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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 28. September 2009

Bundestagswahl 2009: Einem lautstarken Abend ging ein leises Beisammensein der Grünen voraus

SCHWÄBISCH GMÜND (nb). Waldmeister-​Brausetütchen, Prosecco mit grünem Sirup — schon ein Blick auf die Stehtische im Bassano genügte gestern Abend, um zu erahnen, welche Partei hier ihre Wahlparty feiert.

Aber für was in aller Welt waren die Glasschüsseln mit Ohropax-​Stöpseln, die sich in das Tisch-​Arrangement einfügten? „Die nehmen wir, wenn Herr Westerwelle und Frau Merkel mit reden anfangen“, witzelte einer der Grünen. Die Ohrstöpsel hatten freilich einen anderen Zweck: Sie waren vorsorglich für jene bereitgestellt worden, die sich in der Nähe der Boxen befanden, aus denen am späten Abend lautstark Live-​Musik von der Band Duke Lucent ertönte.
Zuvor ging es im Bassano, im Gegensatz zum benachbarten Café Margrit, wo Norbert Barthle feierte, eher leise zu. Klar, dass die nächsten vier Jahre Schwarz-​Gelb das Sagen hat, ist für die Grünen natürlich kein Grund zur Freude. „Diese Koalition wird zum Sozialabbau führen“, prognostiziert Grünen-​Stadträtin Brigitte Abele.
Auch glauben viele der Grünen-​Anhänger, die sich am gestrigen Bundestagswahlabend im Bassano zusammenfanden, dass die Laufzeiten der Atomkraftwerke nun verlängert werden.
Obschon Schwarz-​Gelb für die Grünen wohl eher ein Alptraum denn ein Traum ist, mit dem Ergebnis der eigenen Partei zeigen sich die meisten zufrieden. Brigitte Abele: „Ich habe mit zwölf Prozent gerechnet.“ Und dass ihre Partei im Wahlkreis Gmünd-​Backnang ein zweistelliges Ergebnis erreicht hat, stimmt die Grünen-​Stadträte auch zufrieden. Das schlechte Abschneiden der SPD sorgte für überraschte Gesichter, „jämmerlich“, findet Grünen-​Wählerin Angela Herzog.
Mindestens so enttäuschend wie das Ergebnis „Schwarz-​Gelb“ war für viele auch die geringe Wahlbeteiligung. „Furchtbar“, findet Stadträtin Susanne Lutz. „Ich habe damit gerechnet, dass wenigstens die Wahlbeteiligung vom letzten Mal hält“, so Brigitte Abele.
Ulrike Sturm, Grünen-​Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Gmünd-​Backnang mutmaßt, dass einige den Tag lieber „im Grünen“ verbracht haben. Sie, so Sturm, habe sich ein zweistelliges Ergebnis im hiesigen Wahlkreis zum Ziel gesetzt, „ich bin zufrieden“. Nicht besonders überrascht hat sie der bundesweite Wahlausgang, gefreut hat sie sich darüber freilich nicht.
 

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