Fetziges, hausgemachtes Programm beim Seniorenball im Großen Saal im Gasthaus Reichsadler in Mögglingen
Traditionell fand kürzlich der Mögglinger Seniorenball im Gasthaus Reichsadler statt. Für Stimmung sorgte ein nettes hausgemachtes Programm und viel Musik von den „Musikusen“ des Musikvereins Mögglingen, die sich dieses Jahr deutlich verjüngt hatten. Von Karin Abele
MÖGGLINGEN. Bürgermeister Ottmar Schweizer begrüßte als Schirmherr zunächst alle Gäste mit folgendem Tenor: „Erst wenn ma nemme zur Fasnacht got, gehört ma zu de alde Leut, ond alle die do send, gehöret folglich net zu de alte Leut.“ Auch Ehrenvorstand Fritz Lang vom Musikverein begrüßte und führte wieder gekonnt durchs Programm.
Klaus Hegele und seine „Musikuse“ des Musikvereins Mögglingen streiften durch die Weite des Wilden Westens auf die Winnetou-Melodie mit Lasso und gesattelten Pferden. Bei den Tanzrunden füllte sich schnell die Tanzfläche und auch beim Schunkeln und Mitsingen waren alle dabei. Den ersten Auftritt hatte der Kirchengemeinderat als Kirchenmäuschen verkleidet, die sich um den Umbau der Kirche St. Peter und Paul ihre Gedanken machten. Ihre Sorge war, wie sie ohne Messwein und Hostie über den Winter kommen. Loni Schwager bereicherte wieder den Seniorenfasching mit einem Faschnachtsgedicht. Auch erzählte sie, wie der alte Bürgermeister, ein echter Schwabe, eine Trauung vollzogen hat. „Derda mit derado ond duido mit demdo seid ihr willig, einander zu lieben und zu ehren?“ Auch ihr Weltuntergangsgedicht, das sie frei aufsagte, durfte nicht fehlen. Wie schon seit vielen Jahren gewährte der Kinderhofstaat zusammen mit dem Prinzenpaar den Ballbesuchern Audienz, auch ein Remsgockel war mit von der Partie und die seit vergangenem Jahr gegründeten Mögglinger Bracken.
Nach ihrem Einzug stellte der Kinderhofmarschall Fabian fest: „Nach meiner Pfeif müsset alle danza, vom Kinderhofstaat koa koiner schwanza. Denn dr Chef von oserm Narrastall ben i — Fabian euer Hofmarschall. Dann kündigte er die Antrittsrede vom Kinderprinzenpaar Julian I und ihrer Lieblichkeit Maren I an. Die zwei stellten sich gekonnt vor. Zunächst reimte Prinz Julian I: „Inzwischen han i mein Vadder in Schada gschdeld ond ben jetzt bekannd au en dr Damawelt.“ Prinzessin Maren I reimte: „I be no emmer die guada Fee in Mamas Lädle die Geschenkidee. In Mögglau Prinzessin sei, isch echt grass, do isch echt was los, des mecht richtig Spaß.“ „Bis Aschamittwoch wünschat mir von Herza, vergessat dia Sorga ond manchan Schmerza. Des ganze Johr hen ihr Seniora für ons Kendr offene Ohra.“ Der folgende Gardetanz der Kindergarde wurde einstudiert von Carmen Knödler und fand bei den Senioren großen Beifall, sie durften ohne Zugabe nicht auf ihren Platz. Nach deren Auftritt zeigte das Funkenpaar, Kommandant (Annika Paukner) und Mariechen (Lea Süßmuth) von der Kindergarde, wie viel Zack und Schmiss sie haben, sie wurden trainiert von Ulrike Milevzik. Seine Tollität Prinz Jonas I mit seiner Lieblichkeit Nina I wurden von Obergockel Ebbe (Bär) vorgestellt und hielten den Senioren ihre Antrittsrede. Sie reimten: „Ob Finanzkrise oder Bundesstroßastau, mir feirat Fasching in Megglau“.
Zur Beförderung von Oettinger nach Brüssel meinten sie: „A neier Mann, a neies Spiel, außer dera Omgehung wellat mir ja net viel. Doch dui Stroß isch ons halt net vergönnt. Drom hots a neuja Ampel geba, mir hend ons scho manches mol gedacht, hot do oiner vielleicht an Großeinkauf gmacht, gabs dia bei Aldi im Sonderangebot? Dass en Megglenga des Ampelchaos tobt.“ Der Kinder-Elferrat setzte sich dieses Jahr Affenmasken auf und tanzte in Affenmanier auf den Titel „Stadtaffe“ von Peter Fox. Trainiert wurden sie von Jana Süß.
Als weiteres Stimmungslied gab es das Fliegerlied. Der Bürgermeister Ottmar Schweizer kam dieses Jahr als
GOA–Kontrolleur in die Bütt und lobt erst einmal den schönsten Oimer im Programm, „der schluckt, was ma so wegschmeißt bis achtzig Kilogramm“. Der Oimer hoißt Ferrari weil der hot Rädla dro, damit ma mit dem Kutteroimer Stapfla fahra ko. Auch wusste er manches zur Blauen Tonne und zum Biobeutel zu berichten. Zur Gmoidrotswahl erwähnte er „Dia Jonge hend drei Plätz ergattert, doch älle onsere Oldies send Stemmakönig g’west. Der Schultes endete em Baurahof koi Bäure, a Mostfass ohne Most, a Pfarrhaus ohne Pfarrer en Postplatz ohne Post. En Beitel ond nex denna d’r Kutteroimer leer: Ja Leit wo kommt der Abfall no? Mir hend koi Arbet mehr!“
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