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» Ostalbkreis | Dienstag, 16. Februar 2010

Fachlichkeit des Musikunterrichts an den Grund– und Hauptschulen in Gefahr, meint der VBE

Schräge Töne, Kreativität und viel Individualismus sind bei der traditionellen Guggenmusik in den närrischen Tagen besonders gefragt.

OSTWÜRTTEMBERG (vb). Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Ostwürttemberg sehe man mit Sorge, dass im Musikunterricht an den Grund– und Hauptschulen die Tendenz ebenfalls zu kreativer Improvisation und Disharmonie gehe, da infolge des durch Fächerverbünde geschickt kaschierten Musiklehrermangels Fachlichkeit und Profession immer mehr auf der Strecke blieben.
Guggenmusik steht für schräge, schrille, „falsch“ gespielte Töne, die meist von Laienmusikern produziert werden, die nicht nach Noten spielen. Auch wenn der Vergleich ein wenig hinke, sieht der VBE im Bereich des Musikunterrichts an Grund– und Hauptschulen das Zeitalter der „Guggenmusik“, des schrägen Laien – spiels, angebrochen.
Mit den neuen Bildungsplänen wurde Musik in der Grundschule vom Fächerverbund MeNuK (Mensch, Natur und Kultur) geschluckt, ging das Fach in der Hauptschule im Verbund MSG (Musik, Sport, Gestalten) unter. So falle immer weniger auf, dass eigentlich immer mehr „echte“ Musiklehrer fehlten und damit letztendlich die Fachlichkeit auf der Strecke bleibe. Um inter – disziplinär arbeiten zu können, sei aber zuerst ein solides Fachwissen nötig.
Einen Gewinn daraus ziehen können nach Auffassung des VBE die freien Mu – sikschulen und Musiklehrer, die Kindern und Jugendlichen das beibringen, was die Schule nicht mehr so richtig zu leisten vermag: die Vermittlung eines solides Basiswissens in Musik.
Während an den Schulen Fächer wie Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen eine unangefochten sichere Stellung einnehmen, gelte die Musik — wie auch die Kunst — gerne als schmückendes Beiwerk. Der VBE setze sich dafür ein, dass Profis auch in scheinbar unwichtigen Nebenfächern „die erste Geige“ spielten.
Schulen benötigten nicht nur gute Deutsch– und Mathematiklehrer, sondern gleichfalls qualitativ hochwertig ausgebildete Musikpädagogen in ausreichender Zahl. Engagierte Fachleute im musisch-​ästhetischen Bereich wirkten einer schleichenden „Verkopfung“ der Schule entgegen.
 

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