Denkwürdiger Tag gestern im Landesparlament und für den sichtlich enttäuschten MdL Dr. Stefan Scheffold
Ein denkwürdiger Tag des Händeschüttelns, Schulterklopfens, der Gratulationen und schließlich aber auch des Trostes gestern im Landtag von Baden-Württemberg. Und mittendrin im Blitzlichtgewitter: Der Gmünder Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Scheffold, der vergeblich versuchte, die Mappus-Nachfolge als CDU–Fraktionsvorsitzender anzutreten.
SCHWÄBISCH GMÜND/STUTTGART
(hs). Kameras, Mikrofone und Scheinwerfer waren besonders auf drei Personen gerichtet: Auf den künftigen Ministerpräsidenten Stefan Mappus, auf seinen Vorgänger und neuen
EU–Kommissar Günther Oettinger und dann am Nachmittag auf den frisch gebackenen Vorsitzenden der
CDU–Fraktion im Landtag, Peter Hauk, bislang Landwirtschaftsminister im Kabinett von Oettinger, wo ja nun die personellen Karten auch neu gemischt werden. Vor dem Wahlgang im Fraktionssaal der
CDU im Abgeordnetenhaus gleichfalls auch im Blitzlichtgewitter: Der Gmünder Landtagsabgeordnete
Dr. Stefan Scheffold. Gegen seinen Kollegen
Dr. Klaus Schüle und Minister Peter Hauk hatte er sich um das Amt des Fraktionschefs der gegenwärtig stärksten politischen Kraft in Baden-Württemberg beworben. Nach dem überzeugenden Ergebnis der Wahl des Ministerpräsidenten (siehe ausführliche Berichte im Mantelteil unserer Zeitung) wurde es spannend für den Gmünder. Bei einem großen Gratulationsdefilee im Foyer des Landtags waren die Blicke zu spüren, die auf den drei Kandidaten für die Mappus-Nachfolge lasteten. Wer kann’s mit wem am besten? Wer hat das gewichtigste und letzte Wort? Stefan Scheffold zeigte sich eher gelassen, widmete sich bei einem Glas Sprudel überwiegend Mathilde Häcker aus Straubenhardt, ehrenamtliche Helferin auch in Gotteszell in Schwäbisch Gmünd. Die Seniorin und treue Beobachterin der Landespolitik wünschte dem Kandidaten alles Gute für die Wahl. Auch im Gespräch mit der Rems-Zeitung zeigte sich Scheffold noch sehr gelassen, hatte allerdings aber auch schon eine gewisse Vorahnung: Er könne nicht so viel vererben oder auch zusagen wie ein amtierender Minister. Das sei ein gewisser Nachteil gegenüber einem Schaffer auf der Abgeordnetenbank. Wenig später schlossen sich dann die Türen zum Saal der
CDU. Zuvor schafften sich die ausgehungerten Christdemokraten noch reichlich Maultaschen mit Kartoffelsalat und Sauerkraut auf die Teller und in den nichtöffentlichen Wahldurchgang. Die drei Kandidaten stellten sich nacheinander vor. Nummer
2 war Scheffold, der schmunzelnd bestätigte, dass bis zu seiner Präsentation die Maultaschen mit Beilagen während
Dr. Schüles Ansprache gegessen waren, so dass sich die
69 CDU–Parteifreunde voll auf Scheffolds Wahlrede konzentrieren konnten. In den Mittelpunkt stellte er finanz– und sozialpolitische Themen. Er sehe sich in der Lage, die Fraktion zu bündeln und die Prinzipien der großen Volkspartei draußen und im Parlament zu vertreten. Als Rechtsanwalt stehe er im Berufsleben, kenne und vertrete die Anliegen der kleinen Leute. Das Ergebnis:
43 CDU–Abgeordnete wählten in geheimer Abstimmung Peter Hauk,
18 Stefan Scheffold, und mit nur acht Stimmen fiel
Dr. Schüle völlig durch. Der Gmünder zeigte sich vom eindeutigen Votum sehr überrascht und sichtlich enttäuscht. Dennoch: „Ich seh’s sportlich, man muss auch mal Niederlagen einstecken können.“ Sein Motto: „Weiter volle Kraft für den Raum Gmünd!“
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