Film– und Diskussionsveranstaltung der Grünen zum Thema Lebensmittel
Über 100 interessierte Bürger folgten der Einladung des Kreisverbands der Grünen ins Turm Theater. Bündnis 90/Die Grünen zeigten den Film „We feed the world – Essen global“.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Der Titel des Films stammt vom Werbeslogan des Agrarkonzerns Pioneer. Der
2005 von Erwin Wagenhofer inszenierte Film ist ein sehr erfolgreicher österreichischer Dokumentarfilm. Allein im deutschsprachigen Raum erreichte der Film rund
600 000 Kinobesucher.
Michael Straub, neu gewählter Vorstand des Kreisverbandes Schwäbisch Gmünd, erläuterte den Zuschauern in groben Zügen den Inhalt des Films. „We feed the world“ wirft ein kritisches Licht auf die zunehmende Massenproduktion von Nahrungsmitteln und die Industrialisierung in der Massentierhaltung. Am Beispiel des genmanipulierten Anbaus von Soja in Brasilien durch die Grupo Amaggi, und dem Anbau von Hybrid-Auberginen in Rumänien erläuterte der Film den Zuschauern, wie dort die Bauern durch das genmanipulierte Saatgut von Nahrungsmittelkonzernen, wie z. B. Pioneer und Nestlé abhängig gemacht werden. Aus dieser Art der Nahrungsmittelproduktion resultiert letztendlich die Not der Bauern vor Ort und in der dritten Welt. Ulrike Sturm, Bundestagskandidatin der Grünen im Wahlkreis Schwäbisch Gmünd/Backnang hob in ihrem Grußwort darauf ab, dass es wichtig sei, beim Einkaufen darauf zu achten, heimische Bauern und Direktvermarkter zu unterstützen. Auch gäbe es inzwischen für Menschen mit weniger Einkommen, die Möglichkeit „Bio-Produkte“ in sozialen Warenhäusern und Supermärkten zu erwerben, meinte sie. Im Anschluss nutzten die Besucher die Gelegenheit zum Gedankenaustausch bei „fair“ gehandelten biologischen Häppchen, Bio-Säften und Sekt aus dem „Weltladen“. Am Infostand des Aktionsbündnisses „Gentechnikfreie Ostalb“ konnten sich die anwesenden Bürgerinnen und Bürger über die negativen Folgen der Gentechnik informieren.
Michael Straub, Leiter Heilpflanzenanbau und –forschung der Firma Weleda moderierte nach dem Film die Diskussion, die sich unter den sehr betroffenen Zuschauern entwickelte. Die im Film drastisch dargestellte Umweltzerstörung durch die industrialisierte Landwirtschaft, der Raubbau an der Natur und die sinkende Nahrungsmittelqualität beschäftigte die Besucher noch lange. Es wurde deutlich, dass die Lösung in einer nachhaltigen, ökologisch orientierten Landwirtschaft mit regionalem Bezug liegt. Um gemeinsam diesen Weg mit großen Schritten zu gehen, braucht es informierte Verbraucher. Aber genau so wichtig ist eine Politik, die auf kommunaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene eine neue Agrarpolitik anstößt und durchsetzt. Dafür steht die Partei Bündnis
90/Die Grünen.
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