Delegation des Ostalb-Kreistags informierte sich bei einer Reise in die Partnerprovinz Ravenna
Etwas über zwei Tage lang – wenn man die lange Reisezeit abzieht – informierte sich eine 64-köpfige Delegation des Ostalb-Kreistags in der Partnerprovinz Ravenna (die Rems-Zeitung berichtete am Samstag). Dabei gab es viele interessante Gespräche und Vorschläge. Von Manfred Laduch
OSTALBKREIS. Untergebracht waren die Ostälbler in der Stadt Cervia – einst wohlhabend geworden durch Salz, heute eine Tourismus-Metropolen an der Adria. Die Einwohnerzahl Cervias beläuft sich auf rund
27 000. Im Sommer verzehnfacht sie sich durch die Gäste in den unzähligen Hotels, vier Campingplätzen und Tausenden von Ferienwohnungen.
Vor
37 Jahren kamen die Cervesi, wie die Einwohner genannt werden, auf eine Idee: Jedes Jahr im Mai luden sie befreundete Städte und Gemeinden ein, jeweils einen der vielen Kreisverkehre gärtnerisch zu gestalten. Dieses Ereignis, „Maggio in Fiore“ (blühender Mai) genannt, hat sich zu einer riesigen Aktion entwickelt, an der inzwischen Dutzende Kommunen beteiligt sind.
Einen großen und besonders zentral gelegenen Kreisverkehr haben in diesem Jahr die acht Gemeinden des Ostalbkreises geschmückt, die Partnerschaften in der Region Ravenna unterhalten – plus Aalen, das einen Freundschaftsvertrag mit Cervia unterzeichnet hat. Er wird von den Einheimischen und den Touristen besonders geliebt, weil in ihm nicht nur einige tolle Gebäudemodelle (Eingang Tiefer Stollen, Portal Kloster Kirchheim) zu sehen sind, sondern auch mehrere lebensgroße Tier-Plastiken: Ein Ross aus Bartholomä, Schafe vom Härtsfeld und das Gmünder Einhorn.
Aus der Delegation gab es daher mehrere Angebote an Cervias Bürgermeister Roberto Zoffoli, auch im nächsten Jahr wieder mit von der Partie zu sein. Landrat Klaus Pavel entwickelte den Plan, die Stadt Schwäbisch Gmünd zu fragen, ob nicht alle Städte und Gemeinden des Ost-albkreises bei der Landesgartenschau
2014 auf einem zusammenhängenden Platz rund um einen „Ostalb-Pavillon“ je eine Fläche gestalten sollten. Für die fünf Partnerstädte Gmünds gibt es bereits diese Idee, bestätigte Erster Bürgermeister Joachim Bläse, der als Kreisrat Mitglied der Delegation war.
Diskutiert wurde innerhalb der Delegation, inwiefern weitere Partnerschaften zwischen Kommunen des Kreises und der Provinz in Frage kommen. Die Chancen wurden eher skeptisch beurteilt. Die Provinz Ravenna hat wesentlich weniger (
18) Städte und Gemeinden, als der Ostalbkreis (
42). Außerdem hatten einige Kommunen hier wie dort bereits vor der Beziehung zwischen den Regionen Partnerstädte im jeweils anderen Land (Lorch mit Oria, Oberkochen mit Montebelluna, Ravenna mit Speyer, Brisighella mit Zwingenberg), die natürlich niemand durch „Seitensprünge“ düpieren möchte.
Beeindruckt waren die Ostälbler von einer zweistündigen Rundfahrt durch den Hafen von Ravenna mit seinen kilometerlangen Molen für den Frachtverkehr. Zuvor hatte es eine Besichtigung der berühmten Mosaiken in der Stadt (
UNESCO–Weltkulturerbe) gegeben.
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