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» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 27. September 2009

Bundestagswahl 2009: Norbert Barthle holt das Direktmandat trotz des Verlustes von 4,1 Prozent der Stimmen

Es dürften gestern für Norbert Barthle merkwürdige Gefühle gewesen sein. Einerseits hat der CDU–Bundestagsabgeordnete im Wahlkreis 269 – Gmünd/​Backnang – 4,1 Prozent der Erststimmen verloren. Andererseits hat er seinen Vorsprung gegenüber Konkurrent Christian Lange (SPD) vergrößert. Von Manfred Laduch

SCHWÄBISCH GMÜND. Beinahe hätte der Wahlkreis Gmünd/​Backnang bundesweit Schlagzeilen gemacht. Bevor das Ergebnis aus Schwäbisch Gmünd als letzte der 35 Städte und Gemeinden addiert wurde, hatte die FDP 30 Zweitstimmen Vorsprung vor der SPD. So dramatisch waren die Verluste der Sozialdemokraten – und die Gewinne der Liberalen.
Am Ende kam Norbert Barthle bei den Erststimmen auf 44,7 Prozent (2005 = 48,8). Christian Lange blieben gerade noch 24,9 Prozent (34,7), wiewohl er in der vergangenen Legislaturperiode zum parlamentarischen Geschäftsführer der SPD–Bundestagsfraktion geworden war. Dies resultierte in einem sicheren Platz auf der Landesliste, wodurch der Backnanger erneut ins Berliner Parlament einzieht.
Gleich zweimal gab es 10,3 Prozent der Erststimmen: Für Markus Fischer von der FDP bedeutete dies ein Plus von 5,7 Prozent, Ulrike Sturm (Grüne) verbesserte die 7,0% von Alexander Schenk 2005 deutlich. Manfred Steidle erreichte für die Linke 6,6 Prozent (2005 = 3,3).
Bei den Zweitstimmen fiel das Ergebnis noch drastischer aus. Hier büßte die CDU 5,7 Prozent ein und landete nur noch bei 35,4 Prozent – in diesem Wahlkreis früher völlig undenkbar. Wahrscheinlich hat man sich bei der Wahlparty im Café Margrit mit zwei Dingen getröstet: Dem Erreichen des Bundesziels einer schwarz-​gelben Mehrheit sowie dem noch schlimmeren Debakel der unmittelbaren Konkurrenz: Die SPD stürzte im Wahlkreis 269 von 30,5 um elf auf nur noch 19,5 Prozent der Stimmen ab.
Der große Triumph blieb hier, wie schon auf Bundes– und Landesebene, der FDP. Im Wahlkreis wurde die Prozentzahl annähernd verdoppelt – von 10,8 auf 18,5 Prozent – ein Ergebnis, das die Liberalen an ihr ehemaliges „Projekt 18“ erinnern dürfte. Von 9,2 auf 12,5 Prozent verbesserten sich die Grünen, der Linken gelang sogar ein Sprung von 3,5 auf 7,1 Prozent. Die NPD lag mit ihren 1,3 Prozent (2005 = 1,2%) sogar noch hinter der Piraten-​Partei, die auf 1,8 Prozent kam.
Deutlich früher als vor vier Jahren war das Ergebnis des Wahlkreises komplett. Schon 20.19 Uhr trafen als letzte die Zahlen aus Schwäbisch Gmünd mit seinen 29 671 Wählern ein. Lediglich sieben Minuten zuvor hatte das nur 16 882 Wähler starke Backnang sein Resultat im Landratsamt Ostalb abgegeben. Den Auftakt hatte schon 37 Minuten nach Schließung der Wahllokale Obergröningen gemacht – gefolgt von Leinzell, Täferrot, Ruppertshofen und Iggingen.
 

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