Bei einigen Hotels brechen die Übernachtungszahlen seit Beginn der Wirtschaftskrise ein
Die Übernachtungszahlen in den Gmünder Hotels sind im ersten Halbjahr zwar insgesamt stabil geblieben. Dennoch vermelden einige einen Einbruch der Gästezahlen um bis zu 50 Prozent. Von Nicole Beuther
SCHWÄBISCH GMÜND. Dies betrifft vor allem jene Unterkünfte, die bisher vorwiegend von Geschäftsreisenden besucht wurden. So wurden die fünf Tagungsräume im Hotel Fortuna in den vergangenen Monaten kaum genutzt. „Viele Schulungen werden in den Firmen selbst durchgeführt“, erklärt Doris Schulz. Die Geschäftsführerin spricht von einem drastischen Einbruch. So seien im Vergleich zum Vorjahr die Übernachtungszahlen um
20 Prozent zurückgegangen, im Bereich der Tagungen vermeldet das Gmünder Hotel einen Rückgang um
30 Prozent.
Rückläufige Gästezahlen machen auch Michael Hägele, Geschäftsführer im Hotel Gelbes Haus in Gmünd-Hussenhofen, zu schaffen. Er spricht von einem Rückgang von mehr als
50 Prozent. Obwohl das erste Quartal dieses Jahr noch ein richtig gutes gewesen sei: „Seit Mai geht es stetig bergab.“ Die Gründe liegen auch hier ganz klar bei den sinkenden Buchungen durch Geschäftsreisende, die bisher
90 Prozent aller Gäste ausmachten. Dies gehört der Vergangenheit an, genauso wie der Tagungsraum, der nun für andere Zwecke genutzt wird. „Wir tagen noch hier, aber übernachten tun wir nicht mehr.“ Dies ist eine Aussage, die Karin Mädger vom Sport– und Bildungszentrum Bartholomä von Firmen zu hören bekommt.
Auch im Hotel Pelikan ist die Durchschnittsbelegung im Vergleich zum Vorjahr um
5 Prozent gesunken. „Bei Firmenkunden/Geschäftsreisenden haben wir einen Rückgang von
15 bis
20 Prozent zu verzeichnen. Besonders Geschäftskunden aus den
USA, Großbritannien und anderen Übersee-Staaten sind rückläufig“, bedauert Geschäftsführer Damir Terzic den Trend. Zuwächse in den vergangenen sechs Monaten vermeldet Terzic im Bereich Individualreisende, Touristen und Wochenendgäste. Dort seien Zugänge von bis zu
15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen.
Der Schweizerhof in Böbingen bekommt die Krise hingegen nicht zu spüren. Obwohl auch hier vor allem Geschäftsreisende anzutreffen sind. „Die kommen monatlich“, so Sigrid Hämmerer. Am Wochenende seien auch immer wieder mal Familien zugegen. „Hier wird die Nachfrage immer größer.“ Rosig sieht es auch auf dem Schönblick aus. Das christliche Gästezentrum vermeldet für den Monat August mit insgesamt
8104 Übernachtungen den best gebuchten Monat der über
90-jährigen Schönblickgeschichte.
Auch seien die Übernachtungszahlen in den ersten acht Monaten dieses Jahres um mehr als
15 Prozent gegenüber dem Rekordjahr
2008 (insgesamt
56 974 Übernachtungen) gestiegen. „Die Monate Januar bis August ergaben in der Summe insgesamt
6198 Übernachtungstage mehr als im Vorjahreszeitraum“, vermeldet die Geschäftsführung. Als Gründe für diese sehr positive Entwicklung wird die „bundesweite Bedeutung des christlichen Gästezentrums einerseits mit seinen komfortablen Tagungsmöglichkeiten für Kongresse und die attraktiven Angebote für kinderreiche Familien andererseits“ genannt. Der Geschäftsführer Martin Scheuermann rechnet für die weiteren Monate des Jahres mit deutlich über
60 000 Übernachtungen.
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