Bundestagswahl 2009: Norbert Barthle holt das Direktmandat trotz des Verlustes von 4,1 Prozent der Stimmen
Es dürften gestern für Norbert Barthle merkwürdige Gefühle gewesen sein. Einerseits hat der CDU–Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis 269 – Gmünd/Backnang – 4,1 Prozent der Erststimmen verloren. Andererseits hat er seinen Vorsprung gegenüber Konkurrent Christian Lange (SPD) vergrößert. Von Manfred Laduch
SCHWÄBISCH GMÜND. Beinahe hätte der Wahlkreis Gmünd/Backnang bundesweit Schlagzeilen gemacht. Bevor das Ergebnis aus Schwäbisch Gmünd als letzte der
35 Städte und Gemeinden addiert wurde, hatte die
FDP 30 Zweitstimmen Vorsprung vor der
SPD. So dramatisch waren die Verluste der Sozialdemokraten – und die Gewinne der Liberalen.
Am Ende kam Norbert Barthle bei den Erststimmen auf
44,
7 Prozent (
2005 =
48,
8). Christian Lange blieben gerade noch
24,
9 Prozent (
34,
7), wiewohl er in der vergangenen Legislaturperiode zum parlamentarischen Geschäftsführer der
SPD–Bundestagsfraktion geworden war. Dies resultierte in einem sicheren Platz auf der Landesliste, wodurch der Backnanger erneut ins Berliner Parlament einzieht.
Gleich zweimal gab es
10,
3 Prozent der Erststimmen: Für Markus Fischer von der
FDP bedeutete dies ein Plus von
5,
7 Prozent, Ulrike Sturm (Grüne) verbesserte die
7,
0% von Alexander Schenk
2005 deutlich. Manfred Steidle erreichte für die Linke
6,
6 Prozent (
2005 =
3,
3).
Bei den Zweitstimmen fiel das Ergebnis noch drastischer aus. Hier büßte die
CDU 5,
7 Prozent ein und landete nur noch bei
35,
4 Prozent – in diesem Wahlkreis früher völlig undenkbar. Wahrscheinlich hat man sich bei der Wahlparty im Café Margrit mit zwei Dingen getröstet: Dem Erreichen des Bundesziels einer schwarz-gelben Mehrheit sowie dem noch schlimmeren Debakel der unmittelbaren Konkurrenz: Die
SPD stürzte im Wahlkreis
269 von
30,
5 um elf auf nur noch
19,
5 Prozent der Stimmen ab.
Der große Triumph blieb hier, wie schon auf Bundes– und Landesebene, der
FDP. Im Wahlkreis wurde die Prozentzahl annähernd verdoppelt – von
10,
8 auf
18,
5 Prozent – ein Ergebnis, das die Liberalen an ihr ehemaliges „Projekt
18“ erinnern dürfte. Von
9,
2 auf
12,
5 Prozent verbesserten sich die Grünen, der Linken gelang sogar ein Sprung von
3,
5 auf
7,
1 Prozent. Die NPD lag mit ihren
1,
3 Prozent (
2005 =
1,
2%) sogar noch hinter der Piraten-Partei, die auf
1,
8 Prozent kam.
Deutlich früher als vor vier Jahren war das Ergebnis des Wahlkreises komplett. Schon
20.
19 Uhr trafen als letzte die Zahlen aus Schwäbisch Gmünd mit seinen
29 671 Wählern ein. Lediglich sieben Minuten zuvor hatte das nur
16 882 Wähler starke Backnang sein Resultat im Landratsamt Ostalb abgegeben. Den Auftakt hatte schon
37 Minuten nach Schließung der Wahllokale Obergröningen gemacht – gefolgt von Leinzell, Täferrot, Ruppertshofen und Iggingen.
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