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Zahlreiche Gäste kamen in den Großen Saal des Predigers, wo traditionell der Bunte Abend des Müttervereins Gmünd stattfand

Eingereicht von Redaktion am 10. Feb 2010 - 08:06 Uhr

„Bevor der Prediger wird umgebaut, der Mütterverein auf die Pauke haut!“ Eine klare Aussage, die beim gestrigen traditionellen Fasching des Katholischen Müttervereins in die Tat umgesetzt wurde. Von Nicole Beuther
SCHWÄBISCH GMÜND. Gmünd ist bereit für den Umbau des Predigers und die Restaurierung der Johanniskirche. Das merkte man beispielsweise an der Verkleidung von Pfarrer Robert Kloker und seinen Kollegen. Sie kamen im Malergewand. Ernst Kittel trug vorsichtshalber gleich einen Bauhelm. „Damit i koin Dachschada krieg“, erklärte er. „Was des alles koschded“, meinte Kittel im Hinblick auf die Landesgartenschau. Helfen könne da ein Bittgebet in Richtung des Erzengels Michael, der maßgeblich an der Entstehung des Paradieses beteiligt gewesen sei. Und, das Paradies sei ja schließlich die Gartenschau. „Der Erzengel Michael wacht über alle Gartenschauen.“ Er, so Kittel, denke daran, Geld zu spenden. Nicht ohne Hintergedanken. So habe er kürzlich Pfarrer Kloker gefragt: „Glauben Sie, dass ich in den Himmel komme, wenn ich für die Restaurierung der Johanniskirche 3000 Euro spende?“ Die Antwort: „Versprechen kann ich es nicht, aber probieren sie es aus.“ Sollte es so sein, dann würden sicherlich einige Gmünder in den Himmel kommen, denn der Förderverein Salvator kann sich über Spenden derzeit nicht beklagen, was auch Margrit Klaus vom Mütterverein in ihrer Rede aufgriff. Nach dem Besuch der Herzogin Diane von Württemberg „ging’s plötzlich mit Spenden los, das Ergebnis ist famos“. „Ach, wie tut es dem Förderverein gut, der Sponsor, eine Herzogin mit blauem Blut.“ Münsterpfarrer Kloker hingegen sähe das vermutlich alles nicht so locker, „denn im Gremium wurde abgestimmt, dass als nächste Maßnahme die Renovierung der Johanniskirche kimmt“. Dafür suche er jetzt von London bis Rom Spender zur Erhaltung des „Johannis Dom“.
Den Weg ins Rathaus gefunden hat im vergangenen Jahr OB Richard Arnold. Dort wehe nun ein anderer Wind, weiß Ernst Kittel. „Alle Bediensteten müssen dort morgens zum Ansingen antreten - da läuft alles wie geschmiert.“
Auch habe jede Fraktion einen Chor gebildet. „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unserer Tunnel nicht“, sei beispielsweise der Lieblingssong der CDU. Die FDP hingegen singe: „Schön ist es auf alle Fälle, denn es regiert jetzt der Westerwelle.“ Den Linken falle es schwer, einen Chor zu gründen. Schließlich seien sie nur zu zweit. „Auferstanden aus Ruinen“, sei vermutlich ihr favorisiertes Lied. Pfarrer Johannes Waldenmaier kam in Bauarbeiter-Montur. Solche „Outfitler“ sehe man derzeit öfters in Gmünd, „seit mir do überall Baustella hend.“ „Do schreitet die mit großem Gehabe, gefolgt von einem Mitarbeiterstabe, ausgerüstet mit Entwürfe gar viele ond treibet ihre Planungsspiele.“
Was bei einem „Meinungskrieg“ vonnnöten sei, sei „en Abrissexperta, en Erläuterer, en Übersetzer“. „Verändersch du Altes ond plansch manches neu, schalt obedengt en Abrissexperta ai.“ Der sei von Nutzen für jeden, der plant, zudem werde sein Tun mit dem Denken des Volkes verzahnt, „denn schließlich liefert s’oifache Volk auf dr Welt, für Planungsverwirklichungen sai oiges Geld“.
 
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