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» Ostalbkreis | Mittwoch, 27. Januar 2010

Dass Heuchlingen bis dato fast keine Schulden hat, ermöglicht nun ein antizyklisches Verhalten /​Sanierung der Grundschule

„Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not“ — getreu dieser alten Weisheit hat die Gemeinde Heuchlingen ihre Finanzen so saniert, dass die Verschuldung nun ahezu bei Null liegt. Dies zahlt sich jetzt aus, so dass trotz drastischer Einnahmeausfälle die Grundschule für 780 000 Euro saniert werden kann. Von Gerold Bauer

HEUCHLINGEN. „Wir verhalten uns ähnlich wie die Bundesregierung und stützen durch unsere Investitionen in der Krise die Konjunktur“, kommentierte Bürgermeister Peter Lang gestern das antizyklische Vorgehen bei der Aufstellung des Haushaltsplans. „Allerdings haben wir eine bessere Ausgangsbasis als der Bund, denn wir sind derzeit praktisch schuldenfrei und können auch noch auf eine satte Rücklage zugreifen“, machte der Schultes deutlich. Die Beschlüsse über den Haushalt und die Schulsanierung erfolgten gestern Abend jeweils einstimmig.
Der Haushalt hat ein Volumen von rund 4,4 Millionen Euro — wobei davon gut eine Million auf den Vermögenshaushalt entfällt. Aufgrund massiver Ausfälle bei den Einnahmen (allein bei den Umlagen und im Finanzausgleich fehlen 450 000 Euro) rutscht die Zuführungsrate gleich sechsstellig in den negativen Bereich. Allerdings ist die „Sparbüchse“ momentan noch prall gefüllt. Ende 2008 umfassten die Rücklagen rund eine Million Euro. 445 000 Euro wurden anno 2009 aus diesem Topf entnommen. 2010 werden es weitere 500 000 Euro sein, so dass bis zum Jahresende nur noch die gesetzlich vorgeschriebene Mindesrücklage von knapp 70 000 Euro übrig bleiben wird. Dies bedeutet, dass die Gemeinde im Jahr 2011 nicht auf Rücklagen zugreifen kann.
Dass im Haushalt 2010 kräftig investiert werden kann (Schulhaussanierung, Kauf von Grundstücken für ein weiteres Baugebiet, Beschaffung eines Mannschaftstransportwagens für die Feuerwehr) und auch die Freiwilligkeitsleistungen (Vereinsförderung, Zuschüsse für die Busfahrten zum Schwimmunterricht, kommunaler Zuschusses für die Sanierung des Kirchendachs) erhalten bleiben, geht nur deshalb, weil der aktuelle Schuldenstand der Gemeinde nur rund 20 000 Euro beträgt. Zum Jahresende 2010 wird der Betrag, mit dem Heuchlingen in der Kreide steht, zwar auf knapp 235 000 Euro angewachsen sein. Doch dies sind dann gerade mal 134 Euro Pro-​Kopf.
Dickster Brocken im neuen Haushalt sind die 780 000 Euro für die Sanierung der Grundschule. 185 000 entfallen dabei auf die Dachsanierung, 256 000 Euro werden für die Fassade gebraucht, 96 000 Euro für die Sanierung des WC und des Erdgeschosses sowie 205 000 Euro für den Umbau des Obergeschosses.
Darin enthalten ist die Verbesserung des Brandschutzes durch eine Außentreppe (zweiter Rettungsweg) sowie die Verglasung des Treppenhauses, um einer etwaigen Rauchausbreitung Einhalt zu gebieten. In den Klassenzimmern will man moderne Energiespar-​Beleuchtung installieren und Bodenbeläge erneuern.
 

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