Hochschule für Gestaltung: Die letzte Semesterausstellung auf Jahre hinaus im alten Haus findet am Wochenende statt
Bislang hatte man zwei Mal im Jahr Gelegenheit, an der Hochschule für Gestaltung die Semesterausstellung im ehrwürdigen Gehäuse des Elsässer-Baus in Augenschein zu nehmen. Nicht länger. Die HfG zieht für die nächsten fünf Jahre in einen Container-Campus am Gmünd Tech. Also: Diese Ausstellung zum Ende des Wintersemesters 2009/10 ist auch ein Abschied. Von Reinhard Wagenblast
SCHWÄBISCH GMÜND. Die drei Studiengänge Interaktionsgestaltung, Kommunikationsgestaltung und Produktgestaltung zeigen aktuelle Projekte aus dem Wintersemester. Ausstellungsschwerpunkt ist wie jedes Mal die Präsentation der Abschlussarbeiten. Unter den
51 Absolventinnen und Absolventen machen auch fünf Master-Studierende ihren Abschluss. Die Studenten wenden viel Mühe auf für die Darstellung ihrer Arbeiten — Präsentation zählt schließlich auch in der Praxis. An den beiden Tagen der Ausstellung, am Freitag wie am Samstag, verwandelt sich das ganze Hochschulgebäude in ein Ausstellungsareal — sämtlicher verfügbarer Raum in Seminarräumen, Laboren und Freiflächen wird genutzt, um das Themenspektrum der Hochschule zu zeigen.
Innovative Produktentwicklungen gibt es ebenso zu sehen wie Ausstellungskonzepte, Lehr– und Unterrichtsmaterial sowie eine Reihe multimedialer Installationen. Auch die Studierendenzeitung „Format“ ist mit einem Stand vertreten. Professoren, Dozenten und Studenten geben an beiden Tagen Auskunft zum Designstudium an der
HfG Schwäbisch Gmünd.
Manche der Arbeiten, die sich mit Mobilität im weitesten Sinne befassen, kann man unmittelbar auf den bevorstehenden Umzug beziehen: Es geht um den Transport von A nach B — ob das nun trockene Socken im Bergsteiger-Rucksack oder Menschen in einem Nahverkehrszug sind, die vom Bildschirm im Büro zum TV-Screen im trauten Heim wollen. Doch auch eine kleine Broschüre von Juliane Schumann und Isa Widmaier könnte ein nützliches Vademecum sein. Ihr Titel: „Stress? Entspannt mehr leisten.“ Sie ist als Hilfsmittel gedacht, um Beschäftigte im Berufsalltag zu unterstützen. Leicht verständliche Erläuterungen auf wissenschaftlicher Basis informieren über den ursprünglichen Sinn von Stress, über die Abläufe im Körper, über Veranlagung und Prävention. Mit dabei: Tipps und Übungen zur Entspannung und Erholung.
Doch zunächst geht’s auf den Weg. Beispielsweise mit dem modularen Rucksack von Felix Steinbeis: Die drei unterschiedlich großen Taschen sind miteinander kombinierbar, womit sich das Tragevolumen problemlos erweitern lässt. Verwendbar für den kleinen Ausflug wie für die mehrwöchige Trekking-Tour. Ergonomisch geformt ist er selbstredend auch.
Gedanken über das Verkehrsaufkommen in so genannten „Megacities“ macht sich Sandro Frank mit einem Nahverkehrszug namens „Aeron“. Kapselartige Formen prägen das Erscheinungsbild und gliedern den zug gleichzeitig in verschiedene Funktionsbereiche: Frontkapsel für den Fahrer, Panoramakapseln für die Passagiere sowie Verbindungs– und Türkapseln gliedern den Zug und geben ihm einen erkennbaren Rhythmus. Innen soll es sehr komfortabel zugehen, eine Kombination von natürlichem und Kunstlicht soll eine „Wohlfühlatmosphäre“ schaffen.
Nach dem transitorischen Aufbewahrungssystem für Menschen zwei Beispiele für Dinge: Der Kühlschrank „Egloo“ von Markus Mutterer und Judith Schanz, der zugleich Möbelstück sein will. Damit eignet er sich für Haushalte, in denen Wohnen und Kochen nicht getrennt sind. Energie– und geräuscharm gekühlt wird auch. Weil die Tage des Schweizer Bankgeheimnisses wohl gezählt sind, könnte der Kleintresor „Cadea“ von Sven Rocker durchaus zur rechten Zeit für private Haushalte kommen. Passwortgeschützt, feuerfest und sehr wertig ausgestattet.
HfG–Semesterausstellung am
12. und
13. Februar, jeweils von
10 —
19 Uhr. Führungen:
11 Uhr, samstags auch
14 Uhr. Kurzvorträge am Freitag ab
18 Uhr im Hörsaal
1, Alumni-Treff:
13. Februar,
14 —
16 Uhr.
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