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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 14. September 2009

Gestern festliche Altarweihe im Gmünder Münster mit Bischof Gebhard Fürst

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes hat gestern Bischof Gebhard Fürst im Gmünder Münster den neuen Altar geweiht und dessen Symbolik verdeutlicht. Von Dietrich Kossien

SCHWÄBISCH GMÜND. Die musikalische Bereicherung des Gottesdienstes schufen unter anderem Münsterorganist Stephan Beck, Münsterchor, Solisten und Orchester unter Leitung von Hubert Beck. Nach dem feierlichen Einzug unter dem Klang der Orgel und dem Eingangslied „Lob Gott den Herren alle Welt“ begrüßte Münsterpfarrer Robert Kloker zur Feier der Altarweihe am Tag des Kirchenpatroziniums Bischof Gebhard Fürst, Vertreter des öffentlichen Lebens, die der evangelischen Schwestergemeinden, den Künstler Klaus Simon und die vielen Gottesdienstbesucher. Bischof Gebhard Fürst besprengte die Gemeinde zur Tauferinnerung und Bußbesinnung mit gesegnetem Wasser und segnete den Ambo als den Ort der Wortverkündigung mit Weihwasser. Nach dem Kyrie und dem Gloria mit Solisten, Chor und Orchester, der Lesung und dem Evangelium nach Johannes wies Bischof Gebhard Fürst auf die Bedeutung des christlichen Kreuzes als Heilszeichen der Hoffnung hin. Die gekreuzten Balken lenkten den Blick des Glaubens und der Hoffnung nach oben. Moses habe, so im Text der Lesung, in der Gefahr durch Schlangen in der Wüste ein ursprünglich magisch verstandenes Schlangenbild an einem Pfahl erhöht, um bei seinem Volk einen Blickwechsel auf den einen Gott Israels zu bewirken und damit das Leben der Menschen aus der Gefahr zu retten. Christus sei am Kreuz erhöht worden und habe so mit seinem Leiden die Menschheit erlöst. Bischof Fürst wies darauf hin, dass auch der neue Altar im Münster von Schwäbisch Gmünd, dessen Patrozinium am Fest Kreuzerhöhung gefeiert werde, diese Botschaft vermittele. Das über Leid und Gefahr erhöhte Kreuz „wird für uns zur Planke des Heils, ein rettendes Holz auf dem Meer unseres Lebens.“ Nun habe man in der Gemeinde das lange verfolgte Ziel des neuen Altars erreicht. Dafür sei man dankbar. In der Mitte des neu gestalteten Altarraumes stehe jetzt der Altar als der würdige Mittelpunkt des liturgischen Raumes. Er sei Mittelpunkt der Feier der Eucharistie als Kraftquelle und des Ziels des Glaubens, in der Mitte des christlichen und des eigenen Lebens. Er sei ein Zeichen dafür, dass Gott in Jesus Christus in unser Leben gekommen sei, da sei und sich uns immer wieder neu schenke. Jesu sei die lebendige Wirklichkeit und Zeichen dafür, dass das Leben über eine zerstörerische Welt obsiege. In dieser Hoffnung möge man heute leben und sie den Menschen weiter geben.
Auf die Symbolik des Altars weiter eingehend hob der Bischof hervor: Die fünf eingeritzten Kreuze seien die Signatur für die fünf Wunden Christi, und mit den brennenden Kerzen sollten diese Male des Herrn verehrt werden. So sei der Altar die verbindende Mitte und das Zeichen der Hoffnung, wo sich Zeit und Ewigkeit im Zeichen des Kreuzes berühren würden. Der große Ritus der Weihe wurde dann eingeleitet durch die Allerheiligenlitanei, der die Beisetzung der Reliquien unter dem Altar in den eigens dafür freigelassen Bereich folgte, der dann wieder zugemauert wurde. Münsterpfarrer Kloker fiel dabei die Ehre zu, die Kapsel, in der sich die Reliquien des Heiligen Reparatus und der Heiligen Adaucta befinden, auf einem roten Kissen heranzutragen. Nachdem die Kapsel dem Reliquiengrab unter dem Altar übergeben war, besprengte Bischof Fürst den Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit Chrisam, dem Öl, das auch bei Taufe und Firmung Verwendung findet. Eindrucksvoll war dann das Verbrennen des Weihrauchs in den Ecken des Altars, wobei vier Brandspuren in Kreuzform bleiben sollen.
Während die Gemeinde das Heilig-​Geist-​Lied sang, sprach der Bischof vor dem Altar kniend das Weihegebet. Sodann wurde der Altar durch das Auflegen des Altartuches und das Entzünden der Kerzen bereitet, damit der Bischof nach alter Tradition die erste Eucharistie vor dem neuen Altar mit der Gemeinde feiern konnte.
Nach dem feierlichen Gottesdienst mit der ersten feierlichen Eucharistie vor dem neuen Altar waren noch alle zu einem Beisammensein auf dem Münsterplatz eingeladen.
 

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