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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 15. Februar 2010

Pfarrer Robert Kloker überraschte und erfreute im Franziskaner mit Gereimtem zur Bockmusik

Schon im 22. Jahr gab es am gestrigen Sonntag im Festsaal des Franziskaners die Bockmusik. Andreas Zengerle hatte sie mit vielen Helferinnen und Helfern wieder bestens organisiert und für ein schönes Programm gesorgt. Davor hielt Pfarrer Robert Kloker in der Franziskus-​Kirche die Narrenpredigt.

SCHWÄBISCH GMÜND (kos). „So ist seit langem es schon Brauch, ich will mich darin üben auch!“ So begann Pfarrer Robert Kloker, angetan mit dem alten schwarzen Hochwürden-​Hut, dem Birett, und die Narrenrätsche schwingend, am Sonntagmorgen seine Predigt, mit der er der Tradition der Narren– oder Fasnachtspredigten Tribut zollte. Erstens wohl deshalb, weil Christen fröhliche Leute sein sollen und zum anderen, weil man auch in Versen und auf diese Weise sagen kann, was Sache ist, auch wenn er einschränkte: „Nicht leicht macht es der Herre Christ dem, der heute am Predigen ist.“ Pfarrer Kloker zitierte dazu die Bergpredigt nach Matthäus und nach Lukas die Seligpreisungen, nach denen die Hungrigen satt und die Weinenden lachen werden. In wohl geformten Reimen war sich der Prediger sicher, „die Armen haben es unserem Herrn angetan“, auch wenn „so vieles in der Welt läuft nicht richtig, das zu erkennen ist für uns wichtig. Die einen häufen immer mehr Reichtum an, die anderen schier nichts zu essen han! Bei Gott freilich, so sagt es der Herre Christ, die Ordnung einmal anders ist, da stehen die armen Schlucker vorne dran, und die Reichen hinten in der Schlang!“
Und angesichts diesen sozialen Ausgleichs in den Seligpreisungen Jesu stellte der Fasnachtsprediger nachdrücklich fest: „Ihr Christenleut’, es ist schon famos, im Reich Gottes, da ist richtig was los, wer hungert wird satt, wer weint der lacht, das gelingt nur der himmlischen Macht!“ Freilich aber könnte man Jesus nun den Vorwurf machen, das mit dem Glücklichsein und mit dem Lachen, sei verschoben auf den „Sankt-​Nimmerleins-​Tag“. Denn: „Schon der berühmte Philosoph Karle Marx, fand daran ebbes args, dass die christliche Lehr nur Vertröstung sei, für viele, die leben heute in Pein. Deswegen er den Marxismus erfand, wo jeder Mensch und jeder Stand, sollen das gleiche haben im Leben, damit die Verhältnisse seien eben.“ Doch: „Ein Leben, ganz unfrei und letztlich unsozial war am Ende von der Geschicht’ die Moral.“ Deshalb sollten Christen anders vorgehen und mit Verstand und Herz Nöte beheben: „Wer an die Botschaft Jesu glaubt, der bleibt für das Wort nicht taub, liebe Deinen Nächsten wie Dich selber, denen in Nöten, sei ein Helfer.“ Ein Beispiel sah er dafür in der Hilfe für Haiti.
Aber: „Die volle Gerechtigkeit auf dieser Welt, freilich ein anderer in seinen Händen hält.“ Und: „Wo menschliches Leid nicht zu trösten ist, selbst nicht für den größten Optimist, da wird der Herr für das Nötige sorgen, wenn es sein muss, dann erst im himmlischen Morgen.“ Die Gemeinde dankte mit Beifall und die Orgel spielte einen Tusch dazu.
Danach ging es im Franziskaner heiter weiter mit der Bockmusik, zu der Andreas Zengerle nach dem gemeinsamen Mittagsmahl alle begrüßte: Launige Unterhaltung mit der Trommlergruppe von Ursula Haas, den Luderichs von der Feuerwehr mit Felix Bader, der Prinzengarde aus Herlikofen mit Wolfgang Bieser, Ines Spitznagel mit den Schrammberger Narren und dem Orchester Zangolinowitsch. Andreas Zengerle kündigte Besuch aus Gotteszell von Frauen an, die dort einen Urlaub gebucht hatten. Herbert Baumgarten, der musikalisch für Stimmung sorgte, nahm sich die vielen Fernsehköche vor, und die Gmünder Tratschweiber Andrea Krieger, Uschi Neuser, Hilde Schurr, Ursula Haas und Marianne Zengerle wussten wieder das Neueste und Aktuellste aus der Gemeinde.
 

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