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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 22. September 2009

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen besuchte das Mehrgenerationenhaus des Gmünder DRK in der Josefstraße

Der Besuch war seit langem geplant, schon im vergangenen Jahr. In der Endphase des Bundestagswahlkampfes passte es. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) besuchte am Montag das Mehrgenerationenhaus des DRK–Kreisverbandes Schwäbisch Gmünd.

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Die Polizei sperrte am Mittag die Josefstraße, draußen warteten zur Begrüßung der Ministerin DRK–Kreisvorsitzender Reinhard Kuhnert, die Bundestagsabgeordneten Norbert Barthle (CDU) und Christian Lange (SPD), Bürgermeister Joachim Bläse und viele Haupt– und Ehrenamtlichen des DRK. Nicht zuletzt jener Mann, bei dem sie einst Assistenzärztin war, Prof. Dr. Dieter Maas. Für OB Richard Arnold, der etwas später hinzustieß, stellte von der Leyens Besuch „den Ritterschlag für das Haus“ dar.
Kuhnert stellte das Mehrgenerationenhaus als offenen Stadtteiltreff und „zukunftsträchtige Lebensform“ vor. Im Zuge des gesellschaftlichen Wandels könne das Mehrgenerationenhaus das schwächer werdende familiäre Netzwerk kompensieren. Auf die Mehrgenerationenhäuser ist Ursula von der Leyen stolz, sie sind ihr Projekt. Sie habe damit in Niedersachsen begonnen und sie dann auf die Bundesebene übertragen, fünf sollten ursprünglich genehmigt werden, 500 sind es mittlerweile geworden, „in jedem Landkreis, in jeder kreisfreien Stadt eines.“ Sie sind unterschiedlich, doch sie alle dienen dem Verhältnis und der Verbindung der Generationen untereinander: „Wir merken heute, dass Alltagskompetenzen verloren gehen, wenn die Generationen nicht miteinander etwas tun. Dann braucht es im Fernsehen die Super-​Nanny.“ Dabei seien die Kinder nicht anders als früher — unerfahren. „Man muss die Alten haben, um weiterzuhelfen“, oder, wie das Sprichwort sage, es brauche ein ganzes Dorf, um Kinder großzuziehen. „Es gibt soviele Ältere wie nie zuvor, aber noch nie sind sie so fit gewesen.“ Botschaft in Zeiten sich zerstreuender Familienverbände: „Man kann sich untereinander helfen, ohne miteinander verwandt zu sein.“ Den Boden dafür sollen die Mehrgenerationenhäuser bereiten.
Schließlich gehe es auch um die Teile des Lebens, die schwierig seien: Alzheimer stehe als neues Phänomen da, „obwohl eine Million Menschen erkrankt sind.“ Die Familien dürften nicht alleine gelassen werden. Ihre Folgerung: „Lasst uns den Zusammenhalt der Generationen fördern.“ Die Ministerin machte sich auf einen Rundgang durchs Haus, besuchte die Betreuungsgruppe Leuchtturm, in der an Demenz erkrankte Menschen mit Übungen gefördert werden, die ihr Wohlbefinden stärken. Was auch die Angehörigen entlastet. Das Gmünder Haus war eines der ersten mit einem solchen Angebot, die Pionierarbeit bei der Schulung ehrenamtlicher Demenzbetreuer würdigte die Ministerin besonders. Weiter ging’s zur betreuten Spielgruppe für Kinder, ein offenes Angebot in Zusammenarbeit mit dem Verein Wippidu und der Stadt, das mehr Räume bräuchte. Schließlich noch eine Stippvisite beim „Interkulturellen Frauenfrühstück“, Teil des Integrationsangebotes. Auch hier war Ursula von der Leyen interessierte Zuhörerin. Ihr Eindruck: „Ein lebendiges Mehrgenerationenhaus.“
 

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