Rekord-Rauschgiftproduktion ausgehoben: 2300 Cannabispflanzen und 30 Kilogramm Marihuana beschlagnahmt
Vor wenigen Tagen hat die Polizei im Heubacher Stadtteil Lautern in einem Gebäude eine größere „Indoorplantage“ für Marihuanapflanzen gefunden (die RZ berichtete). Die Beamten stellten damals insgesamt 325 Pflanzen sicher. Jetzt ist der Polizei der nächste große Schlag gelungen. In Schwäbisch Gmünd wurde eine Rekord-Rauschgiftproduktion ausgehoben: 2300 Cannabispflanzen und 30 kg Marihuana wurden beschlagnahmt – der 40-jährige Haupttatverdächtige wurde verhaftet.
SCHWÄBISCH GMÜND
(pm). In der riesigen Indoorplantage wurden offenbar unter firmenähnlichen Betriebsabläufen riesige Mengen Cannabis produziert. Man spricht sogar vom größten Fund in Baden-Württemberg, möglicherweise wurde die Anlage schon seit über zwei Jahren betrieben. Die Polizei beschlagnahmte etwa
2300 Pflanzen und etwa
30 kg bereits geerntetes Marihuana. Mit dieser Menge kann man bei „guter Qualität“ pro Jahr rund eine Million Euro erzielen.
Die Rauschgiftermittlungsgruppe der Gmünder Polizei erlangte im Zuge anderweitiger Ermittlungen den Verdacht auf eine größere Aufzuchtanlage in ihrem Zuständigkeitsbereich.
Ende September durchsuchten Beamte der Kriminalpolizei dann aufgrund eines von der Staatsanwaltschaft in Ellwangen beantragten und vom zuständigen Ermittlungsrichter erlassenen Durchsuchungsbeschlusses in Schwäbisch Gmünd in einem Gewerbebetrieb eine Halle, wo sie
30 kg Marihuana sicherstellen konnten. Die Ermittlungen führten anschließend zu einer weiteren Halle in einem Gewerbegebiet in einem Teilort von Schwäbisch Gmünd.
Der Anblick, der sich bei der dortigen Durchsuchung bot, ließ selbst die erfahrensten Rauschgiftermittler ungläubig innehalten. In einer perfekt ausgestatteten Indoorplantage trafen die Fahnder auf
1000 blühende und erntereife Cannabispflanzen und in einem weiteren Feld nochmals fast
1300 Cannabissetzlinge.
Die Anlage übertraf damit die Anforderung einer bundesweit polizeiinternen Klassifizierung, die ab eintausend, unter professionellen Bedingungen produzierten Pflanzen, von einer „Rekord-Indoor-Profi-Anlage“ spricht, bei weitem.
Und professionell waren nicht nur die Aufzuchtbedingungen, sondern auch die angetroffenen Strukturen. Während die eine Halle als hochprofessionelles Gewächshaus, mit automatischer Beleuchtung, Belüftung und Bewässerung betrieben wurde, diente die zweite Niederlassung der Weiterverarbeitung der jeweiligen Ernte. Hier wurde getrocknet, gewogen und handelsfertig verpackt.
Die dort beschlagnahmten
30 Kilo Marihuana entsprechen etwa dem Umfang einer Ernte in der Aufzuchthalle. Das Kilo wird mit rund
9000 Euro gehandelt.
Derzeit geht die Polizei von einer möglichen Jahresproduktion aus, die sicherlich im dreistelligen Kilobereich liegt.
Der
40-jährige Haupttatverdächtige, in der Rolle des „Firmenchefs“, befindet sich seit der Durchsuchung der Hallen in Untersuchungshaft. Gegen sechs weitere Tatverdächtige, quasi Angestellte der „Firma“ in unterschiedlicher Funktion, wurden in der Folgezeit Ermittlungen aufgenommen und Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt.
Die insgesamt neun Durchsuchungen fanden, bis auf einen Fall in Oberkochen, alle in Schwäbisch Gmünd und dortigen Teilorten statt und konnten am vergangenen Freitag beendet werden. Es wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Die polizeilichen Ermittlungen, insbesondere auch zum Wirkstoffgehalt und der tatsächlichen Kapazität der Anlage, dauern aber noch an.
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