„Tag der offenen Tür“ bei Oberflächenveredler YTAB in Brainkofen
„Sie sollen sehen können, was hier passiert – und was nicht.“ So begrüßte gestern Arne Vraalsen, Inhaber der Firma YTAB, einige Dutzend Gäste am deutschen Standort des schwedischen Unternehmens in Brainkofen zu einem Tag der offenen Tür. Von Manfred Laduch
IGGINGEN-BRAINKOFEN. Im Grunde kam die Expansion der schwedischen YTAB mit dem Ankauf des früheren Lackier-Unternehmens Geiger in Iggingen-Brainkofen genau zum falschen Zeitpunkt. Unmittelbar nachdem man die nach mehreren Eigentümerwechseln insolvent gewordene Firma übernommen hatte, brach die Weltwirtschaftskrise aus. Inzwischen sehe man aber wieder Land, erklärte Arne Vraalsen.
YTAB erzielt als Spezialist für Oberflächenveredelung
25 Millionen Euro Umsatz pro Jahr an drei Standorten in Schweden, Ungarn und Deutschland. Wobei in Brainkofen auf
10 000 Quadratmetern Fläche mit drei vollautomatischen Lackieranlagen
126 Beschäftigte Anbauteile für die Automobilindustrie produzieren. Zu den Kunden zählen quasi alle renommierten Marken.
Lieferanten und Kunden hatte man gestern eingeladen und Arne Vraalsen beschrieb das vergangene Jahr: Im letzten Quartal
2008 und im ersten
2009 sei der Umsatz um mehr als
20 Prozent eingebrochen – was leider auch einige Kündigungen zur Folge hatte. Im zweiten Quartal dieses Jahres habe sich die Lage stabilisiert. Das dritte sei traditionell eher schwach. Aktuell verbessere sich der Bedarf der Kunden wieder.
Vraalsen beklagte die sehr kurzfristige Disposition der Aufträge. Was heute bestellt werde, solle am besten schon gestern geliefert sein. Ähnlich verhalte es sich mit dem Stornieren von Aufträgen.
Nicht immer einfach sei auch die Finanzierung: Die Lieferanten hätten ihre Rechnungen gern vorgestern bezahlt, die Kunden strebten nach verlängerten Zahlungszielen. Bei alledem ließen die Banken kleine unternehmen ziemlich im Regen stehen.
Er freue sich allerdings, feststellen zu können, dass er mit dem Igginger Team sehr zufrieden sei. Angesichts seiner Unsicherheit, was die Zukunft bringe, sei dies eine wichtige Voraussetzung. Er rechne mit „zwei bis drei Jahren Kampf – und wir sind darauf vorbereitet.“
Das Pfund, mit dem YTAB allgemein und besonders auch am Standort Brainkofen wuchern könne, sei die Qualität. Schließlich mache eine gute Lackierung den optischen Unterschied des Produkts.
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