Theatergruppe des TV Lindach spielte in der Eichenrainhalle das Stück Die Erbtante aus Amerika
Nachdem sich im Jahr 2009 mehrere Theaterspieler nach jahrelanger Zugehörigkeit aus verschiedenen Gründen zurückgezogen hatten, musste die Theatergruppe des TV Lindach neu formiert werden.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). Am vergangenen Wochenende war es dann soweit: Vorstand Wolfgang Greil konnte in der schön geschmückten Eichenrainhalle zahlreiche Gäste begrüßen. Die Spannung war enorm hoch. Schafft es die neue Truppe, an die Erfolge der vergangenen Jahre anzuknüpfen? Die Herzen der Schauspieler und Regisseure schlugen so hoch, dass jeder glaubte, sie könnten herausspringen, denn es war wie ein Neuanfang.
Das Lustspiel „Die Erbtante aus Amerika“ zeigt, dass Lügen kurze Beine haben. Eine Männerwirtschaft, bestehend aus Opa, Vater und Sohn, wird dieses Sprichwort sicherlich nie mehr vergessen. Denn ihnen wird es bei diesem Theaterstück eindeutig bewusst. Immer wenn das Geld knapp wird, schreibt Opa Hans Hurgele (Reiner Scholz) seiner Schwägerin Barbara in Amerika einen Bettelbrief. Eines Tages kommt der Postbote Max Seiferle (Werner Kautnik), der seinem Namen alle Ehre machte, mit einem Telegramm vorbei. Nach langem Hin und Her beschließen die Männer es zu öffnen. Nun nimmt die Geschichte ihren Lauf. Denn das Telegramm war von jener Erbtante Barbara (Hannelore Melein) und ihrer Tochter Lissy (Stefanie Raab) aus Amerika. Sie kündigen an, dass sie noch am selben Tag auf Besuch kommen.
Der Schock bringt den Keilriemen vom Herzschrittmacher des Opa Hurgele fast zum Zerreißen. Der Enkel Thomas (Sven Potthoff) versteht dies alles nicht und wundert sich, warum sich Hans und Karl nicht freuen. Nun wird er von seinem Vater Karl (Stefan Hörsch) und seinem Opa aufgeklärt. Opa Hurgele erzählt, dass er seiner Schwägerin geschrieben hat. Für die viele Hausarbeit bräuchte man eine Haushälterin, Karl wäre wieder verheiratet und Thomas hätte studiert und würde gerne heiraten. Im letzten Brief wird erzählt, der Opa sei gestorben und dadurch fehle auch noch dessen kleine Rente. Damit aber in Zukunft der Dollarsegen nicht ausbleibt, beschließen die drei Männer, dass Tante Barbara alles so vorfinden muss, wie in den Briefen geschildert.
Opa Hurgele schickt seinen Sohn Karl und seinen Enkel Thomas auf Brautschau. Diese spielen aber nur mit, wenn sich Opa Hurgele bereit erklärt, in die Rolle der Haushälterin zu schlüpfen. Während die Männer an ihrem Plan arbeiteten, erscheint die Erbtante mit ihrer Tochter frühzeitig. Sie treffen niemanden an. Finden aber die schriftlichen Notizen der Männer für ihre Intrigen und beschließen ebenfalls einen Plan.
Das Verwirrspiel beginnt. Karl und Thomas zweifeln an ihrem Verstand, als plötzlich zwei fremde Frauen im Haushalt sind und sich als Frau und Braut aufspielen. Doch damit nicht genug. Auch Fräulein Dipfele (Doris Rupp) und Bärbel Wargele (Karin Urbaniak) sind nun bereit, die Erbtante zu täuschen, in dem sie in die Rollen der Braut und Ehefrauschlüpfen. Das heißt, es sind plötzlich vier Frauen im Haus.
Um die fremden Frauen wieder los zu werden, wird ein neuer Plan ausgearbeitet. Opa Hurgele, der angeblich an allem Schuld ist, muss nun die Suppe auslöffeln, in dem er neben der Rolle als Haushälterin auch noch in die Rolle eines falsches Arztes schlüpft. Doch alle Intrigen nützen nichts, denn die Erbtante hat die ganzen Spielchen von Anfang an durchschaut.
Im dritten Akt zeigt sie ihre wahre Identität und warnt ihren Schwager vor weiteren Lügengeschichten. Ihre Tochter Lissy beruhigt sie und meint, die ganze Geschichte hat doch etwas Gutes. Jetzt kommt wenigstens wieder eine Frau ins Haus oder vielleicht auch zwei? Und dann ist es mit dem Lügen sowieso vorbei. Thomas Hurgele beendet das Theater mit seinem Lieblingssatz: „Was für ein Tag!“
Die Fähigkeit in die entsprechende Rolle zu schlüpfen und diese glaubwürdig in Szene zu setzen, ist nicht nur Begabung, sondern auch viel Arbeit. Doch das Publikum war begeistert, wie dies auch den neuen Schauspielern gelungen ist. Ein besonderes Lob ging dabei an Reiner Scholz, der in diesem Stück drei Rollen (Opa Hurgele, Haushälterin und Arzt) perfekt verkörperte. Die Schauspieler wurden mit lang anhaltenden Lachsalven und tosendem Applaus in der Eichenrainhalle belohnt.
Die Theatergruppe probt bereits seit vielen Jahren unter der Leitung von Erika Schubauer und Uschi Peischl. Für die passende Gesichtsfarbe und Frisur ist seit vielen Jahren Ursula Pantleon zuständig. Für den richtigen Ton sorgt Jürgen Kientz.
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