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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 01. Februar 2010

Gesamtkonzept ohne Berücksichtigung von Kreis– und Regionalgrenzen

Es war ein Versuch: Das Ein-​Euro-​Ticket, das noch voraussichtlich bis März von Stadtbus Gmünd und Fahrbus Gmünd angeboten wird. Mit unterschiedlicher Bewertung. Von Heinz Strohmaier

SCHWÄBISCH GMÜND. Während Stadtbus (Abt) ein durchaus positives Fazit zieht, sind die Auswirkungen bei Fahrbus Gmünd nicht relevant. Aber allein diese Bewertungen zeigen auf, dass man die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) nicht pauschal beurteilen kann, sondern dass man in erster Linie auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen muss, die den ÖPNV auch nutzen (sollen).
So sieht es auch Gmünds Bürgermeister Dr. Joachim Bläse, der sich schon seit Jahren dafür einsetzt, dass es auch im Gmünder Raum ein sogenanntes Metropolticket bzw. einen Metropoltarif gibt. Bläse sieht keinen Sinn darin, dass man innerhalb Landkreis– bzw. Regionalgrenzen ein eigenes Gesamtkonzept erstellt, das aber an diesen geografischen Grenzen endet. „Wer will schon ein Ticket von Gmünd nach Neresheim oder von Schwabsberg nach Waldstetten?“ stellt er das kreiseigene Konzept, das zudem sehr viel Geld kostet und seiner Meinung nach so gut wie nichts bringt, in Frage.
Der Bedarf und die Fahrgastzahlen im Bereich Gmünd zeigen, dass ein hohes Aus– und Einpendeln zwischen den Mittelzentren und der Region Stuttgart steht. Dies sind zum einen Studierende, zum anderen aber zahlreiche Berufstätige, die im Gmünder Raum wohnen und im Wirtschaftsraum Stuttgart arbeiten – oder auch umgekehrt.
Entsprechende Untersuchungen hätten gezeigt, dass eine S-​Bahn bzw. ein S-​Bahnanschluss für Schwäbisch Gmünd nichts bringt, da dies nur zu einer Verlängerung der Fahrzeiten (von Gmünd nach Stuttgart rund eineinhalb Stunden) führt. Deshalb, so Bläse, sei es wichtig, die Taktzeiten der Züge zu halten, die Anzahl der Züge eventuell zu erhöhen oder auszubauen, insbesondere auch im Hinblick auf die IC-​Verbindungen. Um das Ganze aber attraktiv zu machen und bessere Rahmenbedingungen für die Nutzer zu schaffen, gehört nach Ansicht von Bürgermeister Dr. Bläse, dass man in der Metropolregion Stuttgart ein Ticket lösen kann, mit dem man nicht nur den SPNV, sondern auch den ÖPNV zur Wohnung nutzen kann. „Und in diesen Verbund müssen wir hineinkommen“, sagt Bläse, der schon vor Jahren einen Anlauf unternommen hat und zusammen mit Landrat Klaus Pavel in Stuttgart Gespräche geführt hat.
Offenbar steht sowohl der Landrat diesem Ansinnen positiv gegenüber, wie auch der Stuttgarter Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster, der Ende letzten Jahres der Stadt Gmünd geantwortet hat, dass man diesen „Metropoltarif“ unbedingt umsetzen müsse. Auch Geschäftsführer Weber von VVS (Verkehrs– und Tarifverbund Stuttgart) sagt, dass der Raum Gmünd (aber natürlich auch der Raum Aalen) von der Realisierung des Monopoltarifes profitiere. Welche Vorteile die Nutzer haben, können die Bürger aus Alfdorf schon aus eigener Erfahrung erzählen: Sie bezahlen für ein Ticket von Lorch nach Stuttgart rund 30 Prozent weniger als ein Lorcher oder Gmünder!
Politische Vorgaben im Kreis bremsen noch das Projekt
Das Problem im Ostalbkreis ist, dass die politischen Vorgaben (ein kreiseigenes Verbundsystem) und die Interessen der Nutzer auseinander gehen. Nun geht es zunächst einmal darum, dass der Landkreis die „Gmünder“ Interessen unterstützt. Der Ansatz wäre etwas Vergleichbares wie das in der Region Stuttgart neu eingeführte Metropolticket für Studenten.
Die Ideen auf dem Gmünder Rathaus sind schon so weit gediehen (auch der Landrat steht dahinter!), die bestehenden Zugverbindungen im Rahmen einer „Metropol-​Bahn“ neu zu bezeichnen. Die Rems-​Schiene könnte belebt werden, die Nutzer profitieren davon.
 

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