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» Schwäbisch Gmünd | Donnerstag, 10. September 2009

MdB und Verkehrspolitiker Winfried Hermann informierte sich gestern in Gmünd über das zukunftsträchtige Pilotprojekt

„Es darf nicht sein, dass in Schwäbisch Gmünd der teuerste und modernste Straßentunnel Deutschlands gebaut und nur mit einer altertümlichen Entlüftungstechnik versehen wird“, schüttelte gestern Winfried Hermann vor Ort den Kopf. Er kündigte eine fraktionsübergreifende Initiative in Berlin an. Von Heino Schütte

SCHWÄBISCH GMÜND. Winfried Hermann gehört zur Riege der erfolgreichsten und bekanntesten Politiker von Bündnis90/​Die Grünen. Er stammt aus Tübingen war langjähriger Landesvorsitzender seiner Partei und ist nun als Bundestagsabgeordneter verkehrspolitischer Sprecher seiner Partei in der Bundeshauptstadt. Und er deutet an, dass er nicht abgeneigt wäre, sogar das Amt des Verkehrsministers zu übernehmen. Bissig sagte er gestern bei seinem Besuch in Schwäbisch Gmünd, dass die SPD nun schon den vierten Bundesverkehrsminister stelle, und alle seien sie seiner Meinung nach unfähig gewesen. Denn sie hätten nur verwaltet und keine nachhaltige Verkehrspolitik gestaltet. Verkehrspolitik sei ganz eng verzahnt mit Problemen und Lösungen im Themenbereich Umwelt– und Gesundheitsschutz.
Vor diesem Hintergrund fanden die Gmünder Grünen gestern einen äußerst aufmerksamen Zuhörer. Ebenso die beiden Ingenieure Bernd Müller und Achim Vonderach von der Firma Ecovac, die hier im Ostalbkreis einen fast zu hundert Prozent effizienten Filter gegen Feinstaub und Abgase für Straßentunnel ausgetüftelt haben. Sie überreichten Hermann auch ein umfangreiches Schreiben mit neuesten Fakten, das sie nun auch an den Ministerpräsidenten des Landes richten. Brigitte Abele, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gmünder Gemeinderat, erinnerte an das Ringen ihrer Partei schon seit Anfang der 90er-​Jahre zugunsten einer Filterlösung. Stadtrat Elmar Hägele ergänzte, dass ja sogar im Katalog des Regierungspräsidiums für Maßnahmen gegen die Feinstaubbelastung in Schwäbisch Gmünd ein Tunnelfilter als die einzig wirklich effektive Möglichkeit beschrieben werde, um eine messbare Wirkung für Verbesserung der Luftqualität zu erzielen. Michael Straub, Leiter der Weleda-​Heilpflanzengärten erläuterte zudem: Die Analytik seiner Firma habe sehr feine und strenge Verfahrensweisen. Sollte sich nur die geringste Belastung der empfindlichen Heilmittelpflanzen durch den geplanten Tunnelabluftkamin am nahen Lindenfirst zeigen, dann könnte sich für das Unternehmen sogar die Standortfrage stellen. Winfried Hermann zeigte sich sehr gut „präpariert“ und bekam nun weitere Informationen über widersprüchliche und fragwürdige Aussagen aus Präsidien und Ministerien in Stuttgart und Berlin. Gleich nach der Bundestagswahl, so versprach er, werde er in Berlin eine fraktionsübergreifende Initiative starten. Ziel: Genehmigung der Mittel für das Pilotprojekt Gmünder Tunnelfilter. Auch sicherheitstechnisch, so rief der Politiker in Erinnerung, sei doch der Gmünder Tunnel nachgerüstet worden. Es wäre ein Unding, würde hier nun der teuerste und modernste Straßentunnel gebaut, dieser jedoch mit einer altertümlichen Methode eines energieaufwendigen Hinausblasens der Abluft versehen werden. Er bedauere, dass die Gmünder Idee in den zuständigen Amtsstuben bislang „schroff und fadenscheinig“ abgewiesen worden sei. Wichtige Bedeutung kommt nun der von den Grünen initiierten Resolution im Gemeinderat zu.
 

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