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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Montag, 18. Januar 2010

Neujahrsempfang für Frauen im großen Predigersaal: Brot und Rosen im 21. Jahrhundert

Der Feminismus hat vieles zu geben, jeder einzelnen Frau, aber auch dem Gemeinwesen“, versicherte gestern die Gmünder Frauenbeauftragte Elke Heer beim 12. Neujahrsempfang der Frauen in Gmünd. Und OB Richard Arnold erklärte, warum die Stadt auf ihre Frauen nicht verzichten kann.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Elke Heer stimmte auf den Vortrag von Antje Schrupp (siehe rechts) ein, als sie davon sprach, wie wichtig es sei, dass die Anliegen von Frauen als das wahrgenommen würden, was sie seien: „Eine Bereicherung“. Vieles sei erreicht worden in den vergangenen Jahrzehnten, aber immer noch dominiere eine „gefährliche männliche Monokultur mit all ihren Spielregeln“. „Wir wollen Brote und Rosen haben“, stellte Heer mit Verweis auf die – später gemeinsam gesungene – Hymne der Frauenbewegung ihren Gegenentwurf vor: „Entscheiden wir uns für den Weg, den wir eingeschlagen haben und versuchen, ihn mit Blumen zu säumen“.
Zu dieser Veranstaltung im Prediger waren mehr Frauen als erwartet gekommen, selbst auf der Empore drängten sich die Gäste. Lauter Frauen. Weshalb sich Oberbürgermeister Arnold sehr zum Vergnügen der Versammlung mitten in seiner Anrede korrigierte: „Sehr geehrte Damen und .… Frauen“. Zunächst bat das Stadtoberhaupt die Gmünderinnen, ihr Rathaus regelmäßig zu nutzen – dazu sei es nämlich da. Er nannte die wichtigsten, gemeinsam mit dem Frauenforum erarbeiteten Maßnahmen und ging insbesondere auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein, die ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt sei. Es sei natürlich schwierig, in Zeiten der Wirtschafts– und Finanzkrise wirklich etwas zu verändern. Beim Ausbau der Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen etwa, würden die die kommen alleine gelassen: „Ich weiß ehrlich nicht, wie das funktionieren soll“. Aber er versprach, weiterzubringen, was Elke Heer und sein Vorgänger Wolfgang Leidig auf den Weg gebracht hätten. Der Geist der Gemeinschaft in Gmünd sei ganz wesentlich von Frauen geprägt, so Arnold mit Blick auf die Klöster und die jahrhundertelang von Ordensfrauen bestimmten Inhalte; noch heute atmeten etwa St. Canisius, St. Josef oder auch die Stiftung Haus Lindenhof diesen Geist. Mit diesem Verweis auf unterschiedliche Herangehensweisen vertrat Arnold übrigens die zentrale These der Referentin Dr. Schrupp. Dass die finanzielle Lage noch viel verheerender ist, als bislang bekannt, klang durch, aber eben auch der unbedingte Wille, die Stadt voranzubringen: „Wir dürfen uns nicht lähmen lassen; wir werden gegen den Strom schwimmen“. Wichtiges Thema war ihm die Handwerkerinitiative und der „goldene Boden“ des Handwerks: „Ohne Frauen wäre da längst nicht so viel Gold“. Dass die Stadt die Kontrolle behalte über die Sanierung ihrer Schulen, so eines seiner Beispiele, ermögliche die Beauftragung lokaler Handwerksbetriebe. In einem flammenden Appell schwörte er die Versammlung dann ein auf die Landesgartenschau. Lange Zeit sei in Gmünd weniger investiert worden als in anderen Städten, was auch den Haushaltszwängen geschuldet sei, aber eben mit sinkender Attraktivität verbunden. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen“, so Arnold, das bedeute aber auch, dass in kürzester Zeit sehr viel „durchgepeitscht“ werden müsse; zu viel Zeit sei bereits ungenutzt verstrichen. Auch die Integration war Thema in diesem Streifzug durch die Stadtpolitik, immer wieder zudem Bildung und Erziehung: „Es darf uns nichts egal sein“.
Wie immer sehr gewandt dankte Kirsten Schunck allen, die diesen Neujahrsempfang möglich gemacht hatten – allen voran dem Frauenchor Passione aus Iggingen, dessen 30 singbegeisterte Sängerinnen unter der Leitung von Gisela Gräßle-​Derer lautstarken Jubel und anhalten Applaus erhielten.
 

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Neujahrsempfang für Frauen im großen Predigersaal: Brot und Rosen im 21. Jahrhundert

Der Feminismus hat vieles zu geben, jeder einzelnen Frau, aber auch dem Gemeinwesen“, versicherte gestern die Gmünder Frauenbeauftragte Elke Heer beim 12. Neujahrsempfang der Frauen in Gmünd. Und OB Richard Arnold erklärte, warum die Stadt auf ihre Frauen nicht verzichten kann.

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Elke Heer stimmte auf den Vortrag von Antje Schrupp (siehe rechts) ein, als sie davon sprach, wie wichtig es sei, dass die Anliegen von Frauen als das wahrgenommen würden, was sie seien: „Eine Bereicherung“. Vieles sei erreicht worden in den vergangenen Jahrzehnten, aber immer noch dominiere eine „gefährliche männliche Monokultur mit all ihren Spielregeln“. „Wir wollen Brote und Rosen haben“, stellte Heer mit Verweis auf die – später gemeinsam gesungene – Hymne der Frauenbewegung ihren Gegenentwurf vor: „Entscheiden wir uns für den Weg, den wir eingeschlagen haben und versuchen, ihn mit Blumen zu säumen“.
Zu dieser Veranstaltung im Prediger waren mehr Frauen als erwartet gekommen, selbst auf der Empore drängten sich die Gäste. Lauter Frauen. Weshalb sich Oberbürgermeister Arnold sehr zum Vergnügen der Versammlung mitten in seiner Anrede korrigierte: „Sehr geehrte Damen und .… Frauen“. Zunächst bat das Stadtoberhaupt die Gmünderinnen, ihr Rathaus regelmäßig zu nutzen – dazu sei es nämlich da. Er nannte die wichtigsten, gemeinsam mit dem Frauenforum erarbeiteten Maßnahmen und ging insbesondere auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein, die ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt sei. Es sei natürlich schwierig, in Zeiten der Wirtschafts– und Finanzkrise wirklich etwas zu verändern. Beim Ausbau der Betreuungsplätze für die unter Dreijährigen etwa, würden die die kommen alleine gelassen: „Ich weiß ehrlich nicht, wie das funktionieren soll“. Aber er versprach, weiterzubringen, was Elke Heer und sein Vorgänger Wolfgang Leidig auf den Weg gebracht hätten. Der Geist der Gemeinschaft in Gmünd sei ganz wesentlich von Frauen geprägt, so Arnold mit Blick auf die Klöster und die jahrhundertelang von Ordensfrauen bestimmten Inhalte; noch heute atmeten etwa St. Canisius, St. Josef oder auch die Stiftung Haus Lindenhof diesen Geist. Mit diesem Verweis auf unterschiedliche Herangehensweisen vertrat Arnold übrigens die zentrale These der Referentin Dr. Schrupp. Dass die finanzielle Lage noch viel verheerender ist, als bislang bekannt, klang durch, aber eben auch der unbedingte Wille, die Stadt voranzubringen: „Wir dürfen uns nicht lähmen lassen; wir werden gegen den Strom schwimmen“. Wichtiges Thema war ihm die Handwerkerinitiative und der „goldene Boden“ des Handwerks: „Ohne Frauen wäre da längst nicht so viel Gold“. Dass die Stadt die Kontrolle behalte über die Sanierung ihrer Schulen, so eines seiner Beispiele, ermögliche die Beauftragung lokaler Handwerksbetriebe. In einem flammenden Appell schwörte er die Versammlung dann ein auf die Landesgartenschau. Lange Zeit sei in Gmünd weniger investiert worden als in anderen Städten, was auch den Haushaltszwängen geschuldet sei, aber eben mit sinkender Attraktivität verbunden. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, diesen Teufelskreis zu durchbrechen“, so Arnold, das bedeute aber auch, dass in kürzester Zeit sehr viel „durchgepeitscht“ werden müsse; zu viel Zeit sei bereits ungenutzt verstrichen. Auch die Integration war Thema in diesem Streifzug durch die Stadtpolitik, immer wieder zudem Bildung und Erziehung: „Es darf uns nichts egal sein“.
Wie immer sehr gewandt dankte Kirsten Schunck allen, die diesen Neujahrsempfang möglich gemacht hatten – allen voran dem Frauenchor Passione aus Iggingen, dessen 30 singbegeisterte Sängerinnen unter der Leitung von Gisela Gräßle-​Derer lautstarken Jubel und anhalten Applaus erhielten.
 

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