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Bundestagswahl 2009: Christian Lange(SPD) will mit Elan in die Oppositionsrolle

Eingereicht von Redaktion am 28. Sep 2009 - 08:27 Uhr

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Die Tendenz, wie sie sich in den letzten elf Jahren bei den Wahlpartys der SPD im Café Spielplatz entwickelt, ist schon eindeutig: Es geht abwärts.
Der Genosse Trend, er kommt schon gar nicht mehr. 22,5 Prozent auf Bundesebene, knapp 20 Prozent der Zweitstimmen in Schwäbisch Gmünd, fast 26 Prozent der Erststimmen in der Stadt, immerhin ein Trostpflaster. Christian Lange, seit dem legendären Schröder-Wahlsieg von 1998 im Bundestag, ist wieder drin, dank einer guten Platzierung auf der Landesliste. Dieses Wahlziel wurde erreicht, darüber freute er sich. Aber nur darüber. Ansonsten: „Ich will nicht drumherum reden. Das ist der GAU, die schlimmste Niederlage für die SPD in Deutschland“, sagte er den Genossen im Spielplatz, wo manche sich in schwarzen Humor flüchteten, nachdem sie sich von den ersten Hochrechnungen erholt hatten. Im Sich-Trösten sind Sozialdemokraten traditionsgemäß gut; Stadträtin Daniela Maschka-Dengler umarmte Christian Lange gleich am Eingang, Uschi Seiz („Soll ich etwa heulen?“) umhalste Fraktions-Sprecher Max Fuchs, der sich wiederum stoisch gab und ins Käsebrötchen biss: „Die SPD hat in ihren 146 Jahren schon Schlimmeres erlebt.“
„Es lag nicht an mangelndem Engagement“, sagte Christian Lange, der dem Ortsverein für die Unterstützung dankte. „Ich bin ratlos. Wir haben es nicht geschafft, unsere Wähler zu mobilisieren. Es war ein sachlicher Wahlkampf, vielleicht zu wenig polarisierend.“ Steinmeier habe angekündigt, die SPD in der Opposition zu führen, „ich habe ihm gleich eine SMS geschickt und hoffe, dass ihn die Fraktion am Dienstag in Berlin wählt“, so Lange. „Wir sollten uns nichts vormachen, es werden schwere Zeiten.“ Für ihn sei es zudem eine neue Erfahrung, in der Opposition zu sein. Diese Rolle wolle er mit Elan angehen: „Steuersenkung bei 1,6 Billionen Euro Schulden - das werden wir sehen“, deutete er schon mal ein Thema an. Und die Linke müsse jetzt ihre Position jetzt gegen die Bundesregierung formulieren, „nicht gegen uns.“
Uschi Seiz war schon weiter und regelrecht visionär: „Rot-rot-grün in vier Jahren, das möcht’ ich haben.“ Natürlich, die Chance der Erneuerung in der Opposition. Andere, darunter Alt-OB Wolfgang Leidig, waren bloß enttäuscht. Und Stadtrat Bilal Dincel fand, das ganze Jahr, von der OB- über die Kommunal, Europa- bis zur Bundestagswahl sei schlecht gelaufen: „Wir erreichen die Leute nicht mehr, die es satt haben, immer das Gleiche von den Gleichen zu hören.“ Darüber müsse man reden.
 
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