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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 28. September 2009

Riesenandrang beim Bürgerinformationstag: Landesgartenschau und Verkehrsführung am Bahnhof

Auf riesengroßes Interesse ist am Samstag die Bürgerinformation rund um die Themen Landesgartenschau und Verkehrsführung gestoßen, zu der im Rahmen eines Tages der offenen Rathaustür die neue Stadtspitze die Bevölkerung eingeladen hatte. Es kam zu konstruktiven, teils auch kontroversen Diskussionen.

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Mit einem solchen Andrang hatten Oberbürgermeister Richard Arnold, Baubürgermeister Julius Mihm und Erster Beigeordneter wohl nicht gerechnet, sonst wären sie gewiss in den Prediger oder Stadtgarten ausgewichen. Aufgrund der Wahlvorbereitungen stand leider auch der große Sitzungssaal nicht zur Verfügung. Die Folge: Zeitweise drängten sich bis zu 200 Personen im kleinen Sitzungssaal oder versuchten wenigstens vom Lichthof aus, einige Eindrücke zu gewinnen. Von 10 Uhr ab bis in den Nachmittag hinein wurden auch die Vorträge wiederholt, um dem Wissensdurst und auch der Diskussionsfreudigkeit der Gmünder Bürger gerecht zu werden. Den ganzen Tag über entwickelten sich Rathaus-​Lichthof und auch der obere Marktplatz zu einem regen Diskussionsforum, wo sich die Menschen über das soeben Gehörte rege austauschten.
Den Reigen dieser Bürgergespräche zum Thema will die Stadtspitze übrigens am heutigen Montag ab 17 Uhr im Nebenzimmer des Gasthauses „Lamm“ und dann am morgigen Dienstag im M7 am oberen Marktplatz fortsetzen.
Es waren zunächst flammende Reden des neuen Oberbürgermeisters, jeweils gut 45 Minuten lang, zur Zukunft der Stadt Schwäbisch Gmünd im Zusammenhang mit der Landesgartenschau , die im kleinen Sitzungssaal zu hören waren. Diese führte auch dazu, dass einige Bürger, die mit ihren Anmerkungen gleich loslegen wollten, mit gewisser Enttäuschung von einem „Monolog“ sprachen und das Rathaus wieder verließen. Andere wiederum zeigten sich hellauf begeistert von den Visionen, Vorgaben und Arbeitstiteln, die OB Arnold und anschließend Baubürgermeister Julius Mihm verständlich machten. Wichtigste Aussage des Oberbürgermeisters: Mit Landesgartenschau, Stärkung der vier Gmünder Hochschulen und des Regionalsitzes sowie mit dem damit zusammenhängenden Stadtentwicklungsprogramm könne die Stadt Schwäbisch Gmünd trotz der Krise nachhaltig zur „Nummer 1“ zwischen der Region Stuttgart und der Ostalb gemacht werden. Die Stadt stehe vor einer Jahrhunderchance und einem Entwicklungsschub, auf den auch nachfolgende Generationen noch mächtig stolz sein werden. Eindeutig der Blick des neuen Oberbürgermeisters in Richtung Westen, zur wirtschaftlich, kulturell und auch sozial pulsierenden Metropolregion Stuttgart, deren Mitglied Schwäbisch Gmünd ja sei. Gmünd müsse ein attraktives und optisch klar erkennbares Tor zu dieser Region werden, und gleichermaßen nicht hinter dem Berg halten, dass Schwäbisch Gmünd ja auch Hauptstadt der Region Ostwürttemberg sei. „Wir wissen das zwar, haben aber daraus noch gar nichts gemacht!“ An dieser Stelle gab’s schon den ersten zustimmenden Applaus. Sein Anliegen sei es nun, mit dem ganzen Reiz und den enormen Kraftquellen dieser Stadt eine gmünderisch geprägte Landesgartenschau und ein Stadtentwicklungskonzept in Gang zu bringen, das am besagten Tor der Region, also im Bereich Bahnhof und Stadtgarten, auch ein Lebensgefühl deutlich werden lasse. Ein Gefühl, das für die Stärken dieser Stadt stehe und gleichzeitig auch Bürger und vor allem Besucher daran erinnere, Teil der attraktiven Metropolregion Stuttgart zu sein. Fachhochschule für Gestaltung und eine repräsentative Zentrale der Fern-​Uni Hagen seien Leuchttürme, die ins neue Stadtentree gehören. Ebenso der Regionalsitz, der bislang eher versteckt im Unipark angesiedelt sei. Dazu ein hochklassiges Hotel, das dringend benötigt werde. Er, Arnold, sei froh, dass er von Ministerpräsident Oettinger kürzlich bereits die Zusage für Stärkung des Hochschulstandortes Schwäbisch Gmünd erhalten habe.
Baubürgermeister bringt gute Erfahrungen aus Ludwigsburg mit
Vor diesem Hintergrund verdeutlichten Oberbürgermeister und Baubürgermeister dann die so genannte Boulevard-​Lösung für die Verkehrsführung und auch für den Erhalt des repräsentativen Kopfbaus des historischen Hauptpostamtes. Wobei Arnold anfügte, dass es sich genaugenommen ja um ein „gmünderisches Boulevardle“ handle, nicht zu vergleichen mit überbreiten Straßen in Paris oder Barcelona. Doch die beiden getrennten Fahr– mit großzügigen Baum– und Gründstreifen seien eine ideale Lösung, um den Platzcharakter am Bahnhof zu erhalten und das Gebiet nicht – wie bisher geplant – zu zerschneiden. Auch das berühmte und gefürchtete „Straßenknie“ sei nun abgemildert und die Verkehrsanknüpfungen im Westen und Osten mit Kreisverkehren gut gelöst.
Baubürgermeister Julius Mihm erklärte, dass er eine solche Boulevard-​Lösung auf der Hauptverbindungsachse in Ludwigsburg bereits in die Tat umgesetzt habe. Der von dort stammende Baudezernent versicherte: „Sie können mir glauben, das Miteinander von Autofahrern und Fußgängern funktioniert problemlos.“
 

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