Togofest: Anton und Barbara Weber freuten sich über mehr als 5000 Gäste
„So gut war’s noch nie“ – ein Satz, den nicht nur die Webers am Wochenende mehrfach hörten. Überhaupt war das 13. Togofest auf dem Schlatthof ein Fest der Superlative: Noch nie kamen so viele, noch nie halfen so viele und vermutlich wurde auch noch nie so viel Geld für die Togo-Hilfe erwirtschaftet.
WALDSTETTEN
(bt). Von ungefähr kommt so ein Erfolg nicht. Rund
150 Helfer zählte der Verein „Hilfe für Togo“, allesamt Ehrenamtliche, die sich das Wochenende um die Ohren schlagen. Und was da nicht alles geleistet wird: Aus der Kölner Gegend ist bereits im achten Jahr die „Spülkolonne“ angereist, die Fahrt– und Übernachtungskosten selbst trägt, nur um hier unentgeltlich schmutziges Geschirr spülen zu können – mittlerweile hilft sogar schon die zweite Generation aus. Der
CDU–Ortsverband übernahm wie immer den Abräumdienst. „Ich darf gar nicht anfangen“, sagt die Chefin, „sonst muss ich alle nennen“. Am Samstag wurde das Drachenfest des Gmünder Drachenclubs gefeiert (die RZ wird berichten), und mit den Madows, die ihr Konzert den Kindern in Togo schenkten, wurde die Nacht zum Tag: „Von dieser Party wird man noch nach Jahren sprechen“, lachte gestern ein ziemlich erschöpfter Helfer: „Vogelwild, Wahnsinns-Stimmung“. Gestern kamen vor allem die Familien. Die Kinder setzten sich in eine Kran-Gondel oder freuten sich an Kutschfahrt, Strohhüpfburg und Spielwiese. Jede Menge Neues und Altes wurde gezeigt, vom Melkroboter bis hin zur aussterbenden Kunst des Korbflechtens – sämtliche Aussteller spendeten einen Teil ihres Erlöses. Zur Kaffeestunde, zu der über
100 selbst gemachte Torten und Kuchen gereicht wurden, spielte das Seniorenorchester Kaffeehausmusik.
Im Zentrum des Geschehens war wie immer der mit einer großen Tombola und vielen Informationen verbundene Togobasar: Denn bei aller Stimmung, bei aller Freude: Niemand vergaß an diesem Wochenende, warum der Verein – allen voran natürlich die Webers – dieses Fest feiert. Die Kosten für
100 Kilo Mais haben sich in Togo vervielfacht; statt
6 Euro wie im Jahr
2003 werden jetzt bis zu
63 Euro verlangt. Viele Menschen hungern mittlerweile; die Situation spitzt sich weiterhin zu, da aufgrund der immer weniger werdenden Nahrungsmittel sogar das Saatgut im Kochtopf landet. Noch nie war die Arbeit des Vereins so wichtig.
Über dem Kampf gegen akute Unterernährung geht es den Webers wie immer auch um Zukunftsprojekte. Um Schulen und Schulbänke, Ausbildungschancen, Aufforstung, Landwirtschaftskonzepte, die nachhaltig helfen. So vieles wurde bereits aufgebaut, finanziert, verwirklicht, Und so viel muss noch getan werden.
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