Wir sind hier schon wie eine kleine Familie“, sagt Gottfried Stangl über die vielen anderen Rentner, die jeden Morgen für ein paar Stunden ins Bad kommen „beim Schwimmen kochen wir immer.“ Kochen beim Schwimmen!? Eine berechtigte Frage, aber „wir tauschen im Wasser immer Rezepte aus. Ich nehme die Anregungen und Vorschläge immer mit nach Hause und gebe sie dann an meine Frau weiter. So entstand schon das ein oder andere gute Gericht.“
Zum Schwimmen selbst kam Stangl allerdings eher später. „Früher bin ich am Freibad nur vorbeigefahren, aber heute bin ich jeden Morgen hier.“ Und so packt er jeden Morgen seine Badesachen, zieht seine 20 bis 30 Bahnen und geht dann wieder nach Hause „dort wartet ja dann meine Frau mit dem Essen.“
Bekannt ist der in Bayern geborene, aber heute stolze Lindacher für seinen „bayrischen Kampfschwimmstil“. „Den habe ich so benannt. Man schwimmt seitlich und bewegt sich vor allem mit den Armen fort.“
Ansonsten schwimmt der rüstige Rentner gerne Rücken und Brust: „das ist zwar langsamer als Kraulen, aber man bekommt trotzdem Kilometer zusammen“, sagt er. Das stimmt – immerhin reicht die Strecke durch halb Europa und zurück.
 

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