Ab 24. September Geburten nur noch im neuen Stauferklinikum in Mutlangen
Das Ende des Margaritenhospitals und gleichzeitig Neubeginn als „Haus der Gesundheit Margaritenheim“ sind eingeläutet: Ab 24. September sind Klinikgeburten nur noch in Mutlangen möglich. Der Landkreis verkauft das Gmünder Hospital, um es zwecks Vermarktung wieder zurückzumieten.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Diese Verfahrensweise klingt kompliziert – und sie ist es auch. Wie Landrat Klaus Pavel am
7. August bei der Projektvorstellung im Margaritenhospital darlegte, werde der Landkreis in Zeiten sehr knapper Finanzen versuchen, ein völlig neues Finanzierungsmodell in die Tat umzusetzen. Angestrebt wird der Verkauf von Kapitalbriefen durch die Kreissparkasse, womit sich jeder Bürger am projektierten „Haus der Gesundheit Margaritenheim“ beteiligen kann. Im Margaritenheim soll ein Zentrum für ambulante Operationen eingerichtet werden. Auch Fachärzte und Dienstleister der Gesundheitsbranche wollen sich engagieren. Zudem Allein
3000 der insgesamt
8000 Quadratmeter Nutzfläche will das Zentrum für Psychiatrie Winnenden belegen, um hier ein regionales Zentrum für Psychosoziale Medizin zu etablieren. Im südlichen Seitenteil des Krankenhauskomplexes ist die Rückkehr der Untermarchtaler Schwestern geplant, die ja einst die Gmünder Frauen– und Kinderklinik in ihrer Obhut hatten, ehe diese vom Landkreis übernommen wurde. Der Orden will dort nun eine Pflegeeinrichtung betreiben. Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Zwänge hatten sich Landkreisverwaltung und Kreistag für die Zusammenlegung der Krankenhäuser im zukünftigen Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd bei Mutlangen entschieden, wo ein großzügiger Neubau entstand. Das neuartige Finanzierungsmodell für Umwandlung des Margaritenhospitals sieht nun so aus, dass der Landkreis die Immobilie zunächst verkauft. Im Gespräch ist hierbei die DAL-Gruppe mit Sitz in Wiesbaden. Hierbei handelt es sich um einen Spezialisten für liquididätsschonende Leasing– und Mietlösungen für Großimmobilien. DAL ist Verbundpartner der Sparkassen-Finanzgruppe, um von dort die Idee mit den Kapitalbriefen in die Tat umzusetzen. Der Landkreis und die mit der Vermarktung beauftragte Ostalbkreis Service
GmbH, die Tochtergesellschaft des Ostalb-Klinikums Aalen ist, können dann das Margaritenhospital anmieten, um dann als Untervermieter die besagten Flächen den einzelnen Interessenten anhand geben. Einkalkuliert in dieses Immobiliengeschäft müssen auch die Umbaukosten, die gegenwärtig erfasst werden. Erste Erhebungen belaufen sich auf etwa elf Millionen Euro. Der Kaufpreis durch die DAL soll um die
6,
5 Millionen Euro betragen. Der Handel muss in den nächsten Wochen über die Bühne gebracht werden. Denn die Erwartung von Landrat Pavel wurde schon formuliert: Er sei überzeugt, dass dieses neue Gesundheitszentrum bereits
2011 schwarze Zahlen schreiben werde. Denn eine Vollvermietung der Flächen zeichne sich bereits ab. Währenddessen werden die Gmünder Kreißsäle geschlossen: Ab
24. September werden Babys nur noch in Mutlangen das Licht der (Gmünder) Welt erblicken.
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