OB Richard Arnold und Baubürgermeister Julius Mihm erläutern Erhalt des Postgebäudes und Boulevard-Planung am Bahnhof
In der Rathaus-Spitze steht der Abriss des ehemaligen königlichen Hauptpostamtes am Bahnhof nicht mehr zur Debatte. Vielmehr soll es jetzt im Rahmen der neuen Boulevard-Variante sogar als reizvoller historischer Blickfang eines modernen „Tors zur Metropolregion Stuttgart“ dienen.
SCHWÄBISCH GMÜND
(hs). Oberbürgermeister Richard Arnold hatte seine Boulevard-Lösung für den Bahnhofsbereich im Rahmen des Landesgartenschaukonzepts am Mittwoch in den Gemeinderat eingebracht. Möglichst schon am
7. Oktober soll eine Entscheidung fallen, denn die Zeit drängt. Der dazugehörige Entwurf wurde bereits vom planungsführenden Büro A
24 dargestellt. OB Arnold betont dazu, dass auch die Teilnehmer des immer noch laufenden Investorenwettbewerbes dieser Variante sehr positiv gegenüberstehen. Er, Arnold, bemühe sich mit diesem Entwurf, in der heftigen Auseinandersetzung über Fragen der zukünftigen Verkehrsführung am Bahnhof eine Brücke zwischen den Lagern zu bauen. Beide Seiten hätten gute Argumente und Ideen eingebracht. Aus den Elementen hieraus sei nun die Boulevard-Variante entstanden, nicht als Kompromiss, sondern als eine vollwertige Lösung mit vielen optischen, funktionalen und auch wirtschaftlichen Vorteilen. Aus der ungeliebten Knie-Lösung sei nun ein grünes Straßenband mit vergrößerten Aufenthaltsflächen am Bahnhof geworden. Dieser Boulevard wirke nicht trennend, bilde vielmehr für Bürger und Besucher der Stadt ein Lebensgefühl beziehungsweise einen ersten wichtigen Eindruck von dieser Stadt. Zusammen mit den anvisierten Gebäudenutzungen soll laut OB Arnold am Bahnhof ein nachhaltig wirkendes Tor der Stadt Gmünd zur zukunftsträchtigen Metropolregion Stuttgart entstehen. Gerade auf jüngere Leute habe der Wirtschafts– und Kulturraum Stuttgart starke Anziehungskraft. Mit Landesgartenschau und Stadtentree am Bahnhof solle aufgezeigt werden: „Wir gehören dazu.“ Gleichzeitig bezeichnet Arnold diesen Punkt auch als wertvolles Bindeglied zwischen Stuttgart und Ostwürttemberg. All das soll im neuen Gmünder Bahnhofsviertel optisch zum Ausdruck kommen und durch Gebäudenutzungen ins Bewusstsein rücken. Was dort die Gmünder optisch auch verstärkt in ihre aufstrebende Waagschale werfen müssen: Die Stadt ist Sitz von vier Hochschulen: PH, FHG, Fernuni Hagen und Institut für soziale Berufe. Baubürgermeister Julius Mihm teilt diese Sichtweise. Er unterstrich gestern im Rahmen eines Pressegesprächs und nach Studium bisher erfolgter Diskussionen und Planungen im Rathaus: Es handle sich nun um einen echten Sprung, denn es gab bislang kein so klares Konzept; Thema: „Tor zu den Regionen.“ Damit könnten nun er und auch die Investoren gezielter arbeiten. Seither, so Baubürgermeister Julius Mihm wörtlich, „hat es doch nur Luftbuchungen gegeben“. Die Boulevard-Lösung sei ein geschwungenes Band und keine „Schneisen-Planung“ wie seither. Die Größe eines Platzes sei immer eine Frage der Wahrnehmung. Und dieser Boulevard wirke als attraktiver Aufenthaltsraum. Und von Anfang an habe er, Mihm, den Kopfbau des historischen Postamtes als einen erhaltenswerten „Bildanker“ wahrgenommen. Solche historische Bauten seien wichtig, um das Gefühl beizubehalten, dass man eine historische Stadt betrete. Dies sei beispielsweise auch bei der Stadtplanung in Berlin als Ziel verfolgt worden: Moderne Stadtgestaltung, jedoch mit Pflege und sogar Rekonstruktionen historischer Bauten. Das sorge für Flair und Verbundenheit zwischen Vergangenheit und Zukunft, mache, wie gerne zum Ausdruck gebracht werde, „Berlin so sexy“. OB Richard Arnold bringt’s auf einen anderen Nenner: „Für mich als Gmünder gehört das Postamt ganz einfach dazu.“
Noch keine Kommentare vorhanden.