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» Schwäbisch Gmünd | Samstag, 05. September 2009

Der langjährige Gemeinschaftspfleger des Altpietistischen Verbandes des Bezirks Gmünd/​Aalen wird morgen 80 Jahre alt

Schon früh hat Gerhard König die dunklen Seiten des Lebens kennengelernt. Sein Glaube an Gott führte ihn mit 16 Jahren zu der Erkenntnis: „Die Zukunft ist hell.“ Davon ist er auch heute noch fest überzeugt. Morgen feiert König seinen 80. Geburtstag. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. Aufgewachsen ist er mit sieben Geschwistern auf einem hessischen Bauernhof. Der 80-​Jährige erinnert sich gut, wenn auch nicht gerne, an die Volksschulzeit, daran, wie vier Jahrgänge zusammen in einem Schulraum unterrichtet wurden, und daran, wie sich alle mit „Heil Hitler“ begrüßten. „Das hat Zukunft“, wurde dem jungen Burschen bei der Berufsberatung der Tipp gegeben, Landwirt zu werden. Ihm wurde vorgeschwärmt von der Ukraine, der Kornkammer Europas, wo er einmal so etwas wie Inspektor auf einem großen landwirtschaftlichen Anwesen werden könnte.
Im Herbst 1944, Gerhard König war 15 Jahre alt, half er beim Bau einer Startbahn für Düsenjäger bei Fritzlar; er musste lehmigen Zuckerrübenboden planieren und im Steinbruch arbeiten. Hinzu kamen Volkssturmlehrgänge, die der junge Mann auf der Tannenburg absolvieren musste; diese „sollten uns tüchtig machen zum Kampf mit der Waffe“. Auch das Abschießen von feindlichen Panzern wurde geübt.
Dass die Front der Amerikanischen Truppen näher rückte, war nicht von Interesse. König wurde zur Musterung bestellt. „Die behalten alle und schicken sie gleich an die Front“, habe ein Wehrmachtsarzt, ein entschiedener Christ, ihm davon abgeraten, zur Musterung zu gehen. Auch wenn er selbst verschont blieb, schmerzhaft hat König die Kriegszeit dennoch in Erinnerung; sein ältester Bruder war mit 19 Jahren in Finnland gefallen, der andere Bruder kehrte fast verhungert aus einem Kriegsgefangenenlager nach Hause. Was folgte waren arbeitsreiche Jahre. „Es war damals nicht leicht, an entsprechendes Material zu kommen“, erinnert sich der 80-​Jährige an seine Zeit als Bau– und Möbelschreinerlehrling. So haben sich die Azubis beim Fegen der Werkstatt nach jedem metallenen Gegenstand bücken müssen; „es könnte ein Nagel oder eine Schraube sein“. Später arbeitete König als Glaser in Bielefeld.
Schon in jungen Jahren baute der jetzige Rehnenhofler eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus auf; „mit 16 Jahren habe ich gemerkt, dass ich ohne ihn nicht leben will“. Hier habe er die Vergebung seiner Sünden und die Grundlage für sein Leben gefunden. Allein der Glaube reichte ihm nicht. Er wollte mehr und beschloss, ein Theologisches Seminar zu besuchen. Nach acht Studiensemestern war er in der Stadtmission in Alsfeld und in Grünberg, Hessen, tätig. „Neben biblischer Unterweisung versuchten wir, den Menschen die gute Nachricht von Jesus, dem Retter, nahezubringen“, so König.
Auch seine Frau Gabriele war und ist ein sehr gläubiger Mensch. Dieser Glaube half dem Ehepaar auch, die Totgeburt eines ihrer Kinder zu verarbeiten. Auch das Leben mit einem geistig und körperlich behinderten Sohn hätte sich wohl ohne die Verbindung zu Jesus schwerer gestaltet. Als der Junge elf Jahre alt war, kam er in die Diakonie Stetten. Auch der Rest der Familie zog ins Schwabenland. Viele Veränderungen kamen auf die Königs zu. Eines blieb: Der Glaube. Dabei war es dem 80-​Jährigen immer ein Anliegen, „Menschen in eine persönliche Beziehung zu Jesus zu locken“.
So war er lange Jahre (seit 1977) bei den Apis im Altpietistischen Gemeinschaftsverband in den Bezirken Schwäbisch Gmünd und Aalen als Gemeinschaftspfleger tätig. Sein Wirken hat Spuren hinterlassen. So ging aus der Jugendwoche, die er früher im Stadtgarten veranstaltete, der heutige Jugendkreis auf dem Schönblick hervor; die Bibelstunde, die heute in der Senioren-​Wohnanlage auf dem Schönblick stattfindet, hat ihren Ursprung in der Bibelwoche, die einst in der Martin-​Luther-​Kirche auf dem Rehnenhof stattfand. Hier war König als Kirchengemeinderat beschäftigt.
Als Seelsorger begleitete er schwerstkranke Menschen und konnte erleben, „dass Gottes Wort seine Kraft gerade auch auf schweren Wegen erweist“. Besonders freut sich Gerhard König, dass die Botschaft von Jesus Christus „auf Reisen“ ging. So habe sein jüngster Sohn in Kambodscha Menschen in Frustration und Hoffnungslosigkeit nach dem Pol Pot Regime eine Perspektive und eine begründete Hoffnung gegeben.
Gerhard König ist sich sicher: „Wir haben einen so reichen Schatz in der Bibel. Damit können wir leben und auch alt werden.“ Wirtschaftskrisen und Ideologien seien gekommen und gegangen; dies habe ihn zu der Überzeugung gebracht: „Etwas Festes muss der Mensch haben!“
 

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