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» Ostalbkreis | Samstag, 12. September 2009

Beim Togo-​Fest auf dem Schlatthof kann man sehen, wie Technik die Handarbeit im Stall ablöst

Melkmaschinen gibt es schon lange und von Hand gemolken wird so gut wir gar nicht mehr. Dass Kühe aber völlig selbstständig den Melkstand betreten und dort automatisch vom Roboter gemolken werden, klingt wie eine Zukunftsvision. Auf dem Schlatthof und in zwei anderen Betrieben im Gmünder Raum ist es schon Realität. Von Gerold Bauer

WALDSTETTEN. „Ich möchte dieses Gerät nicht mehr missen“, sagt Schlatthof-​Bauer und Kreisbauernverbandsvorsitzender Anton Weber ohne Wenn und Aber. Sein Sohn Michael pflichtet ihm bei und verweist darauf, wie sich das Berufsbild des Landwirts immer mehr verändert. „In vielen Bereichen ist die körperliche Arbeit zurückgegangen, stattdessen sind technisches Know-​how und Kenntnisse am Computer erforderlich“, sagt Michael Weber und bringt dies als Ausbilder auch dem landwirtschaftlichen Berufsnachwuchs bei. Freilich reicht es keineswegs aus, einen Melkroboter in den Stall zu stellen. Ohne ein ausfeiltes Herdenmanagement funktioniert dieses System nicht. Dazu tragen alle Kühe elektronische Chips, mit denen sie der Roboter identifizieren kann. Die Maschine weiß also immer genau, welches Tier gerade da ist und ob die Kuh eine „Melkberechtigung“ hat. Gleichzeitig werden beim Melken umfangreiche Daten erfasst, zum Beispiel die Milchmenge und die Qualität. Mit Hilfe einer Lichtdurchlässigkeitsmessung erkennt der Melkroboter schneller als das menschliche Auge jene Zellabtragungen, die auf eine Verletzung oder eine Entzündung des Euters hindeuten und schlägt entsprechend Alarm.
Ein Laser-​System „tastet“ die Euter ab und positioniert die so genannten „Zitzenbecher“ an der richtigen Stelle. Dabei wird jede Zitze individuell gemolken.
 

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