Tagung mit Minister Peter Hauk in Degenfeld /Land macht Kommunen die schnelleren Daten-Autobahnen schmackhaft
Wenn junge Familien ein Haus bauen, fragen sie zunächst nach den Schulen am Ort und dann nach der Internetverbindung. Das Land will den flächendeckenden und schnellen Anschluss an die Datenautobahnen erreichen. Auch für den ländlichen Raum.
GMÜND-DEGENFELD
(rw). Die Breitbandinitiative Ländlicher Raum Baden-Württemberg läuft seit zwei Jahren. Minister Peter Hauk (Ernährung und Ländlicher Raum) nahm gestern an einer Tagung der Akademie Ländlicher Raum statt, die in der Kalte-Feld-Halle in Degenfeld stattfand.
180 Teilnehmer aus den Kommunalverwaltungen des Landes, darunter etliche Bürgermeister, hatten sich am Vormittag im tief verschneiten und kleinsten Gmünder Teilort eingefunden. Dass sich gerade im Gmünder Raum noch genügend weiße Flecken der schnellen Internet-Anbindung befinden, darauf machte OB Richard Arnold in seinem Grußwort aufmerksam.
Das kann und soll sich ändern. Über Erfahrungen, Modelle und Perspektiven der Breitband-Kampagne tauschten sich die Teilnehmer bei sieben Vorträgen aus. Ein interessanter Ansatz für den ländlichen Raum ist beispielsweise das Surfen über Rundfunkfrequenzen. Derzeit findet im Ostalbkreis ein Modellversuch in Bopfingen-Baldern mit
100 Teilnehmern — Privatleute wie Betriebe — statt, von dem Walter Berner (Landesanstalt für Kommunikation) berichtete. Die Nutzer erhalten einen Router, der nicht größer ist als ein Taschenbuch und eine mit einem Handy vergleichbare Sendeleistung besitzt. Mehrere PCs lassen sich anschließen. Die Down– und Upload-Geschwindigkeiten betragen
5 bzw.
1 Mbit/s, sollen mit dem Nachfolgesystem LTE deutlich schneller werden. Besser als DSL-Verbindungen sind die Rundfunkfrequenzen allemal. Für den ländlichen Raum stelle diese Anbindung „eine gute und schnell verfügbare Alternative zu DSL, Kabel und Glas“ dar, so Berner.
Minister Peter Hauk verwies auf die landesweit laufenden Modellprojekte. Das Land sei mit der seit Ende
2007 laufenden Breitband-Initiative ein Impulsgeber. Bis Ende
2009 seien
178 Förderanträge mit einem Volumen von
10,
3 Mio. Euro bewilligt worden. Inzwischen habe die Förderung stark zugenommen, die Kommunen erkennen die Notwendigkeit dieser Infrastruktur, nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Wettbewerb um Einwohner in der Konkurrenz zu den Ballungsräumen. Hauk: „Wir wollen die gleichwertige Entwicklung gewährleisten.“ Mit einer ganzen Reihe von Modellprojekten werden hierfür in Baden-Württemberg innovative Wege beschritten und der Einsatz verschiedener Techniken erprobt. Damit sei es gelungen, kreative Lösungen zu finden und zugleich den Wettbewerb zu fördern.
Fast
70 Prozent der Bewohner im Südwesten sind mittlerweile online,
50 Prozent sind es täglich. Es sollen noch mehr werden, „gerade für Ältere, Handwerker und den Mittelstand bietet das Netz ungeahnte Möglichkeiten“, so Minister Peter Hauk, „es ist ein wirtschafts– und regionalpolitisches Ziel, im ländlichen Raum für schnelle Breitband-Anbindung zu sorgen.“ Für alle Haushalte im Land soll bis Ende
2010 die
1-Mbit/s-Verbindung bestehen. Das Ziel bis
2014 ist deutlich ehrgeiziger:
75 Prozent der Haushalte sollen den
50 Mbit/s-Anschluss haben. Die sollen nicht nur in den Zentren zu finden sein.
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