Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 08. September 2009

Projektgruppe „alternative Verkehrsführung“ stellt endgültige Pläne für Bahnhofsplatz vor

Nein, aufgeben wollen sie nicht. So lange noch eine Chance für eine „alternative Verkehrsführung“ auf dem Bahnhofsvorplatz bestehe, will die gleichnamige Projektgruppe dafür arbeiten. Jetzt legte sie einen detaillierteren Plan ihrer Ideen vor. Von Manfred Laduch

SCHWÄBISCH GMÜND. „Das ist jetzt unser endgültiger Vorschlag“, eröffnete CDUStadtrat Prof. Dr. Reinhard Kuhnert gestern das Pressegespräch im Café Spielplatz. Man habe den ursprünglichen Plan fortentwickelt und an den Gemeinderat geschickt. Es bleibe dabei bei dem Ansatz, die Landesgartenschau mit vernünftigem Städtebau zu verbinden.
Es könne nicht sein, eine Lösung nur für den Augenblick zu suchen. Der Bahnhofsvorplatz müsse eine „Qualität des Ankommens“ erhalten – und deshalb so weit wie möglich verkehrsberuhigt werden. Die erarbeiteten Pläne seien ingenieurtechnisch geprüft und als realisierbar eingestuft worden.
Gefordert wird nach wie vor, die Durchgangsstraße in einer Unterführung verschwinden zu lassen, statt sie mit dem berühmten „Knie“ über den Bahnhofsvorplatz zu leiten. Die Westeinfahrt einer solchen Unterführung würde ohnehin 3,60 Meter unterhalb des Bahnhofsplatz-​Niveaus liegen, die Rampe fünf Prozent Steigung nicht überschreiten, erklärte Architekt Gerhard Rieg. Im Osten komme man mit sechs Prozent Steigung klar. Wenn man den Bahnhofsvorplatz ohne Durchgangsverkehr richtig gestalte, werde dieser für die Ankommenden bereits Gartenschau-​Niveau haben.
Für den Erhalt des Postgebäudes hätten auch deshalb viele Menschen unterschrieben, weil sie gegen die bislang beschlossene Verkehrsführung seien, meinte Designer Ulrich Schmitt. Und Regierungsbaumeister i.R. Thomas K. Peter verwies auf den enormen Restverkehr, der – besonders wegen der fehlenden B 298-​Anbindung – auch nach Eröffnung des Tunnels in der Ortsdurchfahrt bleiben werde. Man solle nur einmal probieren, die Hälfte des heutigen Verkehrs probehalber über den Bahnhofsvorplatz zu leiten, dann würde man schnell merken, dass die bisherige Planung nicht funktioniere.
Ihm gefalle die „Boulevard“-Idee des neuen Oberbürgermeisters durchaus, fuhr Gerhard Rieg fort. Nur leider sei dafür viel zu wenig Platz vor dem Bahnhof. „Egal wie das Kind heißt, diese Straße müssten zu viele Bahnreisende und vor allem Schüler kreuzen“, kritisierte Ulrich Schmitt. Auch die Firma Abt sehe große Probleme, wenn die Busse auf dem Bahnhofsvorplatz mit 20 000 Fahrzeugen pro Tag konkurrieren müssten.
Die Unterführung würde 2,1 Millionen Euro mehr kosten, als das „Bahnhofsknie“. Allerdings geht die Projektgruppe davon aus, dass 70 Prozent davon durch Zuschüsse des Landes abgedeckt würden. Für die bei der Stadt verbleibenden 700 000 Euro erhalte diese allerdings einen erheblichen Mehrwert an Fläche für die Gartenschau auf dem „Deckel“ der Unterführung.
Einbezogen habe man in die Pläne den von OB Arnold angeregten Neubau für die Hochschule für Gestaltung. Gerade in diesem Gebäude würde durch die schallschluckende Wirkung der Unterführung ein ungestörtes Arbeiten erst ermöglicht. Das Gleiche gelte für die vorgesehene Open-​Air-​Bühne, die man ebenso eingeplant habe.
 

Kommentare

Neuen Kommentar hinzufügen
  1. Bahnhofsplatz für die Menschen nicht für Autos
    Ein guter Plan für die Bürger und Gäste von Schwäbisch Gmünd - das wird Gmünd nach vorne bringen
Neuen Kommentar hinzufügen