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» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 31. Januar 2010

Große Prunksitzung der AG Gmendr Fasnet gestern Abend im Stadtgarten mit allem, was das Narrenherz begehrt

Hoch schlugen die närrischen Wogen gestern im Stadtgarten. Die traditionelle Prunksitzung der AG Fasnet enthielt alle Facetten eines gelungenen Abends: akrobatischen Gardetanz und schräge Guggenmusik, graziles Männerballett und zwerchfellerschütternde Büttenreden. Von unseren in den Stadtgarten entsandten närrischen Korrespondenten

HELLAA GAMUNDIA. Die gute Nachricht zuerst: Das Manko des vergangenen Jahres, als der lokale Spott im Programm etwas zu kurz kam, wurde eindrucksvoll behoben. Wobei „kurz“ das richtige Stichwort ist: Nicht nur, dass zwei Traditionsnummern der Gmendr Fasnet, der Angler von der Rems und die Gruppe „Herrgottsblitz“ auf die Bühne zurückkehrten – in Karl Kurz wurde auch ein neuer einheimischer Büttenredner gefunden.
Laut und bunt ging es vom ersten Moment an her. Zum zweiten Mal wurde das Silbermännle von „Rudo, dem Hölltalschütz“ begleitet. Zu den Klängen der Kolpingkapelle unter Leitung von Udo Penz betrat der närrische Rat die Bühne und Sitzungspräsident Ludwig Fuchs hieß die Gäste willkommen, unter denen sich natürlich fast geschlossen die Gmünder Politik-​Prominenz befand (siehe rechts oben). Es folgte der Einmarsch des Hofstaats mit Prinzessin Birgit I., Prinz Christian I., der närrischen Schultes Sabine die Pfiffige, Zeremonienmeister Daniel der Absolute sowie Präsident Albert Scherrenbacher mit seinen beiden „Vizen“. Dann wurde es voll auf der Bühne: Als Gäste zogen die Faschingsgesellschaft Untergröningen, der TV Weiler, die Waldstetter Wäschgölten und der CVG Herlikofen ein.
Gleich sechsfach wirbelte im Verlauf des Abends die Gmünder Garde der AG Fasnet über die Bühne, vertreten durch die herzige Stöpselgarde, die Minimarie, die Tanzteufel, die große Garde und durch die neuen „Gmünder Hüpfer“. Das ebenfalls neue Tanzmariechen Nathalie Bihlmaier gehörte zu den Stars.
Und dann das erste „Comeback“ des Abends. Der – neben dem „Till“ – wohl am meisten vermisste Wendelin Schmid betrat als „Angler von der Rems“ unter großem Jubel die Bütt und ließ das turbulente Gmünder Lokalgeschehen des vergangenen Jahres mit viel Humor Revue passieren. Als Insider beleuchtete Schmid den Zoff um den OB-​Wahlprospekt mit Repräsentanten der Ortsteile oder auch die Notwendigkeit nichtöffentlicher Gemeinderatssitzungen. Den Oberbürgermeister machte er nach dessen tatkräftigem Einsatz unterm Bergschlössle darauf aufmerksam, dass es in Gmünd noch 10000 andere klappernde Schachtdeckel gebe. Und er nahm den jüngsten Artikel über den OB in der Stuttgarter Bild-​Zeitung aufs Korn. Nachdem die „Eichwaldgeister“ von der Narrenzunft des TSV Waldhausen das Publikum bestens mit Hexen-​Akrobatik unterhalten hatten, lebte die nächste Gmünder Fasnets-​Legende wieder auf: Zu sechst enterten die „Herrgottsblitz“ die Bühne und zogen alles durch den Kakao, was Rang und Namen hat: Vom „Rathaus-​Praktikanten“ Richard Arnold bis zum SPD–Fraktionsboss Max Fuchs. Daneben wurde das doch nicht kommende Bordell in der Lorcher Straße ebenso thematisiert wie der – hoffentlich doch kommende – Tunnelfilter. Für die Guggenmusik war in diesem Jahr das Team von „Überdruck“ zuständig, ehe die „Geesbachbruddler“ ihren Einsatz bestritten. In ihrer typischen Mischung aus Rede und Liedern erklärten die Herliköfer den Gmündern, warum ihr Weihnachtsmarkt an einen orientalischen Bazar erinnerte, was ihnen beim Wechsel von Schlecker zu Kaufland aufgefallen war, wie es mit dem Predigerumbau weitergehen sollte und dass die Aalener auf die vielen Tunnelführungen neidisch sind. Natürlich ließen Jürgen Kolhep mit Sohn Florian, Martin Seibold und Rainer Pflieger auch die Themen Salvator-​Sanierung und den OB-​Wechsel nicht aus.
Wie sich das Niveau des Gardetanzes immer besser entwickelt, zeigten im Verlaufe des Abends nicht nur die Gmünder, sondern auch ihre Gäste aus Weiler, Herlikofen, Waldstetten und Untergröningen. Heftigen Applaus erntete auch das Herliköfer Tanzmariechen Mona Kolhep.
 

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