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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 07. September 2009

Gmünder Autohändler sind optimistisch

Seit wenigen Tagen gehört die Abwrackprämie der Vergangenheit an. Experten bundesweit rechnen nun mit dramatischen Einbrüchen in der Autobranche. In vielen Gmünder Autohäusern herrscht hingegen Optimismus. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. „Die Leute, die alle drei, vier Jahre ein Auto kaufen, kommen auch so wieder“, ist sich Manfred Baier vom gleichnamigen Autohaus sicher. Zudem seien 80 Prozent aller Autos, die man verschrottet habe, „in technisch sehr schlechtem Zustand gewesen“. „Die waren wirklich abwrackfähig“, so Baier, der gleichzeitig Pressesprecher der KFZ-​Innung Schwäbisch Gmünd ist.
Der Absatz im Autohaus Baier habe sich verdoppelt, freut sich der Geschäftsführer. Der Kleinwagen Hyundai I 10 sei „der Renner“ gewesen. Zufrieden zeigt sich Manfred Baier auch mit dem Verkauf des Kompaktwagens Hyundai I 30. „Wenn man gute Autos hat, dann muss man sich nicht fürchten“, schaut der Seniorchef positiv in die Zukunft. Zudem habe die Autobranche schon immer ein „Rauf und Runter“ erlebt. Neben Hyundai wird im Autohaus Baier auch die Automarke Daihatsu vertrieben.
Dem Autohaus Klotzbücher haben vor allem die Marken Fiat Panda und Peugeot 207 einen um 25 Prozent höheren Absatz beschert. Die beste Zeit seien die Anfangsmonate Februar und März gewesen, so Geschäftsführer Christian Klotzbücher. Insgesamt zeigt er sich „durchgehend sehr zufrieden“ mit der Resonanz der Käufer. Allein am Mittwoch vergangener Woche, dem letzten Abwrackprämien-​Tag, seien drei Kunden gekommen. Das war morgens um acht Uhr. Denn, drei Stunden später war die Abwrackparty vorbei, die fünf Milliarden Euro an Bundesmitteln aufgebraucht. Klotzbücher geht davon aus, dass der Neuwagenbereich einen starken Einbruch erleiden wird, was die Autohäuser seiner Ansicht nach jedoch durch Jahreswagen und Gebrauchtwagen zu kompensieren versuchen werden. Jens Voit, Verkaufsleiter bei Renault Gmünd, glaubt nicht, dass unmittelbar nach dem Ende der Abwrackprämie Sonderaktionen der Hersteller folgen werden. Zunächst müssten diese sich orientieren. Wie viele seiner Kollegen glaubt auch Voit nicht an einen Einbruch der Autobranche. Zumindest ist er sich sicher, dass dieser nicht so groß wird „wie es in der Öffentlichkeit reflektiert wird“. Denn, „Kunden, die wegen der Abwrackprämie zu uns kamen, hätten wir im Normalfall eh nicht gesehen“. Vor allem die Kleinwägen Renault Twingo, Renault Clio und Renault Modus hätten sich in den vergangenen Monaten gut verkauft. Zufrieden zeigt sich Voit auch mit dem Absatz der Dacia-​Marken Sandero und Logan MCV.
„Man muss dieses Jahr abhaken, das war eine Ausnahmesituation“, findet Jürgen Greiner. Er ist Verkaufsberater im Autohaus Staiger. Er sieht optimistisch in die Zukunft: „Ich denke nicht, dass es so schlimm wird. Der Bedarf ist trotzdem da.“ So seien in den vergangenen Tagen Stammkunden gekommen, die gesagt hätten: „Jetzt habt Ihr ja wieder Zeit für uns.“ Oft hätten er und seine Kollegen in den vergangenen Monaten nonstop von acht bis 20 Uhr gearbeitet, „da bleibt anderes auf der Strecke“. Nun werde es wieder ruhiger, „andererseits hätte es so weiterlaufen können“. Allein in den drei Tagen vor dem Abwrackprämien-​Countdown seien nochmals zehn Kunden gekommen. Insgesamt habe sich der Umsatz um 50 bis 70 Prozent erhöht. Besonders der Opel Corsa und der Chevrolet Matisse hätten sich gut verkauft.
Die Zulassungsstellen im Ostalbkreis melden zum 1. Juli einen aktiven Bestand von insgesamt 243 335 Fahrzeugen. Dies sind 1,6 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. Bei den PKW hat der Bestand um 1595 Fahrzeuge zugenommen (insgesamt 171 195 Fahrzeuge). Das Landratsamt meldet einen Rekord an Kfz-​Abmeldungen mit Verwertungsnachweisen: „Seit Januar wurden bereits 6590 solcher Verwertungsnachweise, die für den Erhalt der Abwrackprämie erforderlich sind, von anerkannten Verwertungsbetrieben vorgelegt.“
 

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