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» Sport | Freitag, 04. September 2009

Fußball, Oberliga: Heute baut der FCN gegen die Kickers auch auf das Publikum

Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu – dieser Fußballer-​Spruch trifft bei der Normannia voll ins Schwarze. Unter der Woche verloren die Normannen beim Aufsteiger TSG Weinheim, der „nur hinten drin stand“, wie Teammanager Jürgen Eberle klagte. Nun kommen wieder die Kickers (Anpfiff, 18 Uhr). Von Giovanni Deriu

Nach dem 0:2 in Weinheim kamen die Normannen am späten Dienstagabend gegen kurz vor Mitternacht wieder in Gmünd an. Man kann es sich vorstellen, „es gab schon schönere Heimfahrten“, wie Normannias Sportlicher Leiter und Teammanager, Jürgen Eberle, noch gestern nachdenklich wirkte. Eberle habe schon „einige Spiele“ gesehen, aber so ein Match wie in Weinheim?, nein, so „etwas“ käme nicht alle Tage vor. Der Teammanager fasste zusammen, dass die Normannia in Weinheim „eigentlich gut“ gespielt, und auch über die Flügel „viel Druck ausgeübt“ habe. Die Weinheimer dagegen seien im eigenen Stadion „nur hinten drin gestanden“ – mit teilweise „fünf, sechs Spielern“. Nein, das sei nicht die Spielweise des FCN. Allerdings wollte Eberle die Leistung der Weinheimer auch nicht „schmälern“, die spielten das was sie können. Auf Fehler anderer warten, diesen Gefallen taten denn auch die Gmünder. Das Spiel ging in Weinheim durch zwei „kapitale Fehler“ verloren, und vorn klebte dem Team Lothar Mattners „eben Pech am Schuh“. Eberle wird drastischer: „Der fünfte Spieltag, und schon haben wir wieder die Seuche“, und meinte damit auch wieder die Verletztenmisere, Spieler die nicht (so schnell) auf die Beine kommen. Molner, der noch lange ausfällt; im Spiel der Zweiten verletzte sich Daniel Wahnsiedler wohl schwerer (Kreuzband?); Patrick Faber, der an einer Entzündung im Körper laboriert; Manuel Grampes, der nicht „100 prozentig“ fit ist, sowie Kinkel, der trotz Schmerzen an der Ferse aufläuft – und so weiter… doch, als Entschuldigung solle das nicht herhalten, denn der Kader sei „eigentlich“ stark genug. Eigentlich. Coach Lothar Mattner hat seiner Mannschaft bisher anscheinend noch kein „Patentrezept“ anbieten können, wie sie auf dem Feld gegen, so richtig defensiv und tief stehende Teams bestehen kann. Die Kickers im Pokal (1:3), der SGV Freiberg (immerhin ein knappes 2:1), und eben Weinheim agierten zuletzt ähnlich. Mattners „offensive Ausrichtung“ hatte nicht den Erfolg, die Feinabstimmung fehlte besonders in der Gmünder Hintermannschaft. FCN–Torspieler Matthias Gruca war bisher in jedem Spiel ein Garant dafür, dass nicht noch mehr Gegentreffer fielen. Auf Gruca ist Verlass – von seinen Vorderleuten verlassen musste er sich wohl in Weinheim vorkommen(?). Woran lagen denn die Pleiten gegen die Kickers, sowie am Dienstag in Weinheim? An der fehlenden Abstimmung vielleicht? Matthias Gruca nimmt seine Kameraden in Schutz: „Es ist doch klar, dass in so kurzer Zeit nicht alles perfekt eingespielt sein kann.“ Der Torspieler habe ausgemacht, „Engagement und Entschlossenheit“ hätten hinter den Aktionen gefehlt. Alle im Team müssten sich steigern, und er selbst nimmt sich nicht aus: „Ich bin auch noch nicht bei 100 Prozent…“
Die Spieler haben keine Hemmungen, das (taktische) Fehlverhalten auf dem Platz auch anzusprechen. „Wir reden untereinander schon Klartext“, sagt Matthias Gruca. Nun kommen also wieder die Stuttgarter Kickers II (zum zweiten Mal innerhalb von zehn Tagen) ins Jahnstadion. Aber auch das Stuttgarter U 23-​Team ist gerade etwas durch den Wind. Zeitgleich zum Spiel des FCN in Weinheim, wurden die Kickers am Dienstag daheim vom SV Spielberg so richtig vorgeführt. Es hagelte eine 0:5-Klatsche. Gegen Denzlingen verloren die Kickers 1:5. Eine sattelfeste Abwehr sieht anders aus. Vielleicht gelingt es ja der Normannia, für das WFV–Pokalspiel Revanche zu nehmen. Gruca wie Eberle hoffen auf das Gmünder Publikum als „zwölften Mann“.
 

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