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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 01. September 2009

Oberbürgermeister Richard Arnold führte den neuen Baudezernenten Julius Mihm in sein Amt ein

„Wir werden durchstarten müssen“, so empfing OB Richard Arnold den neuen Baudezernenten. Julius Mihm, im Juni vom Gemeinderat auf acht Jahre gewählt, tritt am heutigen 1. September offiziell sein Amt an. Damit ist die Stadtspitze komplett.

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Gestern sprach der neue Baubürgermeister im Predigersaal den Amtseid, Arnold händigte ihm die Urkunde im Beisein zahlreicher städtischer Mitarbeiter und Amtsleiter, fast aller Ortsvorsteher und einiger Stadträte aus. Damit sei die „Lücke im Führungstrio“ aufgefüllt, so der Oberbürgermeister. Arnold ging auf Julius Mihms Werdegang ein. Seit 2002 fungierte der 44-​Jährige, der in Stuttgart und Hannover Architektur studiert hat, als Fachbereichsleiter für Vermessung und Stadtplanung in Ludwigsburg, zuvor war er Stadtbaumeister in Mengen. Projekte unter seiner Ägide in beiden Städten erhielten Preise, darunter die Revitalisierung einer barocken Toranlage in Ludwigsburg (2006) und der Umbau einer Scheune zu einem Römermuseum in Mengen (2004). Darüber hinaus kann Mihm Erfahrungen mit Archäologie vorweisen.
„Altes zu Neuem zu führen, das ist es, was wir in Gmünd brauchen“, umriss der OB die Aufgabe. Mihm bringe drei wichtige Eigenschaften mit: die Fähigkeit, Urbanität und Bodenständigkeit zu verbinden, die überregionale Vernetzung in den Bereichen Stadtplanung und Archäologie, „und Julius Mihm ist ein Teamworker. Er will nicht mit dem Kopf durch die Wand, er will alle mitnehmen, das ist genau der richtige Weg.“ Der Blick von außen biete eine große Chance, er könne „Auswege finden, wo vorher nur Sackgassen gesehen wurden.“ Außerdem ließen sich „Verkrampfungen“ lösen, „das können wir in Gmünd gebrauchen.“Es gelte, ein gutes Klima zu schaffen in der Stadtverwaltung, die Bürger mitzunehmen. Mihm stehe an der Nahtstelle von Verwaltung und Bürgern, „er ist sich der Sensibilität bewusst.“
Große Aufgaben warteten, vorneweg die Landesgartenschau, „wir müssen die Weichen bis Ende des Jahres stellen.“ Projekte wie Deyhle– und Erhard-​Areal müssten angegangen werden, neue pragmatische Perspektiven im Bauen seien nötig, „wir stehen im Wettbewerb mit anderen Kommunen.“
Dies seien Aufgaben, „nach denen sich ein Baubürgermeister sehnt“, sagte Mihm, der von einer „großen Chance“ sprach. Gmünd habe er vor seiner Bewerbung nur zwei Mal besucht, im Zusammenhang mit Überlegungen zur Lichtgestaltung in Ludwigsburg, „man ist ganz unbefangen.“ Eine zutreffende Charakteristik Gmünds habe er bei dem Historiker Arno Borst nachgelesen: Die älteste Stauferstadt habe ihre Urbanität aus besonderer Kunstfertigkeit der Bewohner und ihrer Eigenständigkeit heraus entwickelt. Die Landesgartenschau biete die Chance, einen Akzent für das 21. Jahrhundert zu setzen. Neue Ideen würden eingebracht. Er sei zuversichtlich, dass sie „insgesamt auf Akzeptanz stoßen“, versprach Mihm.
 

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