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Donnerstag, 24. September 2009
Klettern, Weltmeisterschaft in Valence : Sebastian Halenke holt nach 13 Jahren Durststrecke wieder den Titel nach Deutschland
„Er ist das größte Talent, das es im Klettersport in Deutschland gibt“, spart Trainer Timo Preußler nicht mit Vorschusslorbeeren, wenn er von seinem Schützling Sebastian Halenke spricht. Der 14-Jährige untermauerte nun die Aussage seines Coaches, indem er sich in Valence die Weltmeisterkrone in seiner Altersklasse aufsetzte. Von Patrick Tannhäuser
Mit dem Titelgewinn gelang Sebastian Halenke, den alle nur Basti nennen, ein fast schon historischer Erfolg. Vor
13 Jahren gelang es letztmals einem Deutschen die Weltmeisterschaft in der Königsdisziplin „Lead-Klettern“ zu gewinnen. Markus Bock feierte
1996 den Titelgewinn in Moskau. Seitdem versuchten viele diesen Erfolg zu wiederholen. Einige scheiterten mehrfach nur knapp, wie zum Beispiel der Schechinger Thomas Tauporn, der schon mehrfach mit Edelmetall in den Händen von einer Weltmeisterschaft zurückkehrte. Nur der ganz große Erfolg der blieb allen verwehrt. Umso erstaunlicher ist nun die Geschichte von Basti, dem dieses Kunststück gleich beim ersten Anlauf gelang, und dass, obwohl er sich überwiegend gegen ein Jahr ältere Konkurrenten erwehren musste.
Um diese sportlichen Höchstleistungen erbringen zu können investiert das Mitglied des Deutschen Alpenvereins, Sektion Schwäbisch Gmünd, wöchentlich ein hartes Programm. Viermal pro Woche geht es mit seinem Trainer Timo Preußler, der selbst auf hohem internationalen Niveau kletterte, und Vater Jan ins Squash
& Fit nach Waldstetten. „Drei bis sechs Stunden dauert eine Trainingseinheit“, sagt der
14-jährige Realschüler mit einem Lachen im Gesicht. Das junge Talent hat soviel Vergnügen bei seinem Sport, dass selbst die harten Einheiten bei ihm nur Spaß bedeuten. Körperlich enorm stark wirkt Basti, gleicht von der Figur her eher einem jungen Erwachsenen. „Er ist ein Rohdiamant“, so Preußler, der das Talent eher zufällig beim Klettern in Ottobeuren traf. Damals interessierte sich der Junge mit dem Irokesen als Wiedererkennungsmerkmal noch überhaupt nicht für den Wettkampfsport, sondern hatte sich gemeinsam mit seinen Eltern das Klettern im Freien autodidaktisch angeeignet. Trotzdem führten die Wege der beiden Kletterbegeisterten schnell zusammen. „Timo ist ein Glücksfall für Basti“, erklärt Vater Jan, der seinen Sohn wo es nur geht unterstützt.
Die ersten Erfolge stellten sich schnell ein.
2007 trat Basti zu seinem ersten Wettkampf an und wurde bei einem Baden-Württemberg-Cup gleich Zweiter. Dies machte Lust auf mehr. Schon ein Jahr später war er Zweiter der Gesamtwertung des Deutschland-Cups und in seiner ersten internationalen Wettkampfsaison toppte er gleich alles mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft. Und dies in mehr als souveräner Manier. Sowohl bei beiden Qualifikationsrunden, als auch im Halbfinale und Finale kletterte der aus Giengen an der Brenz stammende Schüler die komplette Route, kletterte als „top“ wie es in der Fachsprache heißt. Vor allem nervenstark präsentierte er sich dabei. „Im Finale klettert immer der Beste zum Schluss“, erklärt Preußler. Mit dieser nervlichen Belastung, zu wissen was die Konkurrenz vorgelegt hat, kommen viele nicht zurecht. Nicht so Basti, über den sein Vater sagt er sei ein „Adrenalin-Junkie“. Der Hauptdarsteller kann da nur lachen. „Für mich diese Situation eine große Motivation“, schöpft er unter Druck am besten sein Leistungsvermögen aus. Am Ziel ist Basti mit diesem Titel aber noch lange nicht. Die vorhandenen Schwächen sollen ausgemerzt werden und schnell weitere erste Plätze folgen.
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