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» Ostalbkreis | Donnerstag, 11. Februar 2010

Hausärzte /​Im östlichen Ostalbkreis, im Ellwanger Raum und in Gschwend gibt es jetzt schon zuwenige /​Gmünd und Aalen überversorgt

Der Job des Landarztes scheint nicht mehr lukrativ. Um die medizinische Versorgung zu sichern, ist der Ostalbkreis deshalb mit einem Positionspapier in die Offensive gegangen. Jetzt hat er die Kassenärztliche Vereinigung im Kampf gegen das Praxensterben auf seiner Seite.

OSTALBKREIS (gäss). Nach der Rechnung des Ostalbkreises fehlen im Ellwanger Raum schon jetzt vier Hausärzte, genauso viele wie im Raum Gschwend. Schwäbisch Gmünd ist mit fünf und Aalen mit acht Hausärzten dagegen überversorgt. In Bopfingen bestehe die Gefahr, so Landrat Klaus Pavel, dass es Arztsitze verlieren würde, würde man die Stadt am Ipf Aalen zuordnen. Um die „weißen Flecken“ nicht größer werden zu lassen, hat der Landkreis deshalb im September ein Positionspapier verfasst (wir haben mehrfach berichtet). Eine der sieben Positionen befasst sich mit einer „bedarfsgerechten“ ärztlichen Versorgung und obigen Zahlenspielen. Und diese Frage betrifft direkt die für Niederlassungen zuständige Kassenärztliche Vereinigung. Seit gestern weiß der Kreis den Ärzteverband hinter sich.
Das Positionspapier sei innovativ, sagte Peter Hinz, der Bezirksdirektor der Kassenärztlichen Vereinigung in Freiburg — und zwar weil es der Lebenswirklichkeit im Ostalbkreis entspreche. Sprich: In den Städten gibt es – noch – genug Hausärzte, in der Fläche dagegen immer weniger. Das sei aber nicht nur im Ostalbkreis so, sondern im ganzen Land, weshalb Hinz am Dienstag im Krankenhausausschuss dafür plädierte, das Positionspapier auf ganz Baden-​Württemberg anzuwenden. Hinz lobte ausdrücklich die Vorschläge von der Ostalb, die unter anderem die Weiterbildung in Allgemeinmedizin am Ostalb-​Klinikum und Existenzgründerdarlehen für niederlassungswillige Ärzte vorsehen.
Der Bezirksdirektor appellierte an die Gemeinden, sich zusammenzutun, um einen Arztsitz zu halten. Falls dies nicht gelinge, sprach er sich für überörtliche Gemeinschaftspraxen aus.
Dass Mediziner Zweitpraxen eröffnen, scheitert allerdings oftmals an den Arztkollegen, wie Hinz erläuterte. Es sei nicht sauber geregelt, wenn umliegende Arztpraxen „Nein“ sagten. Der Rechtsweg sei lang und führe über drei Instanzen. Nachmittägliche Sprechstunden wären in seiner Gemeinde eine große Hilfe, sagte Ellenbergs Bürgermeister Rainer Knecht. Die Virngrundgemeinde zählt zu denen, die seit geraumer Zeit keinen Arzt mehr haben.
 

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