Training für Feuerwehrleute aus dem Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein
Was tun bei Verkehrsunfällen? Dieser Frage gingen am vergangenen Wochenende über 200 Feuerwehrleute aus den Kreisen Ostalb, Göppingen und Rems-Murr nach. Von Andrea Klingenmaier
HEUBACH. Bei einem Ausbildungswochenende in Heubach, welches von den Wehren der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein und Schechingen organisiert wurde, zerlegten die Teilnehmer rund
50 Schrottautos, um im Einsatzfall fit zu sein. Für dieses Wochenende wurden zirka
40 Ausbilder und Helfer von der Firma Weber-Hydraulik intensiv geschult, um ihr Wissen in Heubach an andere Kameraden weitergeben zu können.
Jeder Ausbildungsteilnehmer durchlief ein sechsstündiges Seminar, bei dem zunächst theoretische Grundlagen sowie eine Einführung in Gefahren und Probleme der neuen Fahrzeuggeneration gegeben wurde. Danach konnten die Teilnehmer in drei Praxisstationen Hand anlegen und ihnen wurde ein mögliches Vorgehen bei den Einsatzszenarien „Auto auf Rädern“, „Auto in Seitenlage“ und „Auto in Dachlage“ gezeigt. Um das Ganze möglichst realitätsnah zu gestalten, wurde die Gruppe der Realistischen Notfalldarstellung vom
DRK–Ortsverein Bartholomä engagiert, die bei jedem Ausbildungsdurchgang die verletzten Fahrer mimten. „An einer Puppe zu üben ist einfacher, die wehrt sich nicht, aber hier merkt man erst, auf was geachtet werden muss und wie sich eine verletzte Person fühlen muss,“ so ein Teilnehmer der Ausbildung, der als „Innerer Retter“ in ein auf dem Dach liegendes Fahrzeug klettern musste, um die verletzte Person zu betreuen und zu versorgen.
Die Hauptinitiatoren der Veranstaltung, Thorsten Sperrle und Heinz Pfisterer, wollten mit ihrer vor einem Jahr entstandenen Idee erreichen, dass alle Wehren — egal ob groß oder klein — wissen, was sie mit ihren vorhandenen Geräten leisten können. Nicht jede Wehr hat schwere Rettungsgeräte wie Hydraulik-Schere oder Spreizer und so legte man in Heubach ebenfalls Wert darauf, Provisorien vorzustellen, die jede Wehr bereits besitzt oder einfach selbst herstellen kann.
Am Sonntag war Besuchertag. Hier kamen zahlreiche Neugierige, um zu sehen, was die Feuerwehren im Ernstfall leisten. Aber nicht nur die Ausbildung konnte begutachtet werden, es gab eine Fahrzeugschau und man konnte in einem Aufprallsimulator der Firma
TRW aus Alfdorf am eigenen Leib erfahren, welche Kräfte auf Fahrzeuginsassen bei einem Verkehrsunfall wirken. Zu Gast waren an diesem Sonntag auch die Bürgermeister und Gemeinderäte aus verschiedenen Gemeinden des Kreises. Sie bekamen von den Organisatoren eine umfassende Einweisung und konnten teilweise am eigenen Leib erfahren, welchen Kraftaufwand die Feuerwehrleute aufbringen müssen, um eingeklemmte Personen aus einem Fahrzeug zu befreien.
Das Ausbildungswochenende war ein voller Erfolg, was alle Teilnehmer bestätigen konnten. Ein Teilnehmer meinte sogar: „Hier habe ich mehr gelernt als bei einem Lehrgang zur Technischen Hilfe bei Verkehrsunfällen an der Landesfeuerwehrschule.“ Eine Bestätigung, die den Organisatoren zeigt, dass sie alles richtig gemacht haben — trotz mancher Kritik im Vorfeld. Eine solch umfassende Ausbildungsveranstaltung im Bereich Technische Hilfe ist bisher einmalig im Ostalbkreis und wäre ohne viele Helfer und Sponsoren nicht durchführbar gewesen. Die Veranstalter verbrachten viel Zeit mit der Vorbereitung und da es soviel positive Resonanz gab, kann man sicher sein, dass es irgendwann wieder ein VU-Weekend der Wehren der Verwaltungsgemeinschaft Rosenstein geben wird.
Noch keine Kommentare vorhanden.