Rems-Zeitung - Täglich eine gute Zeitung

Anzeige

Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 16. Februar 2010

Telefonhäuschen werden immer mehr zu einer Rarität, in Gmünd werden 2010 drei abgebaut

110 000 Telefonzellen gab es im Jahr 2007 in Deutschland. 30 Prozent hiervon wurden damals als unwirtschaftlich eingestuft mit der Folge, dass einige Telefonzellen abgebaut wurden – Ende 2009 gab es noch rund 90 000 öffentliche Telefone der Telekom, 50 gibt es derzeit in Schwäbisch Gmünd. Von Nicole Beuther

SCHWÄBISCH GMÜND. Wie viele Telefonanlagen es noch vor zwei Jahren in der Stauferstadt gab, ist nicht bekannt. „Wir führen keine historischen Daten“, so Cordelia Hiller, Pressesprecherin bei der Deutschen Telekom AG.
Erkennbar ist jedoch auch hier der Trend, dass das Telefonhäuschen allmählich der Vergangenheit angehört. „Dieses Jahr werden in Abstimmung mit der Stadt Schwäbisch Gmünd drei Standorte aufgelöst“, teilt Cordelia Hiller mit. „In den dortigen Telefonzellen wird nur noch für unter zehn Euro im Monat telefoniert“, so die Begründung. Eine Refinanzierung der Kosten, die bei den Fernsprechhäusern anfallen (Reinigung, Instandhaltung, technische Wartung, Stromkosten), scheint hier unmöglich.
Hiller: „Wie andere privatwirtschaftlich geführte Unternehmen können wir unser Angebot nur aufrecht erhalten, wenn dieses auch genutzt wird.“ Kurz gesagt: Letztlich entscheidet der Nutzer, ob eine Anlage bestehen bleibt oder nicht.
Gut genutzt wird nach Angaben Hillers die Telefonzelle am Marktplatz. Auch die Anlagen in der Hinteren Schmiedgasse, in der Albstraße, in der Eutighofer Straße sowie in der Buchstraße werden gut genutzt, weshalb sie dieses Jahr modernisiert werden. Geändert hat sich im Laufe der vergangenen Jahre das optische Erscheinungsbild der Fernsprechhäuschen. Die gelben Telefonzellen aus Bundespost-​Zeiten prägen immer seltener das Stadtbild — nur noch zehn gibt es hiervon in Schwäbisch Gmünd. Hier sieht man vor allem Telefonhäuschen in den Telekom-​Farben weißgrau-​magenta. Wegen der hohen Vandalismusschäden und Reinigungskosten ist die Deutsche Telekom vor zehn Jahren dazu übergegangen, Telefonzellen durch Telestationen zu ersetzen, sechs hiervon gibt es in Schwäbisch Gmünd. Bei den insgesamt 50 Telefonanlagen können die Kunden an über 30 Telefonen mit Münzen zahlen, die restlichen Geräte sind Kartentelefone. Auch wenn so mancher mit Blick auf die Verbreitung von Mobiltelefonen schon das Ende der Telefonhäuschen sieht — so schnell werden sie nicht aus dem Stadtbild verschwinden – der Versorgungsauftrag der Telekom besagt, dass in Stadtgebieten öffentliche Telefone „schnell zu Fuß“ erreichbar sein müssen. Demnach dürfen Telefonanlagen höchstens 2,5 Kilometern voneinander entfernt sein.
 

Noch keine Kommentare vorhanden.

Neuen Kommentar hinzufügen