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» Sport | Montag, 01. Februar 2010

Skispringen, Junioren-​Weltmeisterschaft: Degenfelderinnen verpassen als Fünfte und Neunte nur knapp Medaillenränge

Die beiden Skispringerinnen Carina Vogt und Anna Rupprecht sorgten bei den Junioren-​Weltmeisterschaften in Hinterzarten mit den Plätzen fünf und neun für ein wohl historisches Ergebnis in der Vereinsgeschichte des SC Degenfeld. Dennoch war vor allem Carina Vogt am Ende doch ein klein wenig enttäuscht, dass es nicht ganz zur erhofften Medaille gereicht hatte. Von Thomas Aubele

Vor zwei Jahren musste Carina Vogt als Ersatzfrau bei den Junioren-​Weltmeisterschaften in Zakopane (Polen) noch zusehen, im vergangenen Jahr hatte sich die 17-​Jährige sogar überhaupt nicht qualifiziert. Als sie im März 2008 vom Skiinternat Furtwangen wieder nach Hause zurückkehrte, dachten zudem sehr viele, dass ihre noch junge Skisprung-​Karriere am Ende wäre. Doch mit viel Kraft und Einsatz und durch die Hilfe ihres heimischen Stützpunkts sowie der schulischen Unterstützung des Hans-​Baldung-​Gymnasiums Schwäbisch Gmünd schaffte sie bereits im Sommer wieder den Anschluss an die nationale Spitze. Der internationale Durchbruch gelang der SCDlerin dann gleich zu Jahresbeginn, als sie völlig überraschend ihren ersten Damen-​Weltcup-​Sieg errang. Es folgten im Anschluss die Plätze acht, zwei und sechs.
In Hinterzarten präsentierte sich Carina Vogt dann in den beiden offiziellen Trainings ganz hervorragend und war stets im Bereich der Medaillenränge zu finden. Gleiches galt für ihre 13-​jährige Vereinskollegin Anna Rupprecht, deren Leistungen in den letzten Wochen gleichfalls nahezu unglaublich waren. Keiner ihres gesamten Trainerteams hatte noch vor wenigen Wochen damit gerechnet, dass sie bei den Junioren-​Weltmeisterschaften starten dürfte. Und noch vor einem Monat hätten die Verantwortlichen bei einem Einzelergebnis von Carina Vogt und Anna Rupprecht mit den Plätzen fünf und neun ungläubig gestaunt. Doch die beiden Mädchen des Ski-​Clubs Degenfeld haben durch furiose Trainingssprünge in den Tagen von Hinterzarten sogar für Medaillenträume gesorgt. Dass es am Ende nicht ganz zum erhofften Edelmetall gereicht hatte, lag auch etwas an den schwierigen Witterungsbedingungen. Ursprünglich sollte das Damen-​Skispringen am Freitag um 16 Uhr über die Bühne gehen und musste nach mehreren zeitlichen Verschiebungen dann auf Samstag um 10 Uhr verlegt werden. Bei zunächst ruhigem Wind und klarem Wetter begann sodann das Springen. Mit Startnummer zwei zeigte Anna Rupprecht einen sensationellen Flug auf 103 Meter, leider ohne Telemarklandung.
Schon wenige Startnummern später begann es zu schneien, und die Winde wechselten. Ganz schlecht erwischten es die Mitfavoritinnen Jacqueline Seifriedsberger aus Österreich und Carina Vogt. Beide hatten kaum eine Chance, die 100 Meter zu erreichen. Wie auch Seifriedsberger landete Carina Vogt, die zudem etwas verkrampft wirkte, bei 95 Metern. Anschließend kam dann noch hinzu, dass es bei den darauffolgenden Starterinnen nunmehr stärkeren Aufwind gab. Diesen wusste dann die Italienerin Elena Rungaldier zu nutzen und flog auf eine riesen Weite von 106,5 Meter. Damit führte sie das Feld vor dem zweiten Durchgang klar an. Anna Rupprecht – mit der drittgrößten Weite des ersten Sprungs, aber ohne Telemarklandung – lag auf Platz sechs. Vogt hatte leider als Zehnte schon deutlichen Rückstand auf die Medaillenränge.
Im Finaldurchgang konterte die Degenfelderin dann aber nochmals. Mit einem Supersatz auf 103 Metern und der Bestleistung des zweiten Durchgangs wollte sie nochmals nach vorne hin angreifen und so viel wie möglich gut machen. Am Ende kam sie somit auf den fünften Platz. Ohne dieses große Pech im ersten Durchgang hätte sie wahrscheinlich den Sprung in die Medaillenränge klar geschafft. Ihre Vereinskameradin Anna Rupprecht, Schülerin der Schiller-​Realschule Schwäbisch Gmünd, landete diesmal bei 95 Metern, was Platz neun bedeutete. Am Ende wurde Rungaldier Weltmeisterin vor der Französin Coline Mattel sowie der Amerikanerin Sarah Hendrickson. Beste Deutsche wurde Carina Vogt als Fünfte, Juliane Seyfarth (Ruhla) erreichte Platz sieben. Zwei Ränge hinter der Neunten Anna Rupprecht platzierte sich Melanie Faißt (Baiersbronn) auf Platz elf.
 

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