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Lokalnachrichten

» Ostalbkreis | Dienstag, 26. Oktober 2010

Prof. Hendrik Speck sprach bei der IHK-​Ehrungsfeier für Azubis im Stadtgarten über die Auswirkungen der elektronischen Medien

292 Teilnehmer haben bei den IHK- Abschlussprüfungen herausragende Leistungen gezeigt. Zur feierlichen Übergabe der Preise und Belobigungen hatte die IHK wieder einen hochkarätigen Vortragsredner in den Stadtgarten eingeladen: Hendrik Speck, Professor an der FH Kaiserslautern, sprach über Verhaltensänderungen durch die Nutzung elektronischer Medien. Von Gerold Bauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Die Begrüßung der vielen Gäste und Ehrengäste oblag traditionell IHK–Hauptgeschäftsführer Klaus Moser, der einen Dank an die international erfolgreichen Tanzgruppen des TSV Dewangen adressierte, die mit Hiphop und Breakdance für das Rahmenprogramm sorgten. Danach machte Moser mit beeindruckenden Zahlen vertraut: An den Winter– und Sommerprüfungen 2010 nahmen insgesamt 2196 Auszubildende aus 38 kaufmännischen und 64 gewerblich-​technischen Berufen teil. „Über 13 Prozent der Prüfungsteilnehmer erreichten Spitzenleistungen und wurden mit Preisen und Belobigungen der IHK Ostwürttemberg ausgezeichnet“, freute sich Moder. Sein Dank galt allen Prüfern, Arbeitgebern, Ausbildern, Lehrern und nicht zuletzt den Eltern.
IHK–Präsident Helmut Althammer gratulierte den jungen Fachkräften. „Sie haben bemerkenswerte Prüfungsleistungen erzielt. Gehen Sie mit Ihren Auszeichnungen und einem guten Gefühl in Ihr Berufsleben; lernen Sie aber weiter und nutzen Sie die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten, die sich Ihnen bieten.“ Gut ausgebildete Fachkräfte werden künftig mehr denn je gebraucht, machte der IHK–Präsident deutlich. „Karriere mit Lehre“ sei mehr als ein Schlagwort, denn junge Fachkräfte hätten eine wertvolle Eintrittskarte in ihre berufliche Zukunft erhalten; jetzt gelte es, neue Herausforderungen anzunehmen und die Startchancen wahrzunehmen.
Hendrik Speck, Professor für Digitale Medien an der FH Kaiserslautern, setztete mit den Vor– und Nachteilen von „Social Media“ auseinander. Gemeint ist damit die elektronische Kommunikation, die dank weltweiter Vernetzung ein nicht mehr vorstellbares Ausmaß an Kontakten ermöglicht. Ins Netz gestellte Informationen können eine zig-​fach größere Verbreitung haben wie TV-​Sendungen oder gar Zeitungen und Zeitschriften.
Zunächst richtete der Hochschullehrer den Blick auf die Werte– und Medienwelt, die die Eltern der heutigen Ausbildungsabsolventen in ihrer Jugend geprägt hatten. Deren Statussymbole waren das Auto sowie die Qualität der Stereo-​Anlage. Medienkonsum lief übers Radio, den Fernseher oder mit einem als Walkman bezeichneten tragbaren Kassettenspielers. „Die ersten Mobiltelefone waren damals so groß wie ein kleiner Reisekoffer, und mancher kommunizierte mit langer Autoantenne über CB-​Funk. „Eure Eltern haben sich damals noch Briefe und Postkarten geschrieben und holten Film-​Kassetten aus der Videothek“, bemerkte der Redner süffisant und fügte hinzu, dass man damals in Papier-​gefüllte Räume ging, die man Bibliothek nannte.
Bei der heutigen jungen Generation habe in Großstädten das Auto seine Bedeutung als Statussymbol verloren. Es werde lieber Geld für teure Unterhaltungs– und Kommunikationselektronik ausgegeben. Mit diesen Geräten verbringen die jungen Menschen sehr viel Zeit und nutzten oft mehrere Systeme gleichzeitig. Es werde auch sehr viel elektronisch gespielt, während noch vor 20 Jahren Spielzeug als „Kinderkram“ galt und bei Erwachsenen eher als uncool betrachtet wurde. Radio werde immer seltener gehört; stattdessen lade man sich sehr selektiv die gewünschte Musik im MP3-​Format via Internet aufs Handy.
Diese elektronische Kommunikation beschere dem Menschen ganz automatisch eine „digitale Identität“, denn sämtliche übers Netz gesendeten Worte, Bilder oder Daten können von anderen eingesehen und benutzt werden. Mancher beende gar sein reales Leben und existiere nur noch virtuell, weil ihm die „sozialen Medien“ Unterhaltung, Informationen und Kommunikation bieten. Im Hinblick darauf, dass es auch ziemlich lange gedauert habe, bis sich die heute üblichen Regeln im Straßenverkehr etabliert haben, zeigte sich Prof. Speck jedoch überzeugt, dass die moderne Gesellschaft auch die Risiken der elektronischen Medien in den Griff bekommen werde. Leider fehle es denen, die die politische Entscheidungskompetenz haben, oft an der Medienkompetenz — sprich an ausreichendem Wissen über das, was technisch möglich ist.
 

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Prof. Hendrik Speck sprach bei der IHK-​Ehrungsfeier für Azubis im Stadtgarten über die Auswirkungen der elektronischen Medien

292 Teilnehmer haben bei den IHK- Abschlussprüfungen herausragende Leistungen gezeigt. Zur feierlichen Übergabe der Preise und Belobigungen hatte die IHK wieder einen hochkarätigen Vortragsredner in den Stadtgarten eingeladen: Hendrik Speck, Professor an der FH Kaiserslautern, sprach über Verhaltensänderungen durch die Nutzung elektronischer Medien. Von Gerold Bauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Die Begrüßung der vielen Gäste und Ehrengäste oblag traditionell IHK–Hauptgeschäftsführer Klaus Moser, der einen Dank an die international erfolgreichen Tanzgruppen des TSV Dewangen adressierte, die mit Hiphop und Breakdance für das Rahmenprogramm sorgten. Danach machte Moser mit beeindruckenden Zahlen vertraut: An den Winter– und Sommerprüfungen 2010 nahmen insgesamt 2196 Auszubildende aus 38 kaufmännischen und 64 gewerblich-​technischen Berufen teil. „Über 13 Prozent der Prüfungsteilnehmer erreichten Spitzenleistungen und wurden mit Preisen und Belobigungen der IHK Ostwürttemberg ausgezeichnet“, freute sich Moder. Sein Dank galt allen Prüfern, Arbeitgebern, Ausbildern, Lehrern und nicht zuletzt den Eltern.
IHK–Präsident Helmut Althammer gratulierte den jungen Fachkräften. „Sie haben bemerkenswerte Prüfungsleistungen erzielt. Gehen Sie mit Ihren Auszeichnungen und einem guten Gefühl in Ihr Berufsleben; lernen Sie aber weiter und nutzen Sie die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten, die sich Ihnen bieten.“ Gut ausgebildete Fachkräfte werden künftig mehr denn je gebraucht, machte der IHK–Präsident deutlich. „Karriere mit Lehre“ sei mehr als ein Schlagwort, denn junge Fachkräfte hätten eine wertvolle Eintrittskarte in ihre berufliche Zukunft erhalten; jetzt gelte es, neue Herausforderungen anzunehmen und die Startchancen wahrzunehmen.
Hendrik Speck, Professor für Digitale Medien an der FH Kaiserslautern, setztete mit den Vor– und Nachteilen von „Social Media“ auseinander. Gemeint ist damit die elektronische Kommunikation, die dank weltweiter Vernetzung ein nicht mehr vorstellbares Ausmaß an Kontakten ermöglicht. Ins Netz gestellte Informationen können eine zig-​fach größere Verbreitung haben wie TV-​Sendungen oder gar Zeitungen und Zeitschriften.
Zunächst richtete der Hochschullehrer den Blick auf die Werte– und Medienwelt, die die Eltern der heutigen Ausbildungsabsolventen in ihrer Jugend geprägt hatten. Deren Statussymbole waren das Auto sowie die Qualität der Stereo-​Anlage. Medienkonsum lief übers Radio, den Fernseher oder mit einem als Walkman bezeichneten tragbaren Kassettenspielers. „Die ersten Mobiltelefone waren damals so groß wie ein kleiner Reisekoffer, und mancher kommunizierte mit langer Autoantenne über CB-​Funk. „Eure Eltern haben sich damals noch Briefe und Postkarten geschrieben und holten Film-​Kassetten aus der Videothek“, bemerkte der Redner süffisant und fügte hinzu, dass man damals in Papier-​gefüllte Räume ging, die man Bibliothek nannte.
Bei der heutigen jungen Generation habe in Großstädten das Auto seine Bedeutung als Statussymbol verloren. Es werde lieber Geld für teure Unterhaltungs– und Kommunikationselektronik ausgegeben. Mit diesen Geräten verbringen die jungen Menschen sehr viel Zeit und nutzten oft mehrere Systeme gleichzeitig. Es werde auch sehr viel elektronisch gespielt, während noch vor 20 Jahren Spielzeug als „Kinderkram“ galt und bei Erwachsenen eher als uncool betrachtet wurde. Radio werde immer seltener gehört; stattdessen lade man sich sehr selektiv die gewünschte Musik im MP3-​Format via Internet aufs Handy.
Diese elektronische Kommunikation beschere dem Menschen ganz automatisch eine „digitale Identität“, denn sämtliche übers Netz gesendeten Worte, Bilder oder Daten können von anderen eingesehen und benutzt werden. Mancher beende gar sein reales Leben und existiere nur noch virtuell, weil ihm die „sozialen Medien“ Unterhaltung, Informationen und Kommunikation bieten. Im Hinblick darauf, dass es auch ziemlich lange gedauert habe, bis sich die heute üblichen Regeln im Straßenverkehr etabliert haben, zeigte sich Prof. Speck jedoch überzeugt, dass die moderne Gesellschaft auch die Risiken der elektronischen Medien in den Griff bekommen werde. Leider fehle es denen, die die politische Entscheidungskompetenz haben, oft an der Medienkompetenz — sprich an ausreichendem Wissen über das, was technisch möglich ist.
 

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