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» Sport | Donnerstag, 17. September 2009

Fußball, Oberliga: Dominik Kaiser kehrt nach seinem Wechsel zur TSG Hoffenheim in den Schwerzer zurück

(pat). Einen großen Sprung wagte Dominik Kaiser in der Sommerpause. Von der Gmünder Normannia wechselte er zur zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim und trainiert dort unter Profibedingungen. Vor der ersten Rückkehr in den Schwerzer spricht der Mittelfeldspieler über den neuen Verein und den Auszug aus dem „Hotel Mama“.

Hallo Dominik, wie sehr freust Du Dich über die Rückkehr in den Schwerzer?
Ich freue mich sehr darauf. Ich bin gespannt, wie das Spiel verlaufen wird. Es wird interessant und für mich ist es natürlich etwas besonderes.
Nach holprigen Start – 0:1-Niederlage bei der Aufsteiger Weinheim – läuft es inzwischen bei der TSG Hoffenheim II …
Vom Gefühl her waren wir gut vorbereitet. Wir hatten sehr gute Ergebnisse in der Vorbereitungszeit. Umso überraschender waren die Probleme im ersten Punktspiel. Trotzdem haben wir uns gleich gesagt, wir wissen, dass wir ein gute Truppe sind und wir holen uns die Siege eben woanders. Durch die vielen Neuzugänge hat es eine Zeit gedauert, bis sich eine Hierarchie gebildet hat. Diese ist sehr wichtig für ein Team.
Weg von „Hotel Mama“. Wie hast Du Dich bei Deinem neuen Verein eingelebt?
Die ersten Wochen habe ich mit zwei, drei anderen Spielern in einer Ferienwohnung verbracht. Das war ganz witzig. Seit Anfang August habe ich nun eine Wohnung in Wiesloch. Es klappt ganz gut. Ich habe hier einige Mitspieler und Kumpels, die fast neben mir wohnen. Mit der Mannschaft hat es sowieso gleich gepasst. Zum Thema „Hotel Mama“. Ich habe Zeit gehabt mich darauf vorzubereiten und habe mir im letzten Jahr einige Sachen aneignen können. Aber es ist schon etwas anderes. Man merkt schnell, wo das Geld hängen bleibt, wenn man sich selbst versorgen muss.
Bei der Gmünder Normannia warst Du unumstrittener Stammspieler, in Hoffenheim wirst Du nun ein– und ausgewechselt. Ist das eine große Umstellung für Dich?
Für mich ist das zu diesem Zeitpunkt kein Problem. Klar ist es schade, wenn man im Training die ganze Woche in der ersten Elf spielt, dann Profis nach unten rutschen und man sich auf der Bank wiederfindet. Aber ich bekomme meine Einsatzzeiten. Bei uns sitzen so viele gute Spieler auf der Bank, die es auch verdient hätten zu spielen. Wir haben bisher noch nie in der gleichen Formation gespielt.
Wo sind die großen Unterschiede zwischen der TSG und der Normannia?
Der Trainingsumfang ist ein großer Unterschied. Außerdem ist das ganze Drumherum viel professioneller. So auch die medizinische Betreuung. Nach jedem Training gibt es Regenerationsmaßnahmen. Die Vorbereitung aufs Spiel erfolgt mit verschiedenen Videos. Wir haben einen eigenen Kameramann, der auch oft bestimmte Trainingsformen filmt, die dann analysiert werden. Einen Tag in der Woche haben wir frei, mindestens zweimal wird doppelt trainiert.
Hast Du Kontakt zu den Spielern der ersten Mannschaft und zu Trainer Ralf Rangnick? Im Test gegen den VfR Aalen durftest Du ja in der Bundesliga-​Elf mitspielen.
Es gibt Kontakte, man kennt sie alle. Zu manchen habe ich einen guten Draht, zu anderen weniger. Während der Länderspielpause haben wir U-​23-​Spieler teilweise oben mittrainiert. Der Kontakt wird noch enger, wenn das neue Trainingsgeländer fertiggestellt ist. Momentan trainieren wir noch an verschiedenen Orten. Ralf Rangnick verfolgt die Spiele der U 23. Vor allen Dingen, wenn wir zuhause spielen.
Wie kommt es dazu, dass ein Kicker der U 23 im Bundesliga-​Team mittrainieren darf?
Teilweise ist es positionsbezogen. Fehlt oben ein Innenverteidiger rutscht einer von unten nach oben. Aber, es werden auch gute Leistungen belohnt. Unser Trainer Markus Gisdol ist auch im Stab der Profis dabei. Es gibt einen engen Austausch mit Ralf Rangnick.
Wie lange läuft Dein Vertrag in Hoffenheim?
Zwei Jahre. Bis jetzt passt es richtig gut. Es macht Spaß dort zu trainieren.
Dein Bruder Steffen hat im Sommer seine Karriere bei der Normannia beendet. Ist er nun als Zuschauer bei der TSG zu finden?
Er verfolgt alles mit. Kommt vorbei, schaut sich die Spiele an. Er findet es einfach gut, dass ich die Chance habe hier reinzuschnuppern. Er freut sich für mich.
Willst Du Dich nur auf den Fußball konzentrieren oder fängst Du im Oktober an zu studieren?
Ich habe mich mal in Heidelberg beworben. Das liegt ja ganz geschickt für mich. Ich kann es noch nicht sagen, wie weit es mit dem Studium klappt. Ich werde mich mit Sicherheit einschreiben. Wenn wir nur einmal Training am Tag haben, ist das für mich zu wenig. Da muss ich schon noch etwas anderes machen. Ich werde die Zeit nutzen, um an der Uni reinzuschnuppern.
In welche Richtung soll das Studium gehen?
Wahrscheinlich Richtung Lehramt, aber ich will mich noch nicht endgültig festlegen. Für Sport bin ich schon eingeschrieben, jetzt muss ich mir noch ein zweites Fach raussuchen.
Hast Du Hoffnungen auf einen Platz im Kader der Bundesliga-​Mannschaft?
Für mich ist das noch recht weit weg. Ich beschäftige mich mit der U 23, will dort meine Leistung bringen, gute Spiele in der Oberliga machen und am besten in die Regionalliga aufsteigen.
Wie geht das Spiel am Samstag gegen die ehemaligen Teamkollegen aus?
3:1 für Hoffenheim.
 

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