Museum der Mittelsteinzeit und Geschichtenmuseum in Untergröningen noch einmal geöffnet
Im Schloss Untergröningen geht nun bereits die zweite Saison des Museums der Mittelsteinzeit und des Geschichtenmuseums zu Ende. Das wird am Wochenende mit einem kleinen Programm insbesondere für Kinder gewürdigt.
ABTSGMÜND-UNTERGRÖNINGEN (rz) — Zur Erinnerung: Im frisch renovierten Südflügel setzte der Heimatverein Untergröningen einen langgehegten Wunsch in die Tat um und realisiert sein Museumskonzept. Zwei Räume im Erdgeschoß stehen dem Heimatverein im Südflügel des Schlosses zur Verfügung.
130 Quadratmeter werden insgesamt genutzt.
80 000 EUR investierte der Heimatverein in sein Wunschprojekt — eigenes Vermögen, sowie Zuschüsse der Gemeinde und des Landes.
Das Konzept für das Museum lieferte
Prof. Frieder Grindler dem Heimatverein. Dieser, seit über
20 Jahren in Untergröningen lebende deutschlandweit renommierte Grafik-Designer, investierte viel Können und Engagement in die Umsetzung des Museumsprojekts.
Der kleinere Raum mit rund
50 Quadratmetern zeigt regionale Fundstücke aus der Mittelsteinzeit. Hier wurde aus über
100.
000 Exponaten ausgewählt. Bei der Zusammenstellung der Exponate hat sich vor allem der Untergröninger Klaus Posselt, leidenschaftlicher Experte für die Epoche der Mittelsteinzeit, verdient gemacht.
Besonders im Gmünder Raum finden sich zahllose Funde — dies ist auf die zwei wichtigen Routen zurückzuführen, die sich hier kreuzten: zum einen die Nord-Süd-Verbindung zum anderen, der noch wichtigere
80 Kilometer lange Höhenrücken zwischen Rems und Lein. Dieses Gebiet ermöglichte den frühen Nomaden ein bequemes Weiterziehen ohne Steigungen oder Flussüberquerungen, außerdem Orientierung im waldreichen, unübersichtlichen Gebiet. Exotische Funde, wie
z.B. Schmuckschnecken aus dem Atlantik– und Mittelmeerraum belegen, dass diese Strecke wohl ein Teil des frühen Fernhandels war.
Die steinernen Funde aus der Zeit des Mesolithikums (
10 000 bis
5000 v.Chr.) werden in der Präsentation im neuen Museum zum „Sprechen“ gebracht. Die Besucher werden mittels Zeittafeln, aber auch via lebensecht gestaltete Bilder und Wandtafeln, interaktivem Kartenmaterial, Kurzfilmen und Sonderaktionen in diese Welt hineinversetzt.
Der zweite Raum ist Untergröningen selbst und den Menschen gewidmet, die hier in den vergangenen Jahrhunderten und auch heute noch leben. Dokumentation des Alltags vor Ort und somit der Untergröninger Geschichte.
Die Themenfelder sind beinahe unerschöpflich: Briefe aus Amerika von Auswanderern, Wanderkinos und der erste Fernseher, Arbeitsbedingungen, Bräuche, Feste, Nahrungsmittelaufbewahrung, Legenden und Anekdoten. Das Ergebnis ist ein lebensnaher Blick in die noch nicht allzu weit zurückliegende und dennoch so andersartige Vergangenheit der Generation unserer Großeltern
Das Museum im Südflügel des Schlosses ist für dieses Jahr am Sonntag,
13. September, von
14 bis
18 Uhr letztmals geöffnet. Der Eintritt ist an diesem Tag frei. Der Heimatverein bietet Kaffee, hausgebackene Kuchen und Erfrischungsgetränke an.
Zum Ausklang werden am Spätnachmittag Maultaschen in der Brühe serviert. Insbesondere Kinder sind an diesem Tag herzlich willkommen: Für sie gibt es verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten, sowie Video-Filme zum Anschauen. Tierfiguren wie Säbelzahntiger, Elefanten und Bären werden verkauft. Von Oktober bis Ende April
2010 ist das Museum generell geschlossen. Gruppen können sich jedoch im Rathaus Untergröningen, Tel.
0 79 75 –
9 57 10, zur Führung und Besichtigung des Museums jederzeit anmelden. Auch Bewirtung ist möglich.
Am kommenden Sonntag endet auch der neunte Kunst– und Kultursommer im Schloss, bzw. das regenbogenbunte multimediale Ausstellungsprojekt „die blühende Fantasie“ (die RZ berichtete). Zwölf Künstlerinnen und drei Künstler haben der Kunstverein KISS und die beiden für die Ausstellung verantwortlichen Kuratoren
Dr. Otto Rothfuss und Margarete Rebmann in diesem Sommer zu sich ins Untergröninger Schloss geholt. Außerdem zeigt Frieder Grindler Arbeiten der letzten Jahre wie Plakate für Schauspielhäuser.
Dazu wurde im neu renovierten Südflügel eine umfangreiche Ausstellung auf der ersten Etage aufgebaut. Wachsen, blühen und gedeihen — mit diesem Dreiklang umschreibt die Ausstellung, was die Menschen vom Wirken Floras im Pflanzenreich erwarten.
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